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Zöllner beschlagnahmen Kunstwerke bei Urs Schwarzenbach

Im Dolder Grand Hotel und an weiteren Orten hat die eidgenössische Zollverwaltung am Dienstag Kunstwerke des Küsnachter Milliardärs Urs Schwarzenbach abgeholt und eingepackt: Die Werke sind zur Sicherung von finanziellen Ansprüchen als Zollpfand beschlagnahmt worden.

Erst vor gut einer Woche wurde bekannt, dass Urs Schwarzenbach (Mitte) wieder zurück in seine Heimatgemeinde Küsnacht zieht. Zur Freude des Küsnachter Gemeindepräsidenten Markus Ernst (FDP, links). Anwalt Ulrich Kohli (rechts) zog die Fäden bei Schwarzenbachs Rückkehr.
Erst vor gut einer Woche wurde bekannt, dass Urs Schwarzenbach (Mitte) wieder zurück in seine Heimatgemeinde Küsnacht zieht. Zur Freude des Küsnachter Gemeindepräsidenten Markus Ernst (FDP, links). Anwalt Ulrich Kohli (rechts) zog die Fäden bei Schwarzenbachs Rückkehr.
Archiv Valeriano Di Domenico

Die Aktion der Zollverwaltung fand im Rahmen mehrerer Strafverfahren wegen mutmasslicher Zollvergehen statt. Peter Zellweger, Sprecher der zuständigen Zollkreisdirektion II, bestätigte entsprechende Online-Meldungen der «NZZ» und des «Tages-Anzeigers».

Gegen Schwarzenbach laufen verschiedene Verfahren, unter anderem weil er bei der Einfuhr von Kunstwerken der Mehrwertsteuerpflicht nicht nachgekommen sein soll. Schwarzenbach machte bislang geltend, dass er bloss Kunstsammler sei und seine Werke korrekt in die Schweiz gebracht habe. Die Verlagerung der Kunstwerke sei korrekt abgelaufen, sagt auch sein Anwalt. Die Zolldirektion wirft Schwarzenbach hingegen vor, einen Kunst- und Antiquitätenhandel zu betreiben.

Bilder im Hotel abgehängt

Von den laufenden Zollverfahren sind mehrere noch nicht abgeschlossen: Die Zollkreisdirektion II gibt aus diesem Grund nicht bekannt, wie viele Kunstwerke am Dienstag beschlagnahmt wurden und welchen Wert diese aufweisen. Rechtskräftig ist hingegen eine Mehrwertsteuer-Nachforderung im zweistelligen Millionenbereich. Zur Begleichung ist laut Zellweger eine «grosszügige Frist» gesetzt worden. Diese sei jedoch ungenutzt verstrichen - zur Sicherung der Forderung seien deshalb nun Kunstwerke als Zollpfand beschlagnahmt worden.

Der Anwalt des Beschuldigten spricht hingegen von einer überrissenen Reaktion des Zolls: Die Mehrwertsteuer-Nachforderung wegen angeblicher Nichtdeklaration sei erst vor zwei Monaten abgelaufen. «Wegen rund elf Millionen Franken ins Dolder einzufahren und in der Rezeption und im Restaurant die schönsten Gemälde abzuhängen, ist völlig übertrieben.» Das habe geschäftsschädigenden Charakter.

SDA/past

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