Hombrechtikon/Stäfa

Zauberhaft getanzte Bilder

Das Dance Atelier Stäfa lässt seine Schülerinnen alle zwei Jahre auftreten. Am Wochenende steht die Ballettvorführung in Hombrechtikon an. An der Generalprobe liessen sie ihr Können schon einmal aufblitzen.

Tomoki Ishigo und Francesca Cagol beeindrucken an der Probe im Hombrechtiker Gemeindesaal Blatten mit einer starken Bühnenpräsenz.

Tomoki Ishigo und Francesca Cagol beeindrucken an der Probe im Hombrechtiker Gemeindesaal Blatten mit einer starken Bühnenpräsenz. Bild: Michael Trost

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Francesca Cagol ist erst 16, doch die Männedörflerin tanzt wie eine Primaballerina. Kein Wunder, hat Hany Abdin ihr die Hauptrolle in Chopins Les Sylphides zugeteilt, die sie auf Spitzen vollführt. Der 56-jährige Abdin führt mit seiner Frau Helena seit 2004 das Dance Atelier in Stäfa. Die talentierte Francesca ist einer seiner 120 Eleven, die der ehemalige Balletttänzer aus Ägypten in klassischem Tanz unterrichtet, an drei Stunden die Woche. Zudem ist Hany Abdin befugt, Schülerinnen nach den Richtlinien der Organisation Royal Academy of Dance RAD zu unterrichten und sie für RAD-Prüfungen vorzubereiten, die von Experten in seiner Tanzschule abgenommen werden. Wer diese besteht, dem steht eine Ausbildung zur Balletttänzerin nichts im Weg.

Verstärkung von Opernballett

Les Syplphies ist ein kurzes Ballettstück ohne Libretto, das sich aus verschiedenen Gruppen- und Solotänzen der weiss gekleideten Sylphides zusammensetzt. «Es eignet sich hervorragend, die fortgeschrittenen Schülerinnen auftreten zu lassen», meint Abdin im Flüsterton im Dunkel des Saals, während Francesca auf der Bühne gerade ein Pad-de-deux mit Tomoki Ishigo vollführt.

Der 20-jährige Japaner trainiert derzeit im Ballettcorps am Opernhaus Zürich und übernimmt für den Ballettabend des Dance Ateliers Stäfa den Part des Prinzen. Die beiden sind ein wunderschönes Paar: Die grazilen Bewegungen sind bis zu den Fingerspitzen perfekt. Voller Anmut gleitet Francesca in einer Leichtigkeit, als schwebte sie über den Boden. Schwerelos und ohne Anstrengungen sind Tomokis kraftvolle Sprünge. Der Spagat gelingt ihm gar in der Luft und für den Bruchteil einer Sekunde scheint er in dieser Position zu fliegen.

Divertimenti voller Tutus

Anders als in anderen Jahren, in denen «Alice im Wunderland», «Coppelia» oder der «Nussknacker» zur Aufführung kamen, besteht das Programm dieses fünften Ballettabends in der Geschichte des Dance Ateliers aus Divertimenti. Es sind jeweils kurze Tanzstücke, die Hany Abdin je nach Können für die verschiedenen Klassen choreografiert hat. Dabei projiziert ein Beamer wechselnde Bild an die Bühnenwand, doch an der Generalprobe streikt die Technik. Die jungen Tänzerinnen vollführen ihre Schritte unbeeindruckt halt vor weisser Kulisse.

Für die Mazurka stehen 40 Mädchen in slawischen Kostümen auf der Bühne und liefern mit strahlenden Augen den feurigen Volkstanz. In rosaroten Tutus treten die Vierjährigen auf und sind einfach nur süss. Noch stehen sie oft verloren da, Anweisungen ihres Tanzlehrers abwartend.

Mit zunehmendem Alter werden die Schritte der Tänzerinnen sicherer, die Bewegungen kontrollierter und die Gesichter entspannter. Die Farben der Tutus ändern sich mit jeder Gruppe: von Hellblau über Pink und Gold bis Rubinrot reicht die Palette. Genäht hat sie alle Helena Abdin an langen Abenden, auch die Pailletten-Kostüme und Hotpants der Hip-Hopperinnen. Als gebürtige Spanierin unterrichtet die vierfache Mutter auch noch Flamenco, doch nur zwei ihrer Schülerinnen haben den Mut, ihr Können auf der Bühne zu demonstrieren.

Ein Star auf Besuch

Eine grosse Überraschung wird es am Wochenende im Hombrechtiker Gemeindesaal Blatten geben. Hany Abdin ist jetzt schon ganz aus dem Häuschen. «Isabel Sprackling kommt aus London extra für die Giselle zu uns und tanzt Solo die Variationen des ersten Aktes», verkündet er.

Als Elfjährige hatte Sprackling 2010 die Hauptrolle in «Alice im Wunderland» inne. Das zierliche Mädchen bot während der über eine Stunde dauernden Vorstellung eine bemerkenswerte Bühnenpräsenz und demonstrierte ihr ausgeprägtes Körpergefühl von der Fussspitze bis zur persönlichen Ausstrahlung. Man konnte damals schon den Blick nicht von ihr abwenden. Da erstaunt es kaum, dass sich Isabel Sprackling in London an der Royal Ballett School zur Primaballerina ausbilden lässt.

Vorführungen im Gemeindesaal Blatten in Hombrechtikon am Samstag, 17.12. um 19 Uhr und am Sonntag, 18.12. um 15 Uhr. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 13.12.2016, 14:45 Uhr

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