Natur

Experten sprechen von einem extremen Wespenjahr

Der warme Frühling legte den Grundstein für eine grosse Wespenpopulation. Während der Feuerwehrkommandant von Rapperswil-Jona von einem extremen Wespenjahr spricht, haben andere Feuerwehren aber nicht mehr Einsätze.

Vor allem in Rapperswil-Jona muss die Feuerwehr  dieser Tage oft wegen Wespen ausrücken. Je nachdem, um welche Art es sich handelt, lässt sich der Einsatz von Gift beim Entfernen der Nester auch vermeiden.

Vor allem in Rapperswil-Jona muss die Feuerwehr dieser Tage oft wegen Wespen ausrücken. Je nachdem, um welche Art es sich handelt, lässt sich der Einsatz von Gift beim Entfernen der Nester auch vermeiden. Bild: zvg/Peter Hoppler

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Das trockene heisse Wetter bietet ideale Bedingungen für Wespen. In Rapperswil-Jona tummeln sich deutlich mehr dieser Tierchen als in anderen Jahren. «Wir haben ein extremes Wespenjahr», sagt Roland Meier, Kommandant der Feuerwehr Rapperswil-Jona. Gut 170 Mal waren seine Feuerwehrleute dieses Jahr wegen der Tiere schon im Einsatz. Eine Zahl, welche diejenige der sonst üblichen Einsätze um gut zwei Drittel übersteigt. Der extremste Einsatz, an den sich Meier erinnert, fand vor einigen Jahren statt. Mit einer Autodrehleiter waren seine Feuerwehrleute unterwegs, um ein Wespenvolk aus einem Dachstock zu entfernen. «Als sie die Dachluke öffneten, flogen so viele Wespen heraus, dass es wie schwarzer Rauch aussah.»

Auch Gabi Müller, Leiterin der Schädlingsprävention und -beratung der Stadt Zürich bestätigt die hohe Zahl der Wespen nicht nur in der Stadt, sondern auch in der Zürichseeregion. Die Gründe reichen für sie allerdings bis in den Frühling zurück. «Wir hatten den wärmsten April seit Messbeginn, da haben die Königinnen früher mit dem Nestbau begonnen.» Dies sei sonst im Mai der Fall. Der frühe Baubeginn hat laut der Biologin auch Auswirkungen auf die Grösse der Nester, die bereits grösser sind als sonst um diese Jahreszeit und daher den Leuten auch schon früher auffallen als in anderen Jahren. Ein weiterer Vorteil für die Wespen stellt zudem das aktuelle Nahrungsangebot dar. «Bei warmem Wetter gibt es eine grössere Zahl anderer Insekten und damit mehr Nahrung für die Brut als sonst», erklärt die Küsnachterin.

Eher zum Schädlingsbekämpfer

Während die Feuerwehrleute in Rapperswil mehr Einsaätze wegen Wespen leisten, sieht dies bei anderen Feuerwehren anders aus. So verzeichnen weder die Feuerwehr von Thalwil-Oberrieden noch die Stützpunktfeuerwehr Meilen eine Zunahme solcher Einsätze im Vergleich zu anderen Sommern.

Dies muss für Müller nicht gezwungenermassen mit der Anzahl der Tiere zusammenhängen. «Ich könnte mir vorstellen, dass die Leute direkt bei einer Schädlingsbekämpfungsfirma statt bei der Feuerwehr anrufen.» Müller plädiert dafür, die Nester möglichst hängen oder notfalls umsiedeln zu lassen. Im Herbst ist der Spuk sowieso vorbei, weil die Wespen mit Ausnahme der jungen Königin sterben und ein altes Nest nicht mehr besiedelt wird. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 06.08.2018, 15:27 Uhr

Das hilft gegen Wespen

Um sich Wespen vom Leib zu halten, gibt es einige einfache Tricks und Hausmittelchen.


  • Gegen Wespen helfen mit Nelken versehene Zitronen, Basilikum oder frisch ge­- schnit­tene Knoblauchzehen.

  • Fliegengitter können ­Wespen daran hindern, durchs Fenster einzudringen.

  • Tomaten neben dem Ess­tisch im Garten anpflanzen. Der Geruch der Pflanze ist für Wespen unangenehm.

  • Räucherstäbchen helfen gegen Wespen.

  • Auch der Geruch, der entsteht, wenn man Kupfermünzen auf der Haut reibt, vertreibt Wespen.

  • Kaffeepulver in ein feuerfestes Gefäss füllen und anzünden.

  • Speisen im Freien abdecken.

  • Parfüm oder parfümierte Cremes vermeiden, weil diese Wespen anlocken können.

  • Keine Wespen töten, weil dies andere Wespen aggressiv macht.

  • Zudem sollte man keine Wespen anpusten, wie oft geraten wird, weil das Kohlendioxid in der Atemluft sie in Angriffsstimmung versetzt.

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