Hombrechtikon

Widerstand gegen 5G-Antenne neben Kindergarten

Eine geplanten 5G-Antenne beschäftigt Hombrechtikon: In der Gemeinde hat sich nun ein Verein formiert um die neue Antenne zu verhindern.

Gegen die geplante 5G-Antenne auf einem Wohnhaus in Hombrechtikon regt sich Widerstand.

Gegen die geplante 5G-Antenne auf einem Wohnhaus in Hombrechtikon regt sich Widerstand. Bild: Symbolbild/Keystone

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Im Vergleich zu den Stadtzentren sind ländliche Gebiet noch sehr spärlich mit 5G-Antennen ausgestattet. Insbesondere der Bezirk Meilen – gemäss der laufend aktualisierten Karte des Bundesamts für Kommunikation sind erst drei Antennen mit der neusten Generation der Mobilfunk-Technologie ausgerüstet. Zwei davon stehen in Zumikon, eine in Hombrechtikon.

Wenn es nach dem Verein Hombrechtikon-digital geht, soll dies auch so bleiben. Der Verein, der laut seinen Statuten, einen bewussten, reflektierten, gesundheitsverträglichen und nachhaltigen Umgang mit der digitalen Entwicklung in Hombrechtikon fordert, wurde letzte Woche gegründet. Er setzt sich gegen den geplanten Bau einer neuen 5G-Antenne in Hombrechtikon ein. Wie einem Baugesuch, das noch bis zum 26. Dezember bei der Gemeinde Hombrechtikon aufliegt, zu entnehmen ist, will die Swisscom nämlich eine sechs Meter hohe Antenne auf dem Dach des Mehrfamilienhauses an der Heusserstrasse 2 errichten.

Vorgeschriebenes Gesuch

An der Gemeindeversammlung vom vergangenen Mittwoch informierte der neu gegründete Verein mit einem Brief über die geplante Antenne «mitten im Dorf neben dem Kindergarten». Der Brief ist auch auf der Vereinshomepage aufgeschaltet. «Wenn sie sich als Einwohner Hombrechtikons gegen diese Mobilfunkantennen zur Wehr setzten wollen, müssen Sie bis zum 20. Dezember 2019 den Baurechtsentscheid auf der Gemeinde einfordern», heisst es darin. Um dies der Bevölkerung zu erleichtern, liefert der Verein ein vorgedrucktes Gesuch für die Zustellung des Baurrechtsentscheides. Die Zustellung kostet 60 Franken. Wer diese Gebühr nicht tragen könne, habe die Möglichkeit ein Sammelgesuch zu unterschreiben, heisst es weiter. Dazu wird der Verein am Samstag vor der Migros-Filliale in Hombrechtikon Unterschriften sammeln.

Gegenüber den Medien möchte der Vereinsvorstand keine Stellung nehmen. Klar ist jedoch: Er ist nicht allein mit seinem Anliegen. Auch Nicole Thommen hat an der Gemeindeversammlung das Thema 5G aufs Parkett gebracht. In einer Anfrage wollte sie vom Gemeinderat unter anderem wissen, was dessen Standpunkt zu Mobilfunkantennen und deren möglichen gesundheitlichen Schädigungen ist und welche politischen Mittel er habe, um ein Baugesuch abzulehnen. In seiner Antwort bleibt der Gemeinderat eher vage, hält jedoch fest, dass er eine Anhebung des Grenzwertes – für ein Netz mit weniger, aber stärker strahlender Antennen – nicht unterstützen würde. Betreffend politischen Mitteln zur Ablehnung eines Baugesuchs schreibt die Behörde, dass das Gesuch gutgeheissen werden müsse, sofern alle gesetzlichen Vorgaben erfüllt seien.

Politisch aktiv werden

Anfragestellerin Thommen sieht ihre Fragen damit beantwortet. «Es ging mir darum, dass Dinge, die Auswirkungen haben auf die Bevölkerung mit eben dieser diskutiert werden.» Sie habe wissen wollen, wo der Gemeinderat stehe und ob Bedarf nach juristischen Schritten vorhanden sei. Dies sehe sie nun gegeben, weil sie erfahren habe, dass sich viele Hombrechtiker ebenfalls sorgen würden. Nun müsse man die politischen Instrumente aktiv in die Hand nehmen. «Wir dürfen nicht alles an politische Vertreter delegieren, sondern müssen uns als Bevölkerung auch selber einbringen.» Sie habe sich auch daher noch am selben Abend dem Verein Hombrechtikon-digital angeschlossen. Gekannt habe man sich zuvor aber noch nicht.

Die Swisscom will die neue Antenne im Rahmen ihrer Strategie einer flächendeckenden Abdeckung mit 5G errichten. Dieses soll laut Sprecherin Edith Hüsler dem rasant steigenden Datenvolumen gerecht werden, das tag für tag übertragen wird.

Im Rahmen der Standortevaluation für die Antenne in Hombrechtikon habe man mehrere andere Standorte geprüft, sagt Hüsler. Diese seien jedoch funknetztechnisch weniger geeignet oder nicht realisierbar. «Die neue Antenne verbessert im Wesentlichen die für unsere Bedürfnisse unbefriedigende Versorgung im Zentrum von Hombrechtikon sowie die Gebiete zwischen den bestehenden Antennen der im Osten liegenden Gemeinde Bubikon», schreibt Hüsler zu deren Funktion.





Erstellt: 13.12.2019, 16:24 Uhr

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