Hombrechtikon

Wenn Chüngel auf Tauben und Güggel treffen

Bis am Sonntag können in Hombrechtikon Kaninchen, Tauben und Geflügel aller Art betrachtet werden. Die Tiere wurden bereits am Freitag von ausgewählten Experten bewertet.

Um die Dreifarbenscheckenkaninchen zu bewerten, beraten sich die Experten gegenseitig.

Um die Dreifarbenscheckenkaninchen zu bewerten, beraten sich die Experten gegenseitig. Bild: Michael Trost

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Betritt man den Saal der katholischen Kirche in Hombrechtikon, ertönt das Gurren der Tauben. Gleich neben deren Gitterboxen stehen weitere Boxen, in welchen Kaninchen von verschiedenen Fellmustern und Farben kauern. Zum 85. Mal findet die Zürcher Oberländer Verbandsausstellung statt. Angeschlossen an den Kanninchen- und Geflügelzuchtverband ist die kantonale Taubenausstellung. Die Kleintierschau wurde bereits am Freitagabend eröffnet, Besucher können aber noch bis am Sonntag einen Blick auf die Tiere werfen.

Streicheln und Ohren messen

Einige Schritte von der Kirche entfernt, sind die verschiedenen Geflügelarten in der Turnhalle des Schulhauses Gmeindmatt aufgereiht. Dort findet zudem die Schweizer Meisterschaft der Dreifarbenscheckenkaninchen statt. Diese Rasse zeichnet sich durch das weisse Fell, das von einem hellbraunen Streifen mit schwarzen Punkten am Rücken durchzogen ist, aus.

Vier Experten bewerten die rund 200 Dreifarbenschecken. Helfer tragen die Kaninchen zu den Experten, die sich hinter einem langen Tisch aufgestellt haben. Sie streichen durch das Fell, tasten den Körper ab undmessen die Ohren. Um die Punkte zu verteilen, diskutieren die Tierkenner oft mit ihrem Nachbarn. Anhand der vergebenen Punkte werden die Siegerzibbe und der Siegerrammler, also ein Weibchen und ein Männchen, erkoren werden. Aber auch die anderen Tiere tragen einen Wettstreit aus und müssen untersucht werden. Hier überschneiden sich jedoch nur einzelne Bewertungskriterien, die übrigen sind an die jeweilige Rasse angepasst.

Ein Geflügelexperte begutachtet gerade alle Hühner, Hähne, Truten und Enten. Er geht von einem Käfig zum nächsten und nimmt die Tiere heraus. Während sich die meisten problemlos greifen lassen, wehren sich die Truten laut gackernd und rennen aufgeregt hin und her.

Drei weitere Kaninchenexperten bewerten wiederum die 225 regionalen Chüngel. «Die grosse Rassenvielfalt der regionalen Chüngel gefällt den Besuchern vermutlich besser, als die 200 Dreifarbenschecken», sagt Ruedi Goldschmid, Ausstellungspräsident. Für die Züchter sei es aber interessanter, ihre Zucht mit anderen Individuen der gleichen Rasse zu vergleichen. Um die Tiere möglichst stressfrei zu behandeln, nähmen sie die Experten nur einmal aus den Käfigen hinaus, fügt Goldschmid hinzu.

Eier in den Käfigen

«Tiere, die sich nicht für die Zucht eignen, werden zu Fleisch verarbeitet», sagt Goldschmid. Bei Tauben biete es sich an, das Brüstchen zu essen, sagt Martin Kundert, Präsident des Zürcher Taubenzüchtervereins. So sei zum Beispiel ein Kaninchen einer dunkelhaarigen Rasse, das einen weissen Büschel hat, nicht brauchbar für die Zucht.

Während in der katholischen Kirche die Tauben gurren, krähen die Güggel und Truten in der Turnhalle um die Wette. Schlendert man an den Käfigen der Geflügel vorbei, entdeckt man ein manches Huhn, das gerade ein Ei geglegt hat.

Saal der Katholischen Kirche Hombrechtikon und Turnhalle im Schulhaus Gmeindmatt am Samstag von 10 bis 21 Uhr, am Sonntag von 9 bis 16 Uhr, wobei der Kirchsaal erst um 10.30 Uhr öffnet.

Erstellt: 11.01.2019, 17:13 Uhr

Krankheiten

Respekt vor Seuchen

Im Frühling 2016 veranlasste das Veterinäramt ein Austellungsstopp von Kleintieren. Dies aufgrund der sogenannten Chinaseuche, einer hochansteckenden Kaninchenkrankheit. Tiere, die sich mit dieser viralen hämorrhagischen Kaninchenkrankheit (VHK 1 und 2) infizieren, können innert Stunden sterben.

«Chüngel haben seit drei Jahren Problem mit VHK 2», sagt Ruedi Goldschmid, Ausstellungspräsident in Hombrechtikon. Seither müssten Tiere geimpft sein, um an der Ausstellung teilzunehmen. «Von einer Impfpflicht ausgeschlossen sind hingegen Tauben, doch manche Züchter impfen freiwillig», sagt Martin Kundert, Präsident des Zürcher Taubenvereins. Gegen die verheerende Jungtaubenkrankheit könne man die Tiere aber nicht impfen.

Von der Vogelgrippe seien Tauben nicht betroffen gewesen, dafür bestand beim Geflügel eine Infektionsgefahr. Aus diesem Grund wurden letztes Jahr mehrere Geflügelausstellungen abgesagt. «Züchter sollten vorsichtig sein – wenn sich an einer Ausstellung ein Virus übertragen würde, wäre das sehr schlimm für die Züchter», sagt Kundert. (cim)

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