Wahlen

Wenige Stimmen fehlten Anika Brunner zum Rekord

Die Grüne Anika Brunner zitterte am Sonntag um einen Sitz im Nationalrat. Trotz verpasster Wahl zeigt sich die junge Politikerin aus Hombrechtikon sehr zufrieden.

Anika Brunner (Mitte) verfolgt die Resultate am Wahlfest der Grünen.

Anika Brunner (Mitte) verfolgt die Resultate am Wahlfest der Grünen. Bild: Keystone

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Beinahe wäre Anika Brunner die jüngste Nationalrätin der Schweizer Geschichte geworden. Die am 9. März 20-jährig gewordene Grüne aus Hombrechtikon verlor die Wahl trotz dreier Sitzgewinne ihrer Partei nur, weil sie vom fünften Listenplatz von Meret Schneider aus dem Bezirk Uster verdrängt wurde. Die Pflegefachfrau in Ausbildung verpasste die direkte Wahl nach Bern um wenige hundert Stimmen.

Aber eine Möglichkeit besteht noch: Am 17. November tritt Marionna Schlatter, die Spitzenkandidatin der Grünen Zürich zum zweiten Wahlgang für den Ständerat an. Gewinnt sie die Stichwahl, rutscht Anika Brunner automatisch in den Nationalrat nach und würde ihren Namensvetter Toni Brunner (SVP SG) ablösen, der 1995 als 21-einhalb-Jähriger als bislang Jüngster in die grosse Kammer gewählt wurde. Anika Brunner ist bereits seit den Kantonsratswahlen vom März dieses Jahres erster Ersatz auf der Liste der Grünen Bezirk Meilen.

Anika Brunner, mit jeder ausgezählten Gemeinde stiegen oder fielen ihre Chancen auf die Wahl: Wie haben Sie den Auszählungskrimi erlebt?
Brunner: Es war extrem spannend und ich war ständig hin- und hergerissen. Aber ich werde heute Abend gut schlafen.

Sind Sie nicht enttäuscht?
Nein, ich freue mich unheimlich über das grossartige Resultat unserer Partei und die drei Sitzgewinne. Das ist Wahnsinn. Darum ist zweitrangig, wer die Sitze dann in Bern besetzt. Ich bin absolut glücklich.

Nehmen Sie es Ihrer Parteikollegin Meret Schneider übel, dass sie Sie überholt hat?
Überhaupt nicht, sie ist auch als Kantonsrätin und Gemeinderätin in Uster bekannter als ich. Ich hingegen habe noch gar kein politisches Mandat.

Wie haben Sie den Tag verbracht?
Am Morgen bin ich joggen gegangen um die innere Spannung loszuwerden. Dann kamen schon erste Interviews und seit drei Uhr Nachmittag bin ich an der Wahlfeier der Grünen im Cabaret Voltaire in Zürich.
Hoffen Sie jetzt auf den 17. November, weil dann Ihre Parteikollegin Marionna Schlatter mit einem Sieg bei der Stichwahl für den Ständerat Sie doch nach Bern schicken würde?
Für mich heisst es jetzt nochmals vier Wochen an die Säcke zu gehen, damit Marionna gewählt wird. Aber ich setze mich in diesem Wahlkampf nicht für mich ein, sondern für Marionna. Eine grüne Ständerätin aus dem Kanton Zürich wäre das Grösste.

Wird dieser Wahlerfolg Ihr Leben verändern?
Vorläufig nicht, ich bin ja nicht gewählt worden. Ausserdem muss ich mich ausruhen. Morgen habe ich Frühdienst im Spital Männedorf, der Alltag geht wieder los.

Erstellt: 20.10.2019, 20:54 Uhr

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