Herrliberg

Weiterer Mosaikstein für das neue Dorfzentrum

Die Steuern wollte die Herrliberger Gemeindeversammlung nicht erhöhen. Fast wäre auch ein Kredit von 100 000 Franken für die Zen­trumsplanung gescheitert. Dabei soll diese langfristig sogar einen Ertrag bringen.

Oben ein hohes Dach, unten eine Rolltreppe zum Ladengeschoss: So könnte das Zugangshaus des geplanten Grossverteilers in Herrliberg aussehen.

Oben ein hohes Dach, unten eine Rolltreppe zum Ladengeschoss: So könnte das Zugangshaus des geplanten Grossverteilers in Herrliberg aussehen. Bild: Visualisierung zvg

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Lediglich 18 Stimmen machten am Schluss den Unterschied. Die Gemeindeversammlung sprach sich am Mittwoch dafür aus, dass Herrliberg die Planung eines ­neuen Dorfzentrums mit weiteren 100 000 Franken vorantreibt. Sie werden für verkehrstechnische Abklärungen benötigt, die zwingend sind für das Herzstück der Zen­trumsplanung: die Ansiedelung eines Grossverteilers. Im Vordergrund stehen Migros und Coop, aber auch Lidl und Aldi sind am Standort interessiert.

Der knappe Entscheid hat damit zu tun, dass der Gemeinderat für sein erstes Legislaturziel bereits 200 000 Franken in eigener Kompetenz ausgegeben hat. Die Rechnungsprüfungskommission vertrat die Meinung, dass dies genug sei – und empfahl ein Nein zum Kreditantrag. Diesem Votum schloss sich die SVP an. Deren Vertreter Domenik Ledergerber bezweifelte, dass ein Grossverteiler überhaupt erwünscht sei. Ein Beispiel aus der Region zeige, dass über einem solchen Geschäft liegende Wohnungen nicht vermietet werden könnten. Gemeint ist Männedorf, wo ein Teil der Überbauung Seestern, in der sich eine Aldi-Filiale befindet, leer steht.

Brache neu nutzen

In Herrliberg ist die Si­tua­tion anders gelagert. Der rund 1000 Quadratmeter grosse Laden soll unter den Boden zu liegen kommen, genauer unter die Alterssiedlung an der Forchstrasse. Gemeindepräsident Walter Wittmer (Gemeindeverein) weibelte für den Kredit mit dem Argument, dass ein Grossverteiler als Kundenmagnet wirke, was auch dem lokalen Gewerbe helfe. Überdies biete sich die Möglichkeit, brach liegendes Land im Zen­trum zu nutzen.

Gemeint ist die Wiese hinter der Alterssiedlung. Dort sollen Wohnbauten entstehen. Für diese wie auch für den Supermarkt gilt aber, dass die Gemeinde nicht selber Geld in die Hand nehmen will, sondern einen externen Investor sucht. Dieser würde das benötigte Areal von der Gemeinde kaufen oder im Baurecht übernehmen. «Die 100 000 Franken sind eine Vorleistung, damit das Grundstück längerfristig Geld ­abwirft», betont Wittmer.

Kanton mit im Boot

Abgesehen von RPK und SVP überwogen an der Gemeindeversammlung die positiven Voten. Ein Bürger wies dar­auf hin, dass die Idee einer neu gestalteten Forchstrasse schon mehrmals im Sand verlaufen sei. Nun gelte es die Chance zu nutzen, dass der Kanton als Strasseneigentümer ebenfalls Interesse daran habe. Andere Votanten hielten fest, dass es eine solide Planungsgrundlage brauche, um einen Grossverteiler beziehungsweise Investoren zu gewinnen. Diese Meinung teilte offensichtlich die Mehrheit der 333 Anwesenden.

Die vorliegende Projektstudie der Architektin Tilla Theus werde potenziellen Investoren angeboten, sagt Wittmer. Diese sieht für den unterirdischen Laden ein Zugangshaus vor, in dem ein Café oder eine Markthalle die ­gewünschte Durchmischung von Läden und Begegnungsorten schaffen. Bis zur allfälligen Realisierung wird sich der Souverän noch verschiedentlich zum Projekt äussern können. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 11.12.2015, 21:16 Uhr

Altersheim ausgelagert

Nach Erlenbach wird auch Herrliberg den Betrieb des gemeindeeigenen Alters- und Pflegeheims in die Hände der Firma Senevita legen. Das hat die Gemeindeversammlung entschieden. In der Diskussion fielen vor allem kritische Voten. So befürchtete der Präsident des Gewerbevereins, Ernst Freitag, dass das lokale Gewerbe abgedrängt werde. Der Gemeinderat versicherte, dass die Senevita Wert auf lokale Produkte und Dienstleistungen lege.

Die Parzelle neben dem Heim wird im Baurecht an die Mobiliar abgegeben, die dort für 28 Millionen Franken rund 40 Alterswohnungen baut. Der angenommene Landwert von 800 Franken pro Quadratmeter sei viel zu tief, monierte eine Stimmbürgerin. Laut dem Gemeinderat ist dieser aber nicht mit dem Bodenpreis in den umliegenden Wohnzonen vergleichbar. Zudem sei ins Gewicht gefallen, dass Bauen an Hanglage teuer ist. amo

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Newsletter

Das Beste der Woche.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!