Gemeindewahlen

Weil das Interesse fehlt, sind Junge in der Politik untervertreten

Das politische Interesse der Jungen ist an einem Tiefpunkt angelangt. Was Studien auf nationaler Ebene zeigen, trifft auch in den Gemeinden am rechten Zürichseeufer zu.

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Knapp die Hälfte aller Jugendlichen informiert sich weniger als einmal pro Woche über Politik. Dies zeigt eine aktuelle Studie des Forschungsinstitutes gfs.bern. Mehr als 1200 Jugendliche mit einem Durchschnittsalter von18 Jahren wurden im Rahmen der Studie befragt. Nur rund die Hälfte der Teilnehmer gaben an, sich für die Schweizer Politik zu interessieren – fast 10 Prozent weniger als noch im Jahr 2014.

Neben der komplizierten Sprache in der Politik oder der hohen Dichte an Abstimmungen und Wahlen, von denen sich viele Junge überfordert fühlen, nennen die Studienteilnehmer das fehlende Vertrauen in die Politik und die klassischen Medien als Gründe, weshalb sie sich wenig für das politische Geschehen interessieren. Der Begriff «Fake News» hat sich offenbar in den Köpfen der Jungen festgesetzt.

Die langweilige Lokalpolitik

Ob an der Urne oder in den politischen Ämtern: Auf kommunaler Ebene sind junge stark untervertreten. Durchschnittlich sind die Gemeinderatskandidaten im Bezirk Meilen 60 Jahre alt, in acht von elf Gemeinden gibt es keinen Kandidaten, der unter 40-jährig ist. Die Wurzel des Desinteresses scheint hier an den Themen der Gemeindepolitik zu liegen, die auf Jugendliche uninteressant oder – verglichen mit nationaler Politik – irrelevant wirken.

Dies zeigt eine Umfrage, die die ZSZ an der Kantonsschule Küsnacht und der Berufsschule Stäfa gemacht hat. Während viele Junge sich gar nicht erst mit den Wahlen befassen, sehen andere den Urnengang als ihre Pflicht – obwohl kein wirkliches Intersse besteht. Einige sehen ihr Wahlrecht aber auch als Chance im Politischen Geschehen mitzubestimmen und wollen diese nutzen.

Umfrage: Interessierst du dich für die Gemeindewahlen?

Erstellt: 12.04.2018, 17:26 Uhr

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