Meilen

Weg über den Reben wird sicherer

Der beliebte Chorherrenweg in Meilen wird zurzeit in zwei Etappen saniert und ist deshalb gesperrt. Im Fokus stehen dabei die Sicherheit der Spaziergänger – sowie die Flora und Fauna.

Der Chorherrenweg in Meilen wird seit November saniert. Die wetterfesten Trockensteine sollen die Sicherheit für Fussgänger gewährleisten.

Der Chorherrenweg in Meilen wird seit November saniert. Die wetterfesten Trockensteine sollen die Sicherheit für Fussgänger gewährleisten. Bild: Michael Trost

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Der Chorherrenweg in Meilen ist nicht nur ein beliebter Spazierweg, sondern auch die Heimat zahlreicher Tiere und Pflanzen. Der Weg mit Ausblick auf den Zürichsee und die Rebberge wird zurzeit aufwendig saniert und ist deshalb für Fussgänger gesperrt. Ende November begannen die Bauarbeiten. «Ziel der Sanierung ist, die Sicherheit der Bürger langfristig zu gewährleisten», sagt Beat Hodel, Mitglied des Gemeinderats und Präsident der Landschaftskommission. Man habe 2011 erstmals Handlungsbedarf gesehen, als Brocken der Felswand herunterfielen. Die 400 Meter lange Felswand muss nun gesichert werden. Ausserdem werden die instabilen und naturfremden Mauern aus Rasen­­­git­ter­­­steinen und Eisenbahnschwellen durch Trockensteinmauern ersetzt.

«Der Chorherrenweg ist sehr wichtig», sagt Gemeinderat Hodel. Vor 100 Jahren war der Meilemer Rebberg einer der grössten schweizweit und deshalb von grosser Bedeutung. Der in den 70er-Jahren errichtete Weg verbindet ausserdem Meilen und Feldmeilen.

Instabile Steine entdeckt

Der Chorherrenweg liegt teils auf kantonalem Land. Deshalb habe die Gemeinde Meilen rund 60 und der Kanton 40 Prozent der Finanzierung übernommen, sagt Rafael Perez, Gruppenleiter Tiefbau, Umwelt und Landschaft. Auch der Fonds Landschaft Schweiz (FLS) habe 75 000 Franken gespendet. «Insgesamt wurde gut eine Million in die Sanierung investiert», sagt Perez.

Die Projektleiter wollen typische Landschaftselemente wie Hecken, Trockensteinmauern und Felswände erhalten und aufwerten. Die Sanierung erfolgt in zwei Etappen. In der ersten Etappe, die bis Anfang April dauert, konzentriert man sich auf den vorderen Bereich des Weges. Bis jetzt sind die Rasengittersteinschwellen schon durch zwei Trockensteinmauern ersetzt und die überwucherten Felswände vom Efeu befreit worden. Erst dann sei klar geworden, wie instabil die Felswände seien, sagt Beat Hodel. «Das Efeu an der Felswand verbarg lange Zeit die losen Steine dahinter», erklärt der Landschaftsarchitekt Yanik Henzi. Starke Wurzeln hätten den Fels gespalten. Bald werde der Efeu wieder in gemässigter und ungefährlicher Form spriessen, versichert Henzi.

Eidechsen nicht gefährden

Wenn es wärmer wird, können instabile Teile der Felswand abgetragen werden. Vorher haben die Eidechsen, die in den Spalten der Felswand leben, keine Chance zu flüchten. Dass die Flora und Fauna nicht unter der Sanierung leidet, stellt der Biologe Roeland Kerst sicher. Die stabilen Trockensteinmauern mit Material aus der Region Obersee seien nicht nur witterungsfest, sondern bieten den Eidechsen und Blindschleichen grosse Fugen und Öffnungen, wo sie sich verstecken können.

Ab Anfang April ist der Weg für eine kurze Zeit geöffnet. «So müssen die Spaziergänger im Sommer nicht auf den Weg verzichten», sagt Hodel. In der zweiten Etappe, die von Mitte Oktober bis Ende März 2017 dauern soll, wird am hinteren Teil des Chorherrenwegs gearbeitet. Dabei soll eine weitere 40 Meter lange Trockensteinmauer errichtet werden. Auch die sieben Meter lange und marode Eisenbahnschwellenmauer soll durch Natursteine ersetzt werden.

Um die Sanierung zu bewältigen, bilden die Firma Ammann Gartenbau AG Meilen und der Trockenmauerspezialist SKW AG aus Bubikon eine Arbeitsgemeinschaft. Die Arbeiter meisseln und errichten etwa 80 Prozent der Trockensteinmauern durch Handarbeit. Solange der Chorherrenweg gesperrt ist, können Spaziergänger die Ausweichrouten Schiltrain, Rainstrasse und Harbisweg nutzen. Im Frühling 2017 wird der gekieste Weg in neuem und natürlicherem Kleid wiedereröffnet. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 24.02.2016, 08:35 Uhr

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