Zürichsee

Wasserhose fegt über den Zürichsee

Am Samstagmorgen hat sich auf dem Zürichsee zwischen Männedorf und Richterswil eine eindrückliche Wasserhose gebildet.

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Eine grosse Wasserhose hat heute Morgen viele Bewohner der Zürichseeregion in Atem gehalten. Das Naturschauspiel ereignete sich um etwa 9.30 Uhr auf dem See zwischen Richterswil und Männedorf. Gemäss Augenzeugen bewegte sich die Wasserhose Richtung Osten und löste sich um 9.45 Uhr wieder auf.

Wasserhosen dieser Grösse entstehen auf dem Zürichsee nur alle paar Jahre. Damit eine Wasserhose entstehen kann, braucht es in erster Linie einen grossen Temperaturunterschied zwischen dem Seewasser und der Luft. Dann können sich aus Schauer- und Gewitterzellen, die über die Wasserfläche ziehen, solche «Rüssel» entwickeln. Die Bedingungen waren am Samstagmorgen ideal. Der See weist eine Temperatur von ca. 22 Grad auf. Die Luft hatte sich nach einem Kaltlufteinbruch in den frühen Morgenstunden auf Temperaturen von 13 bis 14 Grad abgekühlt.

Wasserhosen sind zwar eindrücklich, in der Regel aber harmlos. Sie erreichen keine sonderlich hohen Windgeschwindigkeiten und lösen sich auf, sobald sie auf Festland treffen.

Letztmals vor 3 Jahren

Letztmals konnte eine derart gut ausgeprägt Wasserhose am 21. Juli 2012 auf dem Zürichsee (vor Thalwil) beobachtet werden. Auch damals entstand das Phänomen nach einem kräftigen Kaltlufteinbruch und entsprechend grosser Differenz zwischen See- und Lufttemperatur. Am häufigsten treten Wasserhosen in den Herbst- und Frühlingsmonaten auf, da die Bedingungen dann in der Regel am besten sind.

Bei Wasserhosen sorgt die Begrifflichkeit immer wieder für Diskussionen. Mal wird das Phänomen als Wasserhose, Windhose oder dann als Tornado bezeichnet. Prinzipiell sind alle Begriffe korrekt. Das heisst: Eine Wasserhose und ein Tornado sind letztlich dasselbe. Es handelt sich um Verwirbelungen, die an der Unterseite von Schauer- oder Gewitterzellen entstehen. Allerdings erreichen die Wasserhosen meist nicht das zerstörerische Ausmass von Tornados und sind viel kurzlebiger. Sie bilden sich ausserdem - im Gegensatz zu starken Tornados - nicht an der Unterseite von heftigen Gewitterzellen («Superzellen»), sondern beziehen ihre Energie wie bereits erwähnt primär aus der Temperaturdifferenz zwischen Wasser und Luft.

Erstellt: 05.09.2015, 11:22 Uhr

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