Reformation

Wandern und dabei über Zwingli sinnieren

Die Reformierten Kirchgemeinden des Bezirks Meilen haben den Panoramaweg im Rahmen des Zwinglijubiläums mit besonderen Sitzbänken bestückt.

Die Pfarrpersonen aus dem Bezirk Meilen, darunter auch Marjoline Roth aus Männedorf (Bild), haben gemeinsam diverse Reformationsbänkli am Panoramoweg aufgestellt.

Die Pfarrpersonen aus dem Bezirk Meilen, darunter auch Marjoline Roth aus Männedorf (Bild), haben gemeinsam diverse Reformationsbänkli am Panoramoweg aufgestellt. Bild: Manuela Matt

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Wo früher Rot war, ist jetzt Blau. Dies gilt zumindest am Panoramaweg hoch über Männedorf: wo der Blick zur Gärtnerei der Eingliederungsstätte Appisberg geht, zu Wiesen, Weiden und dem See in der Ferne. Da, wo zwei Sitzbänke dazu einladen, sich auszuruhen und sich ebendiese Aussicht zu Gemüte zu führen.

Die eine dieser Bänke ist es denn auch, die sich im neuen Farbkleid präsentiert. Genau genommen ist die Bank an sich neu. War die alte, wie all die roten Exemplare rundum, vom Männedörfler Verkehrsverein, so ist die neue blaue nun von der Reformierten Kirche des Orts. Letztere leistet damit einen weiteren Beitrag zum heurigen 500-jährigen Jubiläum der Zürcher Reformation durch Huldrych Zwingli.

Panoramaweg verbindet

Das Besondere an der Bank ist eben nicht nur ihre blaue Farbe. Sondern vielmehr, dass sie mit einer Plakette versehen ist. Auf dieser prangt einer der «träfen» Sprüche des Zürcher Reformators. «Wir wollten zum Reformationsjubiläum etwas Bleibendes machen», sagt Marjoline Roth. Die reformierte Pfarrerin von Männedorf meint mit «wir» sich und ihre Berufskollegen, die Pfarrpersonen David Jäger aus Hombrechtikon, Judith Bennett aus Küsnacht, Michael Stollwerk aus Stäfa. Die Gruppe hatte sich vor zwei Jahren spontan am Rande einer Retraite gebildet. Bei derselben besprachen alle reformierten Pfarrleute des Bezirks die Festivitäten zum Zwinglijahr. Dabei sei viel von speziellen Gottesdiensten, von Diskussionen, Theater, Musicals, Lesungen und so weiter die Rede gewesen: von Veranstaltungen also mit vorüber gehendem Charakter.

Die Idee, mit Sitzbänken dauerhaft an Zwingli zu erinnern, sei im lockeren Austausch der Vierergruppe dann recht schnell entstanden. Dabei hat der Panoramaweg eine entscheidende Rolle gespielt. «Wandern hat hierzulande ja eine grosse Bedeutung», erklärt Roth. Zudem verbinde der Weg die Gemeinden des Bezirks. So hat denn nun – fast – jede der reformierten Kirchgemeinden eine solch blaue Bank aufstellen lassen. «Uetikon musste aus Ressourcengründen seine Beteiligung aufschieben», sagt Roth. Immerhin würden die Bänke mit je 1200 Franken zu Buche schlagen und auf Kosten der jeweiligen Kirchgemeinde gehen.

Nicht ohne Grund blau

Gleichwohl steht eine blaue Bank beim Uetiker Pflegeheim Bergheim. Sie ist von der Oetwiler Klinik Schlössli gestiftet, die wie das Bergheim zur Clienia-Gruppe gehört. «So ist auch Oetwil dabei, das ja vom Panoramaweg nicht durchquert wird», erklärt Roth. Letzteres trifft auch für Zumikon zu. Die dortige Kirchgemeinde ist mit ihrer Bank ins benachbarte Küsnachter Tobel ausgewichen. Installiert worden sind die Sitzgelegenheiten von Freiwilligen des Vereins Zürcher Wanderwege. «Das war eine von Beginn weg gute Zusammenarbeit», stellt Roth fest. Wie dies auch mit den Landbesitzern, -pächtern, Holzkooperationen und Verkehrsvereinen der Fall gewesen sei. «Wir sind mit unserem Anliegen auf viel Interesse und Einvernehmen gestossen.»

Blau sind die Bänke übrigens, weil dies die Farbe zum einen von Zürich und zum andern der Reformierten Landeskirche des Kantons ist. «Bei der Auswahl des Zwinglizitats für die Plakette indes, war jede Kirchgemeinde frei», sagt Marjoline Roth. Nächstes Jahr werde eine Broschüre erscheinen, in der die Aussagen des Reformators erklärt seien. Unabhängig von derselben erhofft sich die Männedörfler Pfarrerin, dass die Sprüche für rege Diskussion unter den Gemeindemitgliedern sorgen. «Das entspricht ja auch dem Geist von Zwingli, dem es wichtig war, die Leute zum selbständigen Denken anzuregen.»

Erstellt: 17.10.2019, 16:18 Uhr

Einweihungsfeier

Am Sonntagnachmittag, 20. Oktober, 16 Uhr, findet in der reformierten Kirche Männedorf ein regionaler Gottesdienst zur Einweihung der Reformationsbänke statt. Dabei sind alle zehn an der Aktion beteiligten Kirchgemeinden eingebunden; sechs Pfarrpersonen gestalten gemeinsam die Liturgie. DasBläserquintett Querbläch sorgt für die musikalische Umrahmung. Ein Apéro gehört ebenfalls dazu. (and)

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