Bezirksgericht Meilen

Waffenhändler wird für illegale Deals bestraft

Ein Waffenhändler aus dem Bezirk Meilen hat eine hohe Geldstrafe kassiert, weil er illegale Waffen in die Schweiz eingeführt und verkauft hat – unter anderem auch an eine polizeilich bekannte Person.

Der Händler führte mehrere Laserzielgeräte in die Schweiz ein.

Der Händler führte mehrere Laserzielgeräte in die Schweiz ein. Bild: zvg

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Gleich mehrfach hat der 57-jährige Schweizer, der am Montag vor dem Bezirksgericht Meilen stand, gegen das Waffengesetz verstossen. Er hatte elf Laserzielgeräte für Schusswaffen eingeführt, die in der Schweiz verboten sind. Hinzu kommen Bestandteile für Sturmgewehre und andere Seriefeuerwaffen, Dutzende Klappmesser mit automatischem Öffnungsmechanismus, Dolche mit symmetrischer Klinge, Schlagringe und andere Waffen, die in der Schweiz nicht oder nur mit spezieller Bewilligung erlaubt sind.

Schwerwiegend ist zudem der Vorwurf der Staatsanwaltschaft See/Oberland, dass der Beschuldigte die elf Laserzielgeräte und anderes Waffenzubehör illegal weiterverkaufte. Unter den Käufern befand sich auch eine polizeilich bekannte Person. Über die Hintergründe wurde an der Verhandlung nichts bekannt, da es sich um ein abgekürztes Verfahren handelte und der Fall deshalb ohne tief gehende Befragung erledigt wurde. Ein solches Vorgehen hat zum Ziel, unbestrittene Verfahren rascher durchzuführen. Es bedingt, dass der Beschuldigte geständig ist und die beantragte Strafe der Staatsanwaltschaft anerkennt.

Widerwilliges Geständnis

Das Geständnis kam dem Angeklagten jedoch eher widerwillig über die Lippen. «Ich muss es ja gestehen», sagte er mehrmals. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass er die Vorwürfe nur zu 60 Prozent als zutreffend erachte. Weil er aber zurzeit jede Menge andere Probleme habe, wolle er alles möglichst rasch hinter sich bringen, sagte der Mann, der arbeitslos ist und dessen Ehe in Bruch gegangen ist. «Ich bin in der Zwickmühle», sagte er resigniert. «Ich stimme der Strafe nur deshalb zu, damit alles vom Tisch ist.»

Offenbar war er der Ansicht, dass ihm die Justiz einige Delikte unterjubeln wollte, für die er aus seiner Sicht nicht büssen müsste. Gegenüber der ZSZ wollte er jedoch am Rande des Prozesses nicht ausführen, weshalb er die Vorwürfe zumindest teilweise für ungerechtfertigt hält. Auch sonst wollte er sich nicht zum Fall oder zu seiner Geschäftstätigkeit ­äussern.

Gemäss Recherchen dieser Zeitung handelt der Mann seit mindestens 20 Jahren mit Waffen. In einer Gemeinde am rechten Zürichseeufer führte er einst eine Firma, die auf Waffen für Militär und Polizei spezialisiert war. Offiziell existiert die Firma nicht mehr. Sie wurde 2006 im ­Handelsregister gelöscht. Die umstrittenen Waffenkäufe und -verkäufe fanden aber alle nach diesem Zeitpunkt statt, nämlich zwischen 2008 und 2017. Auch liefen die Geschäfte mehrheitlich über die gleiche Adresse wie der ehemalige Firmensitz.

Viel zu schnell Auto gefahren

Die Staatsanwaltschaft beantragte, den Beschuldigten für die Einfuhr, den Erwerb und den Verkauf verbotener Waffen sowie nicht ­erlaubten Waffenzubehörs zu ­verurteilen. Zu diesen Vergehen gesellte sich eine Strafe wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln: Der Waffenhändler war vergangenes Jahr 45 km/h schneller als erlaubt durch ein Dorf im Zürcher Weinland gerast. Wegen ähnlicher Verkehrsdelikte ist er bereits zweifach vorbestraft.

Das Gericht auferlegte schliesslich dem Beschuldigten, wie von der Staatsanwaltschaft vorgesehen, eine Geldstrafe von 340 Tagessätzen zu 100 Franken, also 34 000 Franken. Eine bedingte Geldstrafe von 2200 Franken, die er vor drei Jahren im Kanton Glarus für seinen Geschwindigkeitsexzess erhielt, muss er nun bezahlen, ebenso die Gerichtskosten von mehreren Tausend Franken. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 27.08.2018, 18:39 Uhr

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