Meilen

Von tibetischen Momos, Drehorgelklängen und übergrossen Weihnachtskugeln

Der Weihnachtsmarkt am 1. Advent hat Tradition. Obwohl er nicht mehr ganz so viele Stände aufwies wie üblich, war der Besucherandrang gross.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Keine halbe Stunde ist seit dem Startschuss um 13 Uhr vergangen, und schon ist der Meilemer Weihnachtsmarkt in vollem Gang. Gerade so, als hätte er schon den ganzen Vormittag gedauert.

Vor den Ständen flanieren die Menschen auf dem Dorfplatz zwischen Geschenkartikeln, Adventsgestecken und den zahlreichen Essbuden. Man hat gut daran getan, mit leerem Magen herzukommen, denn das kulinarische Angebot ist unübertrefflich: von tibetischen Momos und russischen Piroschkis über Capuns und Raclette bis zu allerlei asiatischen Spezialitäten und natürlich den duftenden Marroni ist alles vertreten, was das Herz begehrt.

Zarte Stimmen

Als regelrechtes Besucher-Magnet erweist sich die riesige Tanne mitten auf dem Dorfplatz, die gestern geschmückt wurde und bis zum Abend zum Christbaum mutiert. Vertreter des örtlichen Handwerks- und Gewerbevereins, die mit dem Märtverein Meilen den Weihnachtsmarkt organisieren, stellen an ihrem Stand übergrosse Weihnachtskugeln, rote, silbrige und goldene, zur Verfügung. Es sind vor allem Kinder, die sie mit Filzstiften eifrig beschriften. Danach heisst es anstehen, um auf einer der beiden von Erwachsenen bedienten Hebebühnen in die Höhe gehievt zu werden, um die eigene Kugel nach Wunsch aufzuhängen. Ein Brauch, der offensichtlich Freude macht, auch bei den am Boden gebliebenen Eltern.

Um 14 Uhr folgt eine weitere Attraktion. Rund 360 Primarschüler vom Schulhaus Allmend haben sich am Fuss der grossen Treppe zum Singen versammelt. Ihre Stimmchen sind so zart, dass man sie fast nicht hört, wenn man nicht gerade unmittelbar vor ihnen steht. Das ist kaum möglich, denn mindestens doppelt so viele Zuschauer wie Sänger haben sich rundherum aufgestellt, so dass ein Durchkommen fast nicht mehr möglich ist.

Plaudereien bei Glühwein

Dafür lässt auch Bruno Müller aus Horgen mit seiner Drehorgel Weihnachtsmelodien erklingen, dort, wo die Kinderstimmen nicht hinreichen.

Die Marktstände reihen sich aber nicht nur auf dem Dorfplatz, sondern auch entlang der Schulhausstrasse und bis zur Kirchgasse aneinander. Von gedrechselten Holzarbeiten über handgestrickten Schals aus flauschiger Alpakawolle bis zu Wildlachs aus Alaska wird alles feilgeboten, das sich als Geschenk eignet. Derweil stehen Besucher plaudernd an den vielen Getränkebuden und geniessen Glühwein und Glühbier. Die Stimmung ist fröhlich, vor und hinter den Ständen, trotz dem tristen Wetter, das an diesem 1. Advent niemand zu stören scheint.

Erstellt: 01.12.2019, 18:06 Uhr

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben