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Von der Sperrzone zum öffentlichen Raum am See

Der Verein Uetikon an den See macht seinem Namen alle Ehre – und präsentiert bereits Ideen für die Neugestaltung des alten Fabrikareals. Zurückhaltend äussert sich der Uetiker Gemeindepräsident. Für den geplanten Bau einer Kantonsschule seien solche Visionen nicht massgebend.

Eine öffentliche Freihaltezone auf der ganzen Länge des heutigen Chemie-Areals schwebt dem Verein Uetikon an den See vor.
Eine öffentliche Freihaltezone auf der ganzen Länge des heutigen Chemie-Areals schwebt dem Verein Uetikon an den See vor.
Archiv Michael Trost

Der Verein Uetikon an den See ist acht Jahre alt, und sein wichtigstes Ziel ist unverändert: einen Zugang zum See zu schaffen auf dem Areal, das zwei Jahrhunderte lang ein Fabrikstandort und damit Sperrzone für die Öffentlichkeit war. Seit bekannt ist, dass der Kanton dort bis 2028 eine Mittelschule bauen will, sieht sich der Verein diesem Ziel einen guten Schritt näher. Doch er will noch mehr: einen Deckel über der Seestrasse, um direkt vom Dorf an den See zu gelangen. Einen Park mit Uferweg. Eine neue Badi, ein Seerestaurant, eine energieeffi­ziente Wohnsiedlung.

Dies sind einige der Anregungen, die der Verein kürzlich in einem Strategiepapier veröffentlicht hat. Wie Co-Präsident Rolf Käppeli auf Anfrage erläutert, sind zwei Anliegen besonders zentral: die gute Anbindung des neuen Quartiers an das Dorf und die Begegnungszone am Ufer. Am aufsehenerregendsten unter den Ideen dürfte denn auch die Überdeckelung der Seestrasse auf Höhe der Kreuzsteinstrasse sein – nahe der Stelle, wo die Werkgleise die Seestrasse kreuzen.

Mitsprache gefordert

Nach Käppelis Ansicht wäre ein solcher Bau kostendeckend zu realisieren, indem das gewonnene Land verkauft würde. Dass er «wahrscheinlich nicht als Allererstes» realisierbar wäre, ist ihm bewusst. «Die Möglichkeit soll dennoch nicht verbaut werden.»

Das war überhaupt die Motivation für den Verein, seine hochtrabenden Ideen – auch eine neue S-Bahn-Station für die Mittelschüler gehört dazu – publik zu machen: einfach einmal ganz gross denken. Damit solche und andere Ideen aus der Uetiker Bevölkerung in die Gebietsplanung einfliessen könnten, sei nun ein transparenter politischer Prozess nötig, lautet eine weitere Forderung des Vereins.

«Das neue Quartier gut ans Dorf anzubinden, ist besonders wichtig.»

Rolf Käppeli, Co-Präsident Verein Uetikon an den See

Den Gemeindepräsidenten Urs Mettler (parteilos) macht das nicht nervös. Genau ein solcher Prozess sei geplant, sagt er. Das Positionspapier des Vereins enthält für ihn «interessante Ideen», jedoch seien diese nicht neu. ­Vieles davon habe die Gemeinde schon vor einem Jahr mit dem Kanton besprochen. «Vor allem aber ist die Flughöhe der Ideen extrem unterschiedlich», sagt Mettler. Darunter seien Punkte, die mit der anstehenden Gebietsplanung gar nichts zu tun hätten – etwa die Mitnutzung einer Schulmensa als Seerestaurant in mehr als zehn Jahren. Mettler ­betont: «Solche Fragen sind nicht Bestandteil des partizipativen Prozesses, den wir vorbereiten.»

Dass das angrenzende Areal der Recyclingfirma Schneider in die Planung einbezogen werden soll, wie es der Verein suggeriert, sei schlicht falsch. Dieses befinde sich in Privatbesitz. Allerdings räumt Mettler ein, dass es neben dem eigentlichen Planungsgebiet von rund 62 000 Quadratmetern auch einen viel weiter gefassten «Beobachtungsperimeter» gebe. Dort könnten Ideen wie eine Überdeckelung der Seestrasse durchaus einfliessen.

Oberstes Ziel ist das Gymi

Urs Mettler ist stark in die Organisation der «Chance Uetikon» eingebunden, wie Kanton und Gemeinde ihr Grossprojekt auf dem gemeinsamen Grundstück nennen. Er sitzt in den höchsten strategisch-politischen Gremien mit Personen wie dem Zürcher Baudirektor Markus Kägi (SVP) und Bildungsdirektorin Silvia Steiner (CVP). «Oberstes Ziel ist, in Uetikon den Bau einer Kantonsschule zu ermöglichen», hält Mettler fest. Parallel dazu entwickle die Gemeinde das Gebiet, das ihr gehöre – rund die Hälfte des Areals, wobei noch keine ­genaue Zuordnung erfolgt ist. «Alles andere sind zurzeit Nebenschauplätze.»

www.uetikon-an-den-see.chwww.chance-uetikon.ch

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