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Von «Chüngeln» und «Güggeln»

312 Kaninchen und 240 Hennen und Hühner zeigen sich derzeit an der Kleintierschau in Obermeilen von ihrer schönsten Seite.

Bestnoten erhielt dieses Kaninchen von der Rasse Weisse Riesen an der Kleintierausstellung in Obermeilen. Willi Graf, Präsident des Kleintierzüchtervereins Pfannenstiel, hat das Prachtexemplar für das Bild aus der Box gehoben.
Bestnoten erhielt dieses Kaninchen von der Rasse Weisse Riesen an der Kleintierausstellung in Obermeilen. Willi Graf, Präsident des Kleintierzüchtervereins Pfannenstiel, hat das Prachtexemplar für das Bild aus der Box gehoben.
David Baer

Hahnengeschrei empfängt einen bereits auf dem Gang zur Turnhalle Obermeilen. Dort präsentieren seit Donnerstag 150 Aussteller das, mit dem sie sich in ihrer Freizeit am liebsten abgeben, nämlich mit der Zucht von Federvieh und Kaninchen, im Dialekt «Chüngel» genannt. Die Güggel beschallen denn auch weiterhin den Rundgang um die vielen Boxen, hinter deren Gitter die Tiere besichtigt werden können. Die Ausstellung hat der Kleintierzüchterverein Pfannenstiel organisiert.

Bevor am Donnerstagabend die Kleintierschau offiziell dem Publikum freigegeben wurde, waren am selben Tag die zur Beurteilung gemeldeten 240 Hennen und Hühner sowie 312 Kaninchen hinter verschlossener Tür von Fachleuten bewertet worden. Wie Vereinspräsident Willi Graf aus Obermeilen ausführt, dient eine solche Klassierung den Züchtern als Wegweiser, ob ihre Tiere dem Zuchtideal entsprechen. «Wir erhalten eine Anregung, um etwa eine Zuchtlinie mit hochpunktierten Chüngeln weiterzuführen und andere Exemplare eher auszuscheiden.» Was im Klartext heisst, dass diese im Kochtopf landen, wie Graf mit einem Nicken bestätigt.

Hängeohren und Plüschfell

Dabei sind die Kaninchen, vor allem die Zwergrassen, so schnuckelig und allerliebst, wie sie einen aus ihren Boxen mit ihren kugelrunden Augen anschauen und dabei mit ihrem Mäulchen zwischen den Gitterstäben schnuppern. Die Widder genannte Rasse erkennt der Laie bald als diejenige mit den Hängeohren, sei es nun der Zwergwidder mit seinem schönen Muster auf dem Köpfchen oder der grössere Französischen Widder mit den entsprechend längeren Ohren. Der Weisse Riese zählt mit seinen acht Kilogramm zum grössten Exemplar, und Willi Graf hat seine Mühe, ihn für den Fotografen aus der Box zu heben.

Das graue Rexkaninchen hat ein Fell weich wie Plüsch, da die Haare aufstehen und nicht wie bei den andern liegen. Havanna heisst eine Kaninchenrasse, «weil ihre dunkelbraune Fellfarbe die Farbe einer kubanischen Zigarre hat“, wie der Vereinspräsident erklärt. Dafür ist der Alaska-Chüngel rabenschwarz und «glänzt wie eine Speckschwarte», so Grafs Vergleich. Gerade dieses Exemplar hat sowohl beim Rammler (Männchen) als auch bei der Zibbe (Weibchen) die höchste Punktzahl erhalten.

Schöne und gerupfte Hühner

Beim Federvieh ist wie bei den Kaninchen auch jeweils ein Stamm ausgestellt, also je ein Hahn und zwei Hennen derselben Rasse. Walter Weber übernimmt die Führung durch die riesige Vielfalt an Geflügel, das an Farben und Formen nicht zu überbieten ist. Voller Stolz nimmt er seinen 3,5 Kilogramm schweren Italiener-Güggel mit dem gesprenkelten Muster und den verschiedenen Federfarben auf dem Arm. Er muss ihn festhalten, sonst würde der Hahn fortfliegen. Webers Freude ist berechtigt, wurde doch dieser Stamm als Sieger klassiert. Wie manche Menschen, erklärt der Züchter aus Stäfa, sind diese Hühner lebhaft und voller Temperament. Dies im Gegensatz zum trägen und ruhigen Orpington, einer asiatischen Rasse, die mit 5,5 Kilogramm Gewicht und dem voluminösen Federkleid ein wuchtiger Brocken ist und auch nicht fliegen kann. Einige Exemplare bewegen sich darum frei im offenen Hühnerhof, der in der Mitte der Turnhalle als Auflockerung eingerichtet wurde.

Aber auch die Appenzeller Spitzhauben mit ihrem bunten Federkleid sind einmalig, weil sie anstatt des Kamms einen Federschopf auf dem Kopf tragen. Einzig die Nackthalshühner, eine seltene Rasse, sind keine Augenweide: Mit ihrem federfreien Hals sehen sie im Wortsinn wie gerupfte Hühner aus.

Die Ausstellung des Kleintierzüchtervereins Pfannenstiel ist bis Samstag, 30. Dezember, von 10 bis 15.30 Uhr geöffnet; Turnhalle/Schule Obermeilen, Bergstrasse 120. Festwirtschaft.

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