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Vom ältesten Feuerwehrgebäude und einer heiligen Wiese

Am politischen Themenabend in Küsnacht wurden mit dem Neubau des Feuwehrgebäudes und dem Energieprogramm zwei Geschäfte der nächsten Gemeindeversammlung diskutiert.

Das älteste Feuerwehrgebäude, das im Kanton Zürich noch in Betrieb ist, steht in Küsnacht.
Das älteste Feuerwehrgebäude, das im Kanton Zürich noch in Betrieb ist, steht in Küsnacht.
Moritz Hager

Wie das künftige Feuerwehrgebäude aussehen soll, davon konnten die Küsnachter am Montagabend einen Eindruck gewinnen. Am politischen Themenabend nahm Liegenschaftenvorsteher Ueli Schlumpf (SVP) Stellung zum Gebäude, dessen Baustart 2020 vorgesehen ist. Dass ein Neubau als Ersatz für das jetzige Feuerwehrdepot mehr als dringlich ist, machte Schlumpf gleich zu Beginn seiner Ausführungen klar, indem er auf Mängel beim Brandschutz und bei der Statik hinwies.

Mit Baujahr 1936 ist der Bau auch das älteste Feuerwehrgebäude im Kanton. Die Kosten für den Neubau sollen zwischen 7,2 und 9 Millionen Franken betragen. An der Gemeindeversammlung vom 3. Dezember geht es aber erst um den Projektierungskredit von 590 000 Franken.

Rekurse könnten teuer werden

«Es war das einzige Projekt, das einen Winkel im Bau vorsah», gab Schlumpf einen Einblick in die drei Eingaben, welche dem Gemeinderat zur Auswahl standen. Bei einem der Projekte, das nicht reüssierte, hätte es sogar Probleme gegeben, das Depot zu verlassen, wenn ein anderes Auto auf dem Vorplatz parkiert gewesen wäre. Der ausgewählte Bau des Generalplanerteams Moos Giuliani Herrmann Architekten aus Andelfingen beinhaltet hingegen einen geräumigen Vorplatz zum Rangieren.

Der Küsnachter Kantonsrat Hans-Peter Amrein (SVP) erkundigte sich in der Fragerunde nach den Subventionen der Gebäudeversicherung des Kantons Zürich (GVZ). Die GVZ übernimmt noch bis Ende März 2020 zehn Prozent der Kosten für neue Feuerwehrgebäude. Gemeindepräsident Markus Ernst (FDP) nahm deswegen die Frage nach der Dringlichkeit dankend auf und äusserte die Hoffnung, dass man es in Küsnacht vielleicht einmal schaffe, ein Projekt ohne Rekurse zu bewilligen.

Fragen tauchten von den gut 60 Anwesenden im Kirchgemeindehaus auch bezüglich der Nutzung des Neubaus auf. So wurde etwa die Idee geäussert, ob nicht das hiesige Orchester in einem Raum proben könne oder warum der Bau nicht für Wohnungen nicht aufgestockt werde. «Das geht nicht, weil wir dort in der Zone für öffentliche Bauten sind», sagte Schlumpf. Man dürfe nicht fremdvermieten. Die zwei 4,5-Zimmer-Wohnungen, die derzeit geplant sind, sollen hingegen zweckbezogen vergeben werden. So könnte etwa der Materialwart der Feuerwehr in einer von ihnen wohnen.

Energiepolitik weiterführen

Ein Vertreter des Verschönerungsvereins äusserte die Befürchtung, dass die Zwingliwiese direkt hinter dem Gebäude durch den Bau tangiert werden könnte. Der Verein kümmert sich um diese Wiese, auf der zahlreiche seltene Apfelbäume wachsen. «Die Grenzabstände sind eingehalten», antwortete Schlumpf und fügte mit einem wissenden Lächeln an, dass man wisse, dass die Zwingliwiese in Küsnacht heilig sei.

Thema war nicht nur das Feuerwehrgebäude, sondern auch das Programm Energie Küsnacht 2019-2021. Dafür beantragt der Gemeinderat ebenfalls der nächsten Gemeindeversammlung einen Kredit von 1,05 Millionen. Schlumpf, hierfür ebenfalls zuständig, nannte fünf Ziele des Programms, darunter die Reduktion von 1000 Tonnen CO2-Emmissionen pro Jahr oder auch die Reduktion von Ölheizungen. Erreichen will die Gemeinde dies etwa mit Beratungen. Völlig neu ist diese Form der Energiepolitik nicht: Sie baut vielmehr auf dem bisherigen Energiepolitischen Programm 2015-2018 auf.

Gemeindeversammlung, Montag, 3. Dezember, 19.30 Uhr, Heslihalle, Küsnacht.

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