Trockenheit

Viele Gemeinden erlassen ein sofortiges Feuerverbot

Die anhaltende Trockenheit könnte das 1. August-Programm der Gemeinden über den Haufen werfen. Mehrere haben bereits Feuerwerk und Höhenfeuer abgesagt und ein Feuerverbot verhängt.

Wegen der extremen Trockenheit ergreifen viele Gemeinden am Zürichsee jetzt Masssnahmen.

Wegen der extremen Trockenheit ergreifen viele Gemeinden am Zürichsee jetzt Masssnahmen. Bild: Keystone

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Eine 1. August-Feier ohne Höhenfeuer und Feuerwerk: In Hombrechtikon, Küsnacht, Meilen, Zumikon, Männedorf, Erlenbach, Herrliberg, Uetikon und Oetwil gilt ab sofort ein generelles Feuerverbot. Der Hombrechtiker Gemeinderat hatte dieses bereits am Donnerstagmorgen wegen der anhaltenden Trockenheit in Eigenregie verhängt. Am Nachmittag zogen dann die anderen Gemeinden nach. Ob die kantonale Baudirektion ein überregionales Verbot ausspricht, war bis Redaktionsschluss noch unklar. Die Entscheidung fällt voraussichtlich am Freitag.

Aufhebung bei starkem Regen

«Die Vorbereitungen für die Bundesfeier laufen bereits – wir konnten nicht länger auf den Entscheid des Kantons warten», sagt der Hombrechtiker Gemeindepräsident Rainer Odermatt (FDP) und verweist darauf, dass sich die Situation in den kommenden Tagen kaum entspannen dürfte. Die Prognosen sagen weiterhin heisses und trockenes Wetter voraus. Das Feuerverbot gilt, bis es vom Gemeinderat widerrufen wird. Voraussetzung für die Aufhebung seien ausgiebige Niederschläge und sinkende Temperaturen, schreiben die Gemeinden in ihrer Medienmitteilung.

Neben Feuerwerk und offenen Feuern im Freien – auch auf dem Balkon – müssen die Anwohner der genannten Gemeinden vorerst auf das Grillieren mit Holz und Kohle verzichten. In Hombrechtikon ist vom Verbot einzig das Abbrennen von Kleinfeuerwerk am 1. August auf dem Parkplatz beim Schiessstand Langacher ausgenommen. Sollte bis dahin kein kantonales Verbot gelten, können dort unter Aufsicht der Feuerwehr Hombrechtikon bengalische Feuer und Vulkane gezündet werden.

Andere warten auf Kanton

Noch am Donnerstagvormittag hiess es auf Anfrage der ZSZ von Seiten der Gemeinden Küsnacht, Stäfa, Erlenbach und Meilen, man stehe in engem Kontakt mit den kantonalen Behörden und warte deren Entscheid ab. Dass die Gemeinden beim Verbot nun doch schon vorgreifen, hängt mit den Vorbereitungen für die Bundesfeier ab.

Das gemeinsame Vorgehen koordiniert hat Küsnachter Gemeindepräsident Markus Ernst (FDP), der zugleich Präsident der Gemeindekonferenz des Bezirks Meilen ist. «Die Trockenheit macht nicht an den Gemeindegrenzen halt, deshalb ist ein gemeinsames Vorgehen sinnvoll», sagt er. Das sieht man in Zollikon und Stäfa anders: Statt Einzelaktionen sei es besser, wenn die kantonalen Behörden das Vorgehen koordinieren würden, sagte Gemeindepräsident Christian Haltner (FDP).

Linkes Ufer: Vorderhand nur Verbot in Thalwil

Als erste Gemeinde im Bezirk Horgen sagt Thalwil das traditionelle Höhenfeuer an der offiziellen Bundesfeier vom 31. Juli ab. Der Grund ist die anhaltende Trockenheit. Mit einem kompletten Feuerverbot will der Gemeinderat jedoch noch abwarten. «Wir erwarten eine baldige Entscheidung vom Kanton bezüglich eines allgemeinen Feuerverbots», sagt Simon Niederhauser, Leiter der Fachstelle Kultur, welche die Bundesfeier organisiert. Am Donnerstag haben sich Vertreter der Gemeinde auf der Sportanlage Brand, dem Ort der Bundesfeier, ein Bild von der Situation gemacht. Man kam zum Schluss, dass es schlicht zu trocken sei.

Die restlichen Gemeinden am linken Seeufer haben noch nicht entschieden, wie sie mit der Trockenheit umgehen. Sie wollen das Verdikt des Kantons Zürich abwarten, bevor sie über eine allfällige Absage von Höhenfeuern und Feuerwerken an der Bundesfeier entscheiden. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 26.07.2018, 20:45 Uhr

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