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Ausgebüxte Mädchen sind wohlauf

Die beiden Mädchen aus dem Kinderheim Lattenberg, die am Dienstagmorgen verschwanden, sind unversehrt aufgefunden worden. Sie sind laut Polizei aus freien Stücken weggelaufen.

Die vermissten Mädchen aus dem Kinderheim Lattenberg in Stäfa wurden gefunden.
Die vermissten Mädchen aus dem Kinderheim Lattenberg in Stäfa wurden gefunden.
Screenshot

Die beiden vermissten Mädchen aus Stäfa sind wohlbehalten gefunden worden. Die zwölfjährige Samira und die neunjährige Mia konnten aufgrund von Hinweisen aus der Bevölkerung sowie polizeilichen Ermittlungen im Bezirk Affoltern aufgegriffen werden. Dies teilte die Kantonspolizei (Kapo) am Donnerstag in einem Schreiben mit. Die Kinder seien aus freien Stücken weggelaufen.

Die Mädchen hatten am Dienstagmorgen ihren Wohnort, das Kinderheim Lattenberg, verlassen, kamen aber nicht wie vorgesehen in der Schule an. Am Mittwochabend hatte sich die Kantonspolizei mit einer Vermisstmeldung an die Öffentlichkeit gewandt.

Wohnort durchsucht

Wie geht die Polizei grundsätzlich vor, wenn jemand vermisst wird? «Das konkrete Vorgehen ist von Fall zu Fall verschieden», sagt Ralph Hirt, Mediensprecher der Kapo Zürich. Oberste Devise: die Person so rasch wie möglich und so gesund wie möglich aufzufinden.

Als Erstes durchsucht die Polizei das Umfeld der Vermissten. Im konkreten Fall der beiden Mädchen waren dies das Kinderheim, die Schule sowie der Wohnort von Verwandten. Auch Gspändli wurden zum Verbleib ihrer Schulkameraden befragt. Je nach Situation kann die Polizei auch auf den Einsatz von Suchhunden, Helikoptern oder Wärmebildkameras setzen oder Aufzeichnungen von Überwachungskameras sichten.

Gravierender Eingriff

Ob die Öffentlichkeit in die Suche eingebunden werde, müsse sehr sorgfältig abgewogen werden, sagt Ralph Hirt. «Das ist immer ein gravierender Eingriff in die Persönlichkeitsrechte.» Die Fotos und Beschreibungen der gesuchten Personen würden oft für immer im Netz kursieren. «Das kann später unangenehme Folgen haben.»

Für den Entscheid ist ausschlaggebend, um welche Personengruppe es sich bei den Vermissten handelt. Sind es besonders schutzbedürftige Menschen wie Kinder, Demente oder Personen, die auf Medikamente angewiesen sind, gelangt die Polizei rascher an die Öffentlichkeit. Auch das Wetter spielt laut Hirt eine Rolle: «Steht eine kalte Nacht bevor, muss es schneller gehen, als wenn nachts milde Sommertemperaturen herrschen.»

Ob es eine öffentliche Fahndung gibt, hängt ebenfalls davon ab, wie die verschwundene Person charakterisiert wird. «Gilt jemand als sehr zuverlässig, ist ein Verschwinden schneller alarmierend als bei jemandem, der immer mal wieder untertaucht.»

Im Zweifelsfall aktiv

Will die Polizei einen öffentlichen Suchlauf starten, braucht es das Einverständnis eines Familienmitglieds oder einer Bezugsperson. Auch der diensthabende Polizeioffizier muss sein Okay geben. «Im Zweifelsfall werden wir aktiv», sagt Hirt. Weshalb die Kapo im konkreten Fall erst am zweiten Tag nach dem Verschwinden der Mädchen einen öffentlichen Aufruf gestartet hat, will der Mediensprecher nicht kommentieren. Möglich ist, dass die Polizei erst am Mittwoch informiert wurde.

Nur ein Bruchteil der als vermisst gemeldeten Personen wird öffentlich gesucht. 2017 waren es im Kanton Zürich rund 12 Personen.

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