Bezirksgericht Meilen

Verkehrssünder kommt nochmals mit einer Geldstrafe davon

Ein Mann aus dem Bezirk Meilen, der gleich mehrfach gegen die Verkehrsregeln verstossen hat, ist knapp an einem eigentlichen Raserdelikt vorbeigeschrammt. Er muss aber eine Geldstrafe von 6300 Franken bezahlen.

Viel zu schnell gefahren: Ein Verkehrssünder aus dem Bezirk Meilen muss eine happige Geldstrafe bezahlen.

Viel zu schnell gefahren: Ein Verkehrssünder aus dem Bezirk Meilen muss eine happige Geldstrafe bezahlen. Bild: Symbolbild/Keystone

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Der 24-jährige Mann, der vor dem Bezirksgericht Meilen antreten musste, sollte die Verkehrsregeln eigentlich kennen: Immerhin ist er in der Fahrzeugbranche tätig und arbeitete zuletzt in der Autowerkstatt seines – kürzlich verstorbenen – Vaters.Doch der ursprünglich aus Mazedonien stammende, im Bezirk Meilen lebende Mann hat schon mehrmals gegen Verkehrsregeln verstossen, wie das Bezirks­gericht Meilen bei der Befragung festhielt. So auch im November 2016, als er mit dem Auto seines Vaters mit 98 statt 50 Stundenkilometern durch Rapperswil fuhr und prompt bei einer Polizeikontrolle erwischt wurde. Zudem hatte er schon im März des gleichen Jahres einen groben Fehler gemacht, als er mit einem Auto ohne Kontrollschilder und trotz fehlender Haftpflichtversicherung über eine Strasse auf ein Privatgrundstück fuhr, um es inter­essierten Käufern zu zeigen.

Mit diesen Delikten verstiess der Mann gemäss der Staatsanwaltschaft See/Oberland auf grobe Weise gegen die Verkehrsregeln und geltende Vorschriften. Zudem habe er ein Unfallrisiko in Kauf genommen und die Sicherheit anderer Personen gefährdet. Die Staatsanwaltschaft forderte die Schuldigsprechung und eine unbedingte Geldstrafe von 240 Tagessätzen zu 50 Franken, was 12 000 Franken entspricht.

Schon vorher bestraft

Der Richter betonte bei der ­Befragung des Angeklagten, dass dieser schon früher wegen Verstössen gegen Verkehrsregeln ­gebüsst wurde und zweimal den Fahrausweis abgeben musste. Ob diese Strafen denn keinen Effekt für ihn gehabt hätten, wollte der Richter wissen, worauf der Angeklagte vor allem auf seinen damaligen Stress mit seiner Ex-Frau hinwies. Immerhin zeigte er Reue und bezeichnete seine Fehler, die er eingestand, als «blödsinnig und dumm». Er habe aber jetzt definitiv dazugelernt und werde sich künftig korrekt verhalten.

Der Verteidiger plädierte für eine deutlich mildere Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 20 Franken. Er argumentierte dabei auch mit der schwierigen persönlichen Situation seines Mandanten, der mit wenig Geld auskommen und nun auch noch mit dem Tod des Vaters zurechtkommen müsse. Das sei eine grosse Belastung für den jungen Vater eines Kindes, der nun sein zweites erwarte. Ferner meinte er, dass die Fahrt ohne Kontrollschild derart kurz und faktisch ohne Unfallrisiko gewesen sei, dass sie kein Gefährdungsdelikt darstelle.

Noch einmal Glück gehabt

Das Gericht blieb mit seinem Urteil aber relativ hart und verurteilte den Angeklagten zu einer unbedingten Geldstrafe von 210 Tagessätzen zu 30 Franken, also 6300 Franken. Dazu kommen eine Busse von 300 Franken plus Verfahrenskosten von 3000 Franken. Der Richter stellte klar, dass der Angeklagte nur mit «viel Glück» an einer Freiheitsstrafe für ein Raserdelikt vorbei­geschrammt sei. Eine solche wäre bei einer Tempoüberschreitung von über 50 Stundenkilometern möglich geworden. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 10.07.2018, 09:04 Uhr

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