Zollikon

Vereine und Parteien stehen hinter dem Schwimmbad Fohrbach

Die Zolliker Parteien und Vereine wünschen sich eine umfassende Sanierung des Schwimmbads Fohrbach. Sogar Steuererhöhungen würden dafür in Kauf genommen.

Noch ist unklar, wie das Schwimmbad Fohrbach in Zollikon saniert werden soll. Es geht gar die Angst um, das Schwimmbad könnte für immer geschlossen werden.

Noch ist unklar, wie das Schwimmbad Fohrbach in Zollikon saniert werden soll. Es geht gar die Angst um, das Schwimmbad könnte für immer geschlossen werden. Bild: Andrea Zahler/Tamedia

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Die Unterstützer des Schwimmbads Fohrbach dürfen aufatmen. Die Vernehmlassung der Parteien und Vereine, die soeben zu Ende gegangen ist, zeigt, dass diese grösstenteils hinter dem Schwimmbad stehen und eine Sanierung befürworten. Die Sanierung ist nötig, weil die 1972 eröffnete Anlage noch nie umfassend erneuert wurde. Insbesondere das Gebäude sowie die Haus- und Badwassertechnik müssen instand gesetzt werden. Die Heizung muss spätestens 2021 überholt werden. In einer Vorstudie wurden drei Sanierungsvarianten vorgestellt. Die günstigste wäre mit 32, 4 Millionen Franken die reine Instandsetzung der Bausubstanz, die teuerste ein Neubau für rund 63 Millionen Franken. Auch ein Abriss wird zur Diskussion gestellt.

Die Gemeinde Zollikon wollte den Projektierungskredit von 1,5 Millionen Franken für die Sanierung ins diesjährige Budget aufnehmen. Doch auf Antrag der Rechnungsprüfungskommission (RPK) wurde er an der Gemeindeversammlung letzten Dezember gestrichen.

Die Vereine und Parteien stellen sich nun aber mehrheitlich hinter die «Sanierung mit optimierten Erhaltungsmassnahmen». Ziel dieser Variante ist es, die Renovation so durchzuführen, dass sich längerfristig ein höherer Kostendeckungsgrad ergibt. Die Kosten würden sich auf etwa 35,9 Millionen Franken belaufen.

Abdeckung für Aussenbad

Das Forum 5W schreibt, es werde eine «nachhaltige, ökologisch und ökonomisch sinnvolle Sanierung» gewünscht. Zudem soll geprüft werden, ob das Aussenschwimmbecken durch eine Ballonabdeckung auch im Winter genutzt werden könne. Dies ist auch die zentrale Forderung des Wasserballklubs Küsnacht/Zollikon und des Schwimmklubs Zollikon. In der Vorstudie wird diese Massnahme allerdings nicht erwähnt.

Die FDP Zollikon ist der Meinung, im Betrieb eine schwarze Null zu erreichen sei künftig möglich, wenn die vorliegende Variante verbessert wird. Zentral ist für die Partei auch die Abwendung von fossilen Brennstoffen.Auch der Quartierverein Zollikerberg, die EVP, die GLP und die SP bevorzugen die optimierte Sanierung.

Aus der Verwaltung herauslösen

Einige der interessierten Partien wünschen sich, dass der Betrieb des Schwimmbades künftig als privatrechtliche AG in Gemeindebesitz geführt wird So könnten Synergien mit anderen Schwimmbädern genutzt werden, hofft das Forum 5W. Immer wieder wird dabei auf die Erfahrung mit der Werke am Zürichsee AG verwiesen, die den Gemeinen Zollikon, Küsnacht und Erlenbach gehört. Die SP hingegen würde es vorziehen, wenn das Fohrbach auch weiterhin Teil der Gemeindeverwaltung bleibt.

«Aus finanzpolitischer Sicht kann sich die Gemeinde auf gut Deutsch alle gezeigten Varianten schlicht und einfach nicht leisten».Rechnungsprüfungskommission (RPK)

Für die Finanzierung der Sanierung werden auch Steuererhöhungen ins Spiel gebracht. Der Quartierverein Zollikerberg rechnet damit, dass die Kosten in der Grössenordnung von 2 Steuerprozenten liegen würden. «Für den Erhalt einer attraktiven Bade-, Sport- und Freizeitanlage ist dies ein vertretbarer Aufwand», heisst es in der Vernehmlassungsantwort. Auch das Forum 5W kann sich eine temporäre Steuererhöhung vorstellen. Die FDP verlangt, dass die Massnahmen zur Gegenfinanzierung des Projektes gleichzeitig mit dem Projektierungskredit vorgelegt werden. Generell werden genauere Angaben zu den Kosten der Sanierung gewünscht.

Zu teuer

Der SVP sind die vorgestellten Varianten zu teuer. Eine Sanierung dürfe höchstens 20 Millionen Franken kosten. Zudem solle in Zukunft vermehrt lokalen Bedürfnissen Rechnung getragen werden, denn: «Die Gemeinde Zollikon betreibt und unterhält eine Schwimmanlage primär für Auswärtige», heisst es in der Stellungnahme. Die SVP schlägt daher vor,eine allfällige finanzielle Beteiligung der Stadt Zürich zu prüfen, da in der Stadt erwiesenermassen Engpässe bei den Schwimmbädern bestünden.

Die Rechnungsprüfungskommission (RPK) steht der Sanierung noch immer ablehnend gegenüber: «Aus finanzpolitischer Sicht kann sich die Gemeinde auf gut Deutsch alle gezeigten Varianten schlicht und einfach nicht leisten».

Am 8. Juli findet eine Informationsveranstaltung statt, an der die Gemeinde weitere Details zu den verschiedenen Varianten sowie zusätzliche Optionen vorstellen wird, die aus der Vernehmlassung hervorgegangen sind. Die Bevölkerung soll sich dann zum Projekt äussern dürfen. Die Vorschläge werden gemäss Sicherheitsvorsteher André Müller auch in die Planung aufgenommen. Der Projektierungskredit soll im März 2020 an die Gemeindeversammlung kommen. Kann die Sanierung trotzdem nicht bis 2021 in Angriff genommen werden «müsste allenfalls mit Provisorien gearbeitet werden oder ein neues Fristerstreckungsgesuch für die Heizung an den Kanton gestellt werden», erklärt Müller.

Informationsveranstaltung zum Schwimmbad Fohrbach am 8. Juli um 20 Uhr im Gemeindesaal.

Erstellt: 21.06.2019, 15:54 Uhr

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