Küsnacht

Vandalen verwüsten ehemalige Privatklinik an der Goldküste

Seit bald zehn Jahren steht die ehemalige Klinik St. Raphael in Küsnacht leer. Die Eigentümer zeigen sich besorgt über Eindringlinge und Vandalen, die das alte Gebäude in letzter Zeit vermehrt aufgesucht und beschädigt haben.

Wände versprayt und Scheiben eingeschlagen: Im Innern der Klinik St. Raphael wird pure Zerstörungswut sichtbar.

Wände versprayt und Scheiben eingeschlagen: Im Innern der Klinik St. Raphael wird pure Zerstörungswut sichtbar. Bild: Michael Trost

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Die ehemalige Klinik St. Raphael in Küsnacht kämpft mit Vandalismus. Mehrmals ist in den vergangenen Jahren die Polizei ausgerückt, nachdem Unbekannte in die leerstehende Privatklinik hoch über der Gemeinde im Ortsteil Itschnach eingedrungen sind und allerlei zerstört haben. Die Eigentümerin, die Klinik Pyramide am See, hat von den Verwüstungen, die in den letzten drei Jahren zugenommen haben, genug. «Wir können das Haus nicht dauerhaft bewachen lassen, das wäre zu teuer», sagt Beat Huber, Direktor der Klinik Pyramide in Zürich.

Die Eigentümer haben schon mehrmals Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung erstattet – bislang ohne Erfolg. Eine Anzeige haben sie auch gegen den Betreiber einer Internetplattform eingereicht, die schweizweit leerstehende Gebäude publik macht, in die man eindringen kann. Darauf aufgeführt sind unter anderem die St. Raphael Klinik sowie eine unbewohnte Villa in Zollikon. «Die Informationen, die hier verbreitet werden, lesen sich wie eine Einladung, in die Klinik einzusteigen», sagt Huber.

Die leerstehende Klinik in Küsnacht wird auf einer Internetseite als Objekt zum Eindringen aufgelistet. Archivfoto: Manuela Matt

12 Mal Polizei gerufen

Ein Blick auf den Blog bestätigt dies: Gemäss den Einträgen gab es im laufenden Jahr mindestens sechs Versuche, in die verbarrikadierte Klinik einzudringen. Einige waren erfolgreich.

Auch die Gemeinde Küsnacht bestätigt auf Anfrage, dass es schon mehrmals zu Vorfällen gekommen ist. «Von 2014 bis 2018 wurden der Polizei in Küsnacht insgesamt 12 Fälle von Sachbeschädigungen und verdächtigen Situationen gemeldet», sagt Gemeindeschreiberin Catrina Erb Pola. Gemeldet hätten sich mehrheitlich Anwohner, in einzelnen Fällen die Eigentümer. Hinweise auf die Identität der Täter gebe es nicht.

Grundsätzlich sei es den Eigentümern überlassen, mit welchen Mitteln und welchem Aufwand sie die Liegenschaft schützen wollten, sagt die Gemeindeschreiberin weiter. «In diesem konkreten Fall hat die Polizei in Küsnacht der Eigentümerin anerboten, während der ordentlichen Patrouillentätigkeit die Liegenschaft zu kontrollieren.»

Wände versprayt und Scheiben eingeschlagen: Im Innern der Klinik St. Raphael wird pure Zerstörungswut sichtbar. Bild: Michael Trost.

Projekt mit fst 100 Betten

Die Pyramide Klinik bezeichnet den Vandalismus im ehemaligen Spital als Ärgernis, das auch die Nachbarn beunruhige. Es zeige, wie wichtig es wäre, das neue Projekt möglichst bald zu realisieren, sagen die Verantwortlichen. Und auch Erb Pola sagt: «Der Gemeinderat begrüsst die Eröffnung einer Klinik.»

Geplant ist ein 80 Millionen Franken teurer Neubau mit fast 100 Betten, fünf Operationssälen und einem Ärztezentrum.

Erstellt: 01.06.2018, 16:12 Uhr

Neue Klinik in Küsnacht

Ein Neubau am Standort der ehemaligen Klinik St. Raphael in Küsnacht soll die bisherige Klinik Pyramide am See in Zürich ersetzen. Dies teilte das Privatspital Ende vergangenen Jahres mit. Vorgesehen ist ein rund 80 Millionen Franken teurer Bau mit fast 100 Betten, fünf Operationssälen, einem Ärztezentrum und einer Tiefgarage. Es soll bis 2022 bezugsbereit sein, weil die Klinik Pyramide dann ihren Standort im Seefeld aufgeben wird. Zurzeit läuft das Baubewilligungsverfahren. Der Zeitplan müsste auch dann aufgehen, wenn Rekurse den Baustart verzögern würden, sagt Cédric George, Spezialarzt und Delegierter des Verwaltungsrats.
Rekurse gegen das Projekt sind denkbar. Zum einen vom Heimatschutz, der sich schon früher erfolgreich gegen die Entlassung der sogenannten Villa Nager, des zentralen Baus des Spitals, aus dem kommunalen Inventar schützenswerter Bauten gewehrt hatte. Zum anderen, weil sich Anwohner vor der Bauzeit und der Verkehrszunahme fürchten könnten. Man führe zurzeit aber gute Gespräche, sagt George. Die Klinik wird nicht nur per Auto, sondern auch per Bus erreichbar sein. Zudem ist ein Shuttle-Service geplant.

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