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Urs Schwarzenbach dürfte Küsnacht Geldsegen bringen

Der Milliardär Urs Schwarzenbach verlegt seinen Wohnsitz nach Küsnacht. Gemeindepräsident Markus Ernst freut sich über den Zuzug. Schwarzenbach ging es wohl vor allem darum, den Steuerbehörden ein Schnippchen zu schlagen.

Urs Schwarzenbach (Mitte) zieht nach Küsnacht. Das freut Gemeindepräsident Markus Ernst (FDP, links). Anwalt Ulrich Kohli (rechts) zog die Fäden bei Schwarzenbachs Rückkehr.
Urs Schwarzenbach (Mitte) zieht nach Küsnacht. Das freut Gemeindepräsident Markus Ernst (FDP, links). Anwalt Ulrich Kohli (rechts) zog die Fäden bei Schwarzenbachs Rückkehr.
Valeriano Di Domenico

1,25 Milliarden Franken soll Urs Schwarzenbach gemäss der Reichstenliste der «Bilanz» besitzen. Welcher Kassenwart würde sich da nicht freuen, Schwarzenbach als Steuerzahler begrüssen zu können? Wie die «Bilanz» berichtet, löst der Besitzer der Hotels Dolder Grand in Zürich und Sonne in Küsnacht Luftsprünge in seiner Heimatgemeinde Küsnacht aus. Am 6. Februar hat er seinen Hauptwohnsitz von England an den Zürichsee verlegt. Über eine Villa in Küsnacht hat er schon vorher verfügt. Stolz posiert Gemeindepräsident Markus Ernst (FDP) auf dem Bild in der «Bilanz» mit Schwarzenbach und dessen Anwalt Ulrich Kohli.

Vom Zuzug habe er erst kurz vorher erfahren, sagt Ernst gegenüber der ZSZ. Die Gemeinde habe dabei keine Rolle gespielt. Der Gemeindepräsident ist aber voll des Lobes für den prominenten Rückkehrer. «Den Kontakt mit Herrn Schwarzenbach haben wir in den vergangenen Jahren gepflegt. Herr Schwarzenbach hat es beispielsweise ermöglicht, dass die Hotel Restaurant Sonne AG sich zu einem der grössten Arbeitgeber in unserer Gemeinde entwickeln konnte».

Auf Küsnacht dürfte viel neues Steuergeld zukommen. Doch eine Steuersenkung will der Gemeindepräsident nicht in Aussicht stellen. Ernst meint, dass sich vor allem die Einwohner jener 132 Gemeinden des Kantons Zürich freuen können, die vom Finanzausgleich profitieren. «Von den allfälligen zusätzlichen Steuereinnahmen würden nämlich über 90 Prozent direkt in den Finanzausgleich zugunsten dieser Gemeinden fliessen», sagt der Gemeindepräsident.

Anwalt Ulrich Kohli, auch als Krimiautor James Douglas bekannt, ist schon lange mit Schwarzenbach befreundet. Er soll den prominenten Zuzug eingefädelt haben. Denn Urs Schwarzenbach ist nicht nur der schönen Aussicht und der guten Lage wegen nach Küsnacht gezogen.

Streit mti Steuerbehörden

Hintergrund ist ein Streit mit den Zoll- und Steuerbehörden. Schwarzenbach ist ein grosser Kunstsammler. Er besitzt rund 2400 Gemälde und 550 Skulpturen. Die Steuerbehörden verdächtigen ihn, sich auch als Kunsthändler zu betätigen. Dabei soll er Kunstwerke in die Schweiz eingeführt zu haben, ohne dies zu deklarieren, also illegal, so der Vorwurf. Die Behörden forderten Einsicht in die Geschäftsbücher. Der Milliardär bestreitet allerdings, Kunsthändler zu sein, er sei nur Sammler und führe keine Geschäftsbücher.

Die Behörden reagierten mit Blockaden von Guthaben und Liegenschaften Schwarzenbachs. Selbst das Dolder Grand war betroffen. Über 200 Millionen Franken wurden durch die Zoll-Behörden blockiert. Eine Verwertung durch das Betreibungsamt drohte. Doch damit ist es nun vorbei, wie Schwarzenbachs Anwalt auf Anfrage sagt. Denn dieser sogenannte Arrestbefehl kann nur bei Schuldnern mit Wohnsitz im Ausland angewendet werden.

Freude über den Coup

Durch den Umzug von England nach Küsnacht entgeht Schwarzenbach der Gefahr, das Geld zu verlieren. Das blockierte Vermögen steht ihm wieder zur Verfügung. «Wir haben ihnen den Boden unter den Füssen weggezogen», sagt Ulrich Kohli, der sich sichtlich über den Coup freut. Beendet ist der Konflikt mit den Behörden allerdings nicht. Die Parteien treffen sich vor dem Steuerrekursgericht wieder. Denn die Behauptung der Steuerbehörden, Schwarzenbach sei ein Kunsthändler, besteht weiterhin. Kohli weist den Vorwurf zurück. Es sei allgemein bekannt, dass sein Mandant nur Sammler sei.

Gemeindepräsident Markus Ernst sagt, es stehe der Gemeinde nicht zu, das Verfahren zu kommentieren, Nur so viel: «Ich habe Vertrauen in die Rechtssprechung».

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