Hombrechtikon

Umstrittene Abstimmung über Altersheim mobilisiert

Die Gemeinde entscheidet am 18. Oktober über ihr bisher grösstes Bauprojekt, ein neues Alterszentrum. Bereits zeichnet sich eine hohe Stimmbeteiligung ab.

Das Alterszentrum Breitlen soll neu gebaut und mit weiteren Alterswohnungen ergänzt werden. Ein neuer Pflegetrakt genüge, sagen die Gegner der Vorlage.

Das Alterszentrum Breitlen soll neu gebaut und mit weiteren Alterswohnungen ergänzt werden. Ein neuer Pflegetrakt genüge, sagen die Gegner der Vorlage. Bild: Manuela Matt

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Die Abstimmung über das neue Alterszentrum Breitlen bewegt die Hombrechtiker: Zwölf Tage vor dem Urnentermin sind bereits 15 Prozent der Stimmcouverts im Gemeindehaus eingegangen. Er rechne mit einer Stimmbeteiligung von rund 60 Prozent, sagt Gemeindepräsident Rainer Odermatt (FDP). Wie die Entscheidung ausfallen wird, scheint dagegen offener denn je. Soll die Hombrechtiker Gesundheitsorganisation Hom’Care für den Neubau ein Darlehen von 51 Mio. Franken aufnehmen? Und soll die Gemeinde gegenüber der Geld- geberin, der Zürcher Kantonalbank, für diesen Betrag bürgen?

Vor drei Jahren war der Startschuss für die Breitlen-Planung mit der Abstimmung über den Projektierungskredit erfolgt. Bereits diese ging nicht ohne Widerstand über die Bühne. Formiert als Interessengemeinschaft für ein finanzierbares Alterszentrum haben sich die Gegner des Neubaus jedoch erst diesen Frühling. Reichlich spät, findet Odermatt. Er bedaure, dass nicht frühzeitig ein konstruktiver Dialog statt­gefunden habe. «Jetzt wird dafür aus allen Rohren geschossen», sagt der Gemeindepräsident.

Entzug der Bewilligung droht

An einer von der IG organisierten Veranstaltung war der Eindruck entstanden, die Behörde hätte im Umgang mit den Kritikern re­si­gniert. Beispielsweise blieb deren Behauptung, der Hombrechtiker Steuerfuss werde bei einem Ja zum neuen Alterszentrum ansteigen, unkommentiert. Odermatt räumt ein, an diesem Abend bewusst nicht auf die gegnerischen Argumente eingetreten zu sein: «Wir wollten eine Eskalation wie bei früheren Gelegenheiten vermeiden.» Eine Steuerfusserhöhung werde es wegen des Alterszentrums nicht geben.

Eine Ablehnung würde laut Odermatt den Prozess um mindestens zwei bis drei Jahre zurückwerfen. Um das Heim weiterzubetreiben, wären Sanierungsmassnahmen von mehreren Millionen zu tätigen. «Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Gesundheitsdirektion die Betriebsbewilligung entzieht.»

Den Vorwurf, dass sich die IG zu spät eingeschaltet habe, weist deren Vertreter Karl Epting zurück. Lange sei kaum bekannt ­gewesen, was Hom’Care genau plane. «Als man sah, dass das Projekt überdimensioniert ist und finanzielle Risiken für die Gemeinde bestehen, wurden wir aktiv.»

Einig ist man sich darin, dass die Entscheidung am 18. Oktober knapp ausfallen dürfte. «Das Dorf ist gespalten», sagt Epting. Odermatt erinnert daran, dass der Souverän das Projekt Alterszentrum bisher immer mitgetragen habe. Jetzt gelte es, den entscheidenden Schritt zu tun.

Erstellt: 06.10.2015, 23:10 Uhr

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