Uetikon wird für 100 Millionen Land verkaufen

Der Kanton und die Gemeinde sind ein gutes Stück weiter mit der Planung für das Areal der stillgelegten Chemiefabrik. Auch gibt es konkretere Schätzungen, wie viel Uetikon investieren und wieder hereinholen muss.

Die ehemalige Chemiefabrik in Uetikon ist derzeit das grösste brachliegende Areal der Schweiz, das direkt an einem See liegt.

Die ehemalige Chemiefabrik in Uetikon ist derzeit das grösste brachliegende Areal der Schweiz, das direkt an einem See liegt. Bild: Reto Schneider

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Es sind gewaltige Beträge, mit denen Uetikon in den nächsten Jahren jongliert. Für rund 26 Millionen hat die Gemeinde die Hälfte des Areals der ehemaligen chemischen Fabrik am See gekauft, die andere Hälfte gehört dem Kanton. Gemeinsam werden die beiden Eigentümer das Gebiet zur Baureife entwickeln.

Allein der Bau der neuen Mittelschule bis 2028 wird den Kanton Millionen kosten. Aber auch Uetikon wird tief in die Tasche greifen müssen. Was das konkret bedeuten könnte, führte Finanzvorsteher Hans Gantner (FDP) am Samstag an einer Informationsveranstaltung aus. Behaften wird man ihn auf die Zahlen allerdings nicht können, da es sich nur um «Annäherungswerte» handelt, wie Gantner klarstellte. Eindrücklich sind sie allemal: Uetikon rechnet zwischen 2022 und 2030 mit Investitionen von rund 25 Millionen Franken in Infrastrukturprojekte. Darunter fällt etwa der geplante Park am See, die Verkehrserschliessung über die Alte Landstrasse und eine Passerelle, die Sanierung des Hafens und vieles mehr.

Uetikon zahlt Kanton aus

Hinzu kommen voraussichtlich 41 Millionen, die Uetikon dem Kanton entrichten muss. Dieser Betrag entspricht dem sogenannten Wertausgleich zwischen den beiden gleichberechtigten Partnern. Grob gesagt handelt es sich um die Hälfte der Summe, welche die Gemeinde mit ihrem Landanteil mehr verdient als der Kanton mit seinem. Denn die Gemeinde kann auf ihrem Gebiet hochwertigen Wohnraum schaffen, der mehr wert sein wird als das öffentliche Mittelschulareal.

Behalten können wird die Gemeinde aber lediglich einen kleinen Teil ihres Gebiets. Um die gesamten Kosten von über 90 Millionen berappen zu können, wird sie einen grossen Teil der bebaubaren Fläche verkaufen, sofern die Stimmberechtigten dies absegnen. «Derzeit gehen wir von einem Landverkauf von rund 100 Millionen Franken an Investoren aus», sagte der Finanzvorstand. «Dadurch verschulden wir uns nicht.»

Mit dem Geld wird letztlich das öffentliche Angebot der Gemeinde – insbesondere der Seezugang und der grosse Park – finanziert. «Was wir wofür ausgeben, darüber werden die Stimmberechtigten entscheiden», sagte Gantner. Wie sich das Gebiet entwickeln könnte, ist nämlich erst in den Grundzügen klar – in Form eines Masterplans, den der Zürcher Regierungsrat und der Uetiker Gemeinderat noch verabschieden müssen.­

Erstellt: 04.03.2019, 09:20 Uhr

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