Uetikon

Uetikon will noch nichts von einem Gymi-Entscheid wissen

Der Entscheid über den Standort einer neuen Mittelschule am rechten Seeufer steht unmittelbar bevor. Seit längerem deutet alles auf Uetikon hin. Offiziell ist aber noch nichts.

Seeufer als Pausenplatz? Im Frühling entscheidet der Regierungsrat, ob auf dem Areal der Chemie Uetikon eine Kantonsschule entsteht.

Seeufer als Pausenplatz? Im Frühling entscheidet der Regierungsrat, ob auf dem Areal der Chemie Uetikon eine Kantonsschule entsteht. Bild: Archiv Sabine Rock

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Im April vor drei Jahren überraschte die damalige Zürcher Bildungsdirektorin Regine Aeppli (SP) an einer Medienkonferenz mit folgender Aussage: «Man könnte die Chemische Fabrik Uetikon in eine Mittelschule umbauen lassen.» Das Szenario, das zunächst wie eine Fantasie tönte, ist seither immer realistischer geworden. Fakt ist, dass der Kanton an einem neuen Gymistandort im Bezirk Meilen Platz für rund 1000 Schüler schaffen will.

Die Würfel seien nun gefallen, schreibt die «Neue Zürcher Zeitung» in ihrer Ausgabe vom Samstag. Bildungs- und Baudirektion würden dem Regierungsrat be- antragen, eine Mittelschule in Uetikon auf dem heutigen Areal der Chemie + Papier Holding AG (CPH) zu bauen. Um die jahrelange Bauzeit zu überbrücken, sei zunächst ein Provisorium geplant. Die betroffenen Gemeinden – neben Uetikon war zuletzt auch ein Standort in Meilen im Rennen – seien über den Vorentscheid informiert worden.

«In engem Kontakt»

Der NZZ-Artikel hat den Uetiker Gemeindepräsidenten Urs Mettler (parteilos) aus der Reserve gelockt. «Entgegen der Berichterstattung hat der Gemeinderat keine Kenntnis eines Entscheides des Regierungsrats für einen Standort des geplanten Gymnasiums am rechten Zürichseeufer», heisst es in einer am Samstagabend verschickten Medienmitteilung. Die Behörde stehe seit langem in engem Kontakt mit dem Kanton und der Grundeigentümerin, um die Interessen Uetikons einzubringen. Zu Details der laufenden Verhandlungen könne sich der Gemeinderat im Moment nicht äussern.

Yvonne Leibundgut, Sprecherin der Zürcher Bildungsdirektion, will die Meldung ebenfalls nicht bestätigen. Verschiedene Standorte würden durch die beteiligten Direktionen geprüft, sagt sie. Dieser Prozess sei erst fertig, wenn die Gesamtregierung entschieden habe. Dass die Standortsuche kurz vor Abschluss steht, stellt Leibundgut jedoch nicht in Abrede: «Der Regierungsrat wird seinen Entscheid noch diesen Frühling treffen.»

Seezugang vervielfacht

Urs Mettler gibt auf Anfrage zu bedenken, dass die Regierung sich immer noch für ein anderes Vorgehen aussprechen könnte. Dies scheint allerdings nur ein theoretisches Szenario zu sein. Denn die Stellungnahme des Uetiker Gemeinderats legt den Schluss nahe, dass sich dieser durchaus auf den grossen Moment vorbereitet: «Dem Gemeinderat ist es ein Anliegen, die Bevölkerung zeitgerecht und umfassend zu informieren», heisst es darin. Dies sei jedoch erst möglich, wenn der Standortentscheid gefällt sei.

Für Uetikon wäre es eine grosse Chance, wenn das Areal der «Chemischen», wo bis heute unter anderem Dünger produziert wird, als Mittelschulstandort ausgewählt würde. Aus Sicht vieler Uetiker gehört das Konzessionsland ohnehin der Allgemeinheit. Als die CPH vor neun Jahren den westlichen Teil des Areals für Wohnungen umnutzen wollte, scheiterte der Gestaltungsplan an der Gemeindeversammlung. Vorgesehen war zwar auch ein öffentlicher Park – doch das Stimmvolk wollte mehr. Die Aussicht auf eine Kantonsschule am Seeufer nährt die Hoffnung, dass sich der öffentliche Seezugang in Uetikon auf einen Schlag vervielfacht.

Eine Erschwernis sind jedoch die Altlasten auf dem Gelände. In den Verhandlungen zwischen Kanton und CPH ging es offenbar auch darum, wer die Sanierung bezahlen soll. Im Dezember beschrieb der Leiter Finanzen und Bauten der Bildungsdirektion, der Männedörfler Wolfgang Annighöfer, das Verfahren zur Standortwahl gegenüber der ZSZ als «sehr viel komplexer, als wir zu Beginn dachten».

Erstellt: 06.03.2016, 22:48 Uhr

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