Meilen

Uetikon verkauft seinen Anteil an der Ländeli-Badi

Das Strandbad Ländeli in Obermeilen gehört zu einem Drittel der Nachbargemeinde Uetikon. Jetzt verkauft Uetikon seinen Anteil an die Gemeinde Meilen, beteiligt sich aber noch an der bevorstehenden Garderobenrenovation.

Ungewöhnliche Eigentumsverhältnisse: Die Badi im Ländeli in Obermeilen gehört zwei Gemeinden.

Ungewöhnliche Eigentumsverhältnisse: Die Badi im Ländeli in Obermeilen gehört zwei Gemeinden. Bild: Sabine Rock

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Noch diese Woche soll der Handel öffentlich beurkundet werden. Die Gemeinde Ueti­kon verkauft der Gemeinde Meilen ihren Anteil an der Badeanlage Län­deli. Diese liegt ganz auf Meilemer Boden­, war aber bis jetzt gemeinsames Eigentum der beiden Gemein­den. Ueti­kon hatte einst einen Anteil von einem Drittel erwor­ben. So konnten auch Ueti­ke­rinnen und Ueti­ker das lauschige Plätzchen, nicht weit ennet­ der Gemeindegrenze, für einen Schwumm im Zürich­see benützen.

Das werden sie auch weiterhin können. Das Län­deli wird zwar, wie es in der Medienmitteilung der Gemeindeverwaltung Meilen heisst, künftig «in erster Linie den Einwohnerinnen und Einwohnern von Meilen» zur Ver­fügung stehen. Kontrollen seien jedoch nicht vorgesehen, sagt Ge­meinde­schreiber Didier Mayenzet. Die Anlage werde nicht grund­legend verändert. «Der Groove soll bleiben.» Schon bis jetzt benützten nicht nur Mei­lemer und Ueti­ker die Ländeli-Badi, sondern auch Leute aus der Umgebung.

Betriebskosten entscheidend

Seit längerem war Ueti­kon dar­an interessiert, seinen Anteil an der Bade­anlage zu verkaufen. Ausschlaggebend dafür, dass dieses Thema im Gemeinderat immer wieder zur Sprache kam, seien die jährlichen Betriebskosten gewesen, sagte der Ueti­ker Gemeindeschreiber Reto Linder auf Anfrage. Nach mehreren Gesprächen zwischen Vertretern der beiden Gemeinden sei eine Einigung gefun­den worden, heisst es in der Mitteilung aus Meilen. Das Ueti­ker Miteigentum an der Badeanlage entspricht umgerechnet 558 Quadratmetern, und Meilen bezahlt dafür 118'000 Franken.

Im Gegenzug hat Ueti­kon sich verpflichtet, einen Drittel an die vorgesehene Erneuerung der Infra­struktur zu zahlen. Das bestehende Badi­gebäude mit Kiosk, Garderoben und Toiletten wurde 1965/66 erstellt. Das aktuelle Pro­jekt sieht nun vor, den Kiosk zu modernisieren und mit Lagerräumen zu ergänzen. Die Garde­roben sollen bleiben, die Toiletten werden aufgehoben und durch eine neue WC-Anlage ersetzt. Die Arbeiten waren für letzten Winter vorgesehen gewesen, verzögerten sich aber. Jetzt laufen sie an und sollen vor der neuen Badesaison 2019 fertig ausgeführt sein.

Anderweitiger Seezugang

Die Kosten sind auf total 340'000 Franken veranschlagt; Ueti­kons Anteil beträgt also rund 113'000 Franken. Das frisst den Verkaufserlös von 118'000 Franken praktisch weg; aber Ueti­kon spart sich in Zukunft wie angestrebt seinen Anteil an den Unterhalts- und Betriebs­kosten. Diese betrugen 2017 nach Auskunft von Mayenzet rund 45'000 Franken, für Ueti­kon demnach 15'000.

Mit dem Landverkauf ziehen die beiden Gemeinden einen Schluss­strich unter ein Stück Geschichte­. Dass Ueti­kon Land aus­ser­halb seiner Grenzen besessen habe, sei angesichts der heutigen Verhältnisse zum Anachronismus geworden, sagt Gemeindeschreiber Linder.

Uetikon hat für 26 Millionen Franken die Hälfte des Areals der ehemaligen Chemiefabrik Ueti­kon erworben (die anderen 50 Prozent gehören dem Kanton Zü­rich­). Damit weist die Gemeinde, die auch über eine Badeanlage auf eigenem Gebiet verfügt, über viel mehr öffentlichen Seezugang als bisher.

Das Län­deli wird so gesehen weniger wichtig für Ueti­kon, auch wenn die Nutzung des Chemie-Areals noch nicht im Detail festgelegt ist. Meilen seinerseits hat für drei Wachten drei Seebäder: Feldmeilen, (Dorf-)Meilen und das Län­deli, das jeweils Zielort der Obermeilemer Seeüberquerung ist.

Erstellt: 25.09.2018, 17:11 Uhr

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