Uetikon

Uetiker Tennisjongleure erhalten keinen Eintrag im Weltrekordbuch

Der vom Tennisclub Uetikon aufgestellte Weltrekord im Beachtennis-Jonglieren kommt nun doch nicht ins «Guinnessbuch der Rekorde». Die Firma mit Sitz London lehnte den Eintrag mit einer Kaskade von Einwänden ab.

Konzentriert jonglierten über 430 Leute mit Rackets und Bällen auf dem Uetiker Tennisplatz. Ins grosse Buch der Rekorde kommen sie damit aber nicht.

Konzentriert jonglierten über 430 Leute mit Rackets und Bällen auf dem Uetiker Tennisplatz. Ins grosse Buch der Rekorde kommen sie damit aber nicht. Bild: Archiv Sabine Rock

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Gross war die Freude vor rund zwei Monaten auf dem Clubgelände des Tennisclubs Ueti­kon, als feststand, dass der Weltrekordversuch gelungen war. Sozusagen tout Ueti­kon hatte sich an jenem Samstagnachmittag ein­gefunden, um mit vereinten Kräften die alte Bestmarke zu knacken und damit Aufnahme ins «Guinnessbuch der Rekorde» zu finden.

Im dritten Versuch klappte es dann: Genau 400 von 432 Teilnehmern gelang es, auf zwei Tennis­plätzen mit Rackets und Bällen, wie sie im Beachtennis verwendet werden, den Ball während zehn Sekunden zu jonglieren.

Die Veranstalter des fröhlichen Wettstreits trafen alle nur erdenklichen Vorkehrungen, um sicher­ zu gehen, dass der Rekord homologiert werde. Auf 432 Teilnehmer kamen sie, weil genauso viele Armbänder verteilt worden waren. Die zwei Plätze waren in acht Sektoren à 50 Leute aufgeteilt; weitere 32 Personen standen seitlich im 9. Sektor. Pro Sektor­ zählte je ein Schieds­richter die Teilnehmer. Drei weitere Refe­rees kontrollierten das ­Ganze aus erhöhter Perspektive.

So kam der vermeintliche «Guinness»-Weltrekord zustande: Die ZSZ war im September vor Ort dabei. Video: Flavio Camenzind.

Videos und Protokolle

Das Spektakel wurde auf Video gebrannt. Zwei Tage später wurden die Videos, die geforderten Dokumente und unterzeichnete Protokolle an «Guinness Book of World Records» geschickt.

Nun teilt jedoch der Horgner Gilbert Fisch, der Hauptinitiator der Veranstaltung, mit, dass die Geschäftsstelle des «Guinnessbuchs der Rekorde» den Welt­rekord nicht akzeptiert habe. «Wir haben gekämpft, argumentiert, Dokumente nachgeliefert. Leider alles ohne Erfolg.»

Auch Mitinitiator Stefan Trappitsch, Vorstandsmitglied des TC Ueti­kon, ist enttäuscht, nun kein Zertifikat für den Eintrag ins Rekord­buch zu erhalten. Er kritisiert die Vorgehensweise der Gralshüter der Londoner Kapitalgesellschaft scharf: «In einer ersten Reaktion teilten uns die Sachbearbeiter mit, wir hätten falsch gezählt. Wir wiesen sie freundlich darauf hin, dass ihnen der 9. Sektor entgangen war.»

Weitere fragwürdige Einwände aus London folgten umgehend. Plötzlich wurde – entgegen den Abmachungen – ein Videobeweis für die Registrierung der Armbänder verlangt. Dann hiess es, der Video-Beweis lasse keine befrie­digende Zählung der Teilnehmer zu. Dies, obwohl hochauflösende Bilder aus der Videosequenz beigelegt waren. Schliesslich endete die Kommunikation zwischen Guinness und Ueti­kon ohne Einigung abrupt.

Ein Verdacht

Fisch und Trappitsch warten mit einer besonderen Erklärung über die Aberkennung auf. Sie vermuten, es wäre besser gewesen, «Guinnessbuch der Rekorde» um die Dienste eines offiziellen Schiedsrichters zu ersuchen. Dessen Kosten und Spesen hätten aber 7500 Pfund (knapp 10 000 Franken) betragen. «Das konnten und wollten wir uns nicht leisten», sagt Fisch. Er fügt an: «Aber vielleicht ist das Honorar Teil des Business Models von Guinness.» Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Guten Zweck erfüllt

Statt Geld zu verpulvern, zogen die Veranstalter es vor, selbst Geld für einen guten Zweck zu sammeln. Mit Fisch verbindet Trappitsch das Anliegen, sich für karitative Zwecke einzusetzen. Er ist Mitglied im Stiftungsrat der von Fisch gegründeten Stiftung Summits 4 Hope, die sich vor allem­ dafür einsetzt, dass Menschen in Afrika Zugang zu sau­berem Wasser bekommen. Den Weltrekordversuch mit einer Spendenaktion zu verbinden, war eine Selbstverständlichkeit. Zusammen kamen 12 000 Franken, die nun für ein Wasserprojekt in der sambischen Hauptstadt Lusaka verwendet werden. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 13.11.2017, 16:11 Uhr

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