Uetikon

Uetiker Kinder zeigen Steiner, wie der Hase läuft

Hohen Besuch empfing der Kindergarten Höbeli in Uetikon am Montag. Bildungsdirektorin Silvia Steiner war zu Gast, um den Kindergärtnerinnen den Puls zu fühlen.

So läuft der Hase: Silvia Steiner besuchte den Unterricht im Uetiker Kindergarten Höbeli.

So läuft der Hase: Silvia Steiner besuchte den Unterricht im Uetiker Kindergarten Höbeli. Bild: Moritz Hager

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Kindergärtnerin Brigitte Bachmann deutet auf die Spuren auf dem Fussboden. «Wer kann mir zeigen, wie der Hase läuft?», fragt sie in die Runde. Gleich mehrere Hände schnellen in die Höhe. Eines nach dem anderen springen die Kinder auf und hopsen durch den Raum. Mittendrin sitzt Regierungsrätin und Bildungs­direktorin Silvia Steiner (CVP).

«Ich besuche regelmässig Schulen und Kindergärten, um mir vor Ort ein Bild zu machen und den Austausch mit den Lehrpersonen zu pflegen», sagt Steiner. Es sei wichtig, dass die Verantwortlichen sie direkt auf Herausforderungen und Entwicklungen hinweisen könnten. Am Montagmorgen war die Bildungsdirektorin im Uetiker Kindergarten Höbeli zu Gast.

Hoher Besuch im Uetiker Kindergarten: Bildungsdirektorin Silvia Steiner besuchte am Montag den Uetiker Kindergarten Höbeli. Bild: Moritz Hager.

Grosse Unterschiede im Kanton

Lobende Worte fand Steiner insbesondere für den lebendigen Unterricht, die relativ kleinen Klassengrössen und die Einsetzung von Klassenassistenzen. «Die Bildungsdirektion empfiehlt den Gemeinden, dass die Lehrpersonen in der intensiven Zeit vor den Herbstferien eine Unterstützung bekommen, bis sich die neuen Kinder im Kindergarten eingelebt haben.» In Uetikon sei man dem Rat gefolgt. Gezwungen würde aber niemand. «Die Unterschiede zwischen den einzelnen Gemeinden im Kanton Zürich sind gross und die Bedürfnisse nicht überall gleich», sagt Steiner. «Es ist deshalb sinnvoll, dass die Schulgemeinden individuelle Lösungen finden.»

«Ich besuche regelmässig Schulen und Kindergärten, um mir vor Ort ein Bild zu machen.»Silvia Steiner (CVP), Bildungsdirektorin

Eines von Steiners Kernthemen sind die Schnittstellen zwischen Schule und Betreuung im Hort. «Die Schnittstelle zwischen Kindergarten und Betreuungsstrukturen scheint in Uetikon gut gestaltet», sagt sie. Gute Hortmöglichkeiten oder Tagesschulen würden den Familien nicht nur die Vereinbarkeit zwischen Kindern und Beruf ermöglichen. Sie würden gerade für Kinder, denen die Eltern zu Hause wenig helfen können, gute Möglichkeiten bieten. In Planung ist denn auch ein Gesetz für Tagesschulen, das in Kürze vor den Kantonsrat kommt. «Wichtig ist mir dabei die Freiwilligkeit. Die Eltern sollen entscheiden, ob ihre Kinder über den Mittag nach Hause kommen oder nicht», sagt Steiner.

Löhne als Streitpunkt

In der Vergangenheit immer wieder für Diskussionen gesorgt hat die Entlöhnung der Kindergartenlehrpersonen. Vor etwas mehr als zwei Monaten wies das Bundesgericht die Klage der Kindergärtner wegen Lohndiskriminierung ab. Aktuell wirft die Gewerkschaft Verband Personal öffentlicher Dienste dem Kanton Zürich vor, die Kindergärtnerinnen bei den Pensionskassenbeiträgen benachteiligt zu haben.

Am Montag diskutierte Bildungsdirektorin Steiner in Uetikon auch über die Lohnfrage. «Mir ist es wichtig, dass die Rahmenbedingungen für die Kindergartenlehrpersonen gut sind», sagte die Bildungsdirektorin. Die Lohnfrage sei mit dem Bundes­gerichtsurteil aber vom Tisch. «Wichtiger ist es für mich, zu erfahren, wo die Kindergärtnerinnen Optimierungsbedarf sehen.» Steiner ist sich bewusst, dass die Arbeit mit so kleinen Kindern grosse Herausforderungen an die Lehrpersonen stellt, da die Kinder sehr unterschiedlich in ihrer Entwicklung sind. «Diese Individualität aufzufangen, ist eine grosse Herausforderung.»

Eine, die ihren Beruf seit 40 Jahren mit Leib und Seele ausübt, ist Brigitte Bachmann. Den Kindern Eigenständigkeit beizubringen, sei wichtig, sagt sie. In ihrem Unterricht setzt sie auf forschendes Lernen. Am Fenster hängen Zeichnungen zu den Fragen «Was kann ich gut?» und «Was möchte ich lernen?».

Attraktivität betonen

Wo sieht Steiner politisches Entwicklungspotenzial? Die Besetzung der offenen Stellen im Kindergarten sei schon immer eine Herausforderung gewesen, sagt sie. «Ich bin aber zuversichtlich, dass wir auch im nächsten Sommer alle Stellen besetzen können.» Es sei wichtig, auch die Attraktivität und Wichtigkeit der Stufe zu betonen. «Die Kinder durchlaufen das ganze Schulsystem problemloser, wenn sie einen guten Start hatten im Kindergarten.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 05.12.2017, 08:11 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Newsletter

Das Beste der Woche.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!