Stäfa

Sonova macht Umsatzsprung – dank Zukauf und neuer Produkte

Der Hörgerätehersteller Sonova hat im Geschäftsjahr 2016/2017 einen Wachstumsschub durch die Übernahme von AudioNova verzeichnet. Der Umsatz stieg um über 15 Prozent auf 2,395 Milliarden Franken.

Die Akquisition des Retailers AudioNova liess den Umsatz von Sonova in die Höhe schiessen — einen namhaften Wachstumsbeitrag lieferte aber auch das Segment Hörgeräte.

Die Akquisition des Retailers AudioNova liess den Umsatz von Sonova in die Höhe schiessen — einen namhaften Wachstumsbeitrag lieferte aber auch das Segment Hörgeräte. Bild: Archiv ZSZ

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Das Jahresergebnis von Sonova überzeugt — auf den ersten Blick: Der Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2016/17 (per Ende März) um über 15% auf knapp 2,4 Mrd. Franken. Auf den zweiten Blick zeigt sich, dass ein Grossteil des Umsatzwachstums durch die im Mai 2016 erfolgte Übernahme der Retailkette von AudioNova — einem in Europa tätigen Servicenetzwerk von Hörgeräteanbietern — zustande kam.

Die für über 900 Mio. Franken übernommene AudioNova betreibt über 1300 Fachgeschäfte in acht Ländern und wurde ab September 2016 konsolidiert.Das organische Wachstum von Sonova, also aus eigener Kraft, betrug im Berichtsjahr 4,3%. Zudem führte der Zukauf zu einem deutlichen Anstieg der Vertriebs-, Marketing- und Administrationskosten.

3300 eigene Verkaufsstellen

Das Retailgeschäft — der Verkauf über die Ladentheken in eigenen Läden — gewinnt bei Sonova immer mehr an Bedeutung. Heute ist Sonova in Europa die Nummer zwei hinter Amplifon. Das Geschäft trägt mittlerweile über 40 Prozent zum Gesamtumsatz der Stäfner Industriegruppe bei. Damit deckt Sonova im Bereich Hörlösungen die gesamte Wertschöpfungskette ab, von der Herstellung, über die Distribution bis zu den Verkaufskanälen. Das ist ein in dieser Industrie einzigartiges Geschäftsmodell.

Weltweit verfügt Sonova über mehr als 3300 eigene Verkaufspunkte in zwölf Schlüsselmärkten. In diesem Segment stieg der Umsatz im Geschäftsjahr 2016/17 um 42,7% in Lokalwährungen auf 879,1 Mio. Franken. Das Hörgerätegeschäft, das die Umsätze mit unabhängigen Audiologen, Retailketten, multinationalen und staatlichen Kunden, nicht aber das eigene Retailgeschäft umfasst, stieg im Berichtszeitraum um 2,8% in Lokalwährungen auf 1,31 Milliarden.

«Wir haben in der zweiten Jahreshälfte das Rennen gemacht», sagte Konzernchef Lukas Braunschweiler am Dienstag an der Präsentation der Jahresbilanz am Hauptsitz in Stäfa. Während Sonova im ersten Halbjahr den Umsatz um 5,5% steigerte, betrug der Zuwachs im zweiten Abschnitt 24,5%. Die Wachstumsbeschleunigung führte Braunschweiler neben der Übernahme von AudioNova vor allem auf die Einführung zahlreicher neuer Produkte zurück, etwa im Bereich wiederaufladbarer Hörlösungen oder drahtloser Kommunikationsmittel. Daneben entwickelten wichtige europäische Märkte wie Grossbritannien, Skandinavien, Frankreich und Italien eine erfreuliche Wachstumsdynamik.

Deutlich mehr Mitarbeiter

Zum Ende des Geschäftsjahres 2016/17 beschäftigte Sonova weltweit 14 089 Mitarbeitende — davon rund 1000 in der Schweiz — und damit 3195 mehr als im Vorjahr. Der Anstieg ist in erster Linie auf die Akquisition von AudioNova zurückzuführen. Darüber hinaus ist die Zahl der Mitarbeitenden in der Fertigung im Operation Center von Sonova in Vietnam gestiegen, dessen Produktionskapazitäten weiter ausgebaut wurden.

Braunschweiler erwartet für das neue Geschäftsjahr 2017/18 sowohl im Hörgeräte- als auch im Implantate-Segment «ein solides Umsatz- und Gewinnwachstum». Zusammen mit der Vollkonsolidierung der im Vorjahr getätigten Akquisitionen, insbesondere von AudioNova, rechnet die Führungscrew von Sonova beim Gesamtumsatz mit einem Wachstum von 10 bis 12% in Lokalwährungen. An der Börse standen Sonova am Dienstagnachmittag um über 1,6% im Plus. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 16.05.2017, 15:28 Uhr

Geschäftsjahr 2016/17 in Zahlen

Der weltgrösste Hörgerätehersteller Sonova hat den Umsatz im Geschäftsjahr 2016/17 (per Ende März) um 15,6% auf 2,39 Mrd. Franken gesteigert, in Lokalwährungen um 15,3%. Den Löwenanteil von knapp 2,2 Milliarden dazu trug das Hörgeräte-Segment bei, wie das Unternehmen mit Sitz in Stäfa gestern bekannt gab. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies eine Zunahme von 16,2%.

In der Sparte Cochlear-Implantate (Hörimplantate) setzte Sonova im Berichtszeitraum 205,4 Mio. Franken um und damit 9,8% mehr als im Jahr zuvor. Beim Reingewinn legte der Konzern um 3% auf 356,2 Millionen zu. Unter Ausklammerung von Einmalkosten (für die Übernahme von AudioNova) stieg der Betriebsgewinn auf Stufe Ebita um 11,8% auf 481,4 Mio. Franken.

Aufgeschlüsselt nach Regionen, verzeichnete die Industriegruppe vor allem bei der Umsatzentwicklung in Europa, Mittlerer Osten und Afrika (Emea) einen klaren Zuwachs. In Lokalwährungen erzielte das Unternehmen hier einen Zuwachs um knapp 34%. In dieser Region generiert Sonova 48% seines Gruppenumsatzes. In den USA, mit 33% Anteil am Gesamtumsatz, stiegen die Umsätze um 1% in Lokalwährungen.

Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung von Sonova vom 13. Juni eine Dividende von 2,30 Franken. Das ist eine Erhöhung um 9,5% gegnüber dem Vorjahr.(ths)

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