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Überbauung auf Kirchenland erntet Kritik

Ob auf einem Grundstück der Reformierten Kirchgemeinde 42 Wohneinheiten entstehen, entscheidet sich am 21. Mai. Die Investorin geniesst in Meilen wenig Vertrauen. Nun äussert sich der CEO zu den Vorwürfen.

Rechts ein Mehrfamilienhaus, links Reihenhäuschen: So präsentiert sich die geplante Überbauung im Meilemer Gebiet Schilt (Blick in Richtung Herrliberg).
Rechts ein Mehrfamilienhaus, links Reihenhäuschen: So präsentiert sich die geplante Überbauung im Meilemer Gebiet Schilt (Blick in Richtung Herrliberg).
Visualisierung/zvg

Seit Monaten gärt es im reformierten Meilen. Mit der Absicht der Kirchenpflege, Bauland an eine Immobilienfirma abzutreten, tun sich viele Gemeindemitglieder schwer. Von «imageschädigenden Luxusbauten» war in Leserbriefen die Rede und von einem «undurchsichtigen Eindruck», den die Baurechtsnehmerin hinterlasse. Deren Verwaltungsratspräsident sei bisher durch seine privaten Luxus-Investments aufgefallen, etwa in Kilchberg.

Die Firma trägt den etwas sperrigen Namen Swiss Property Sustainability Portfolio AG. Sie ist vollständig im Besitz der Swiss Property Development Group AG, einer Holding mit Sitz in Zug. Dass sich das Investment, zum Schaden der Meilemer Reformierten, als nicht nachhaltig entpuppen könnte, stellt CEO Reimer Siegert in Abrede: «Dieses Projekt ist wichtig für uns, denn wir wollen uns damit selber eine Referenz schaffen.»

Mieten statt kaufen

Die Swiss Property Sustaina­bility Portfolio AG ist mit knapp einem Jahr eine noch junge Firma. Offenbar will sie sich – entgegen der in Meilen kursierenden Kritik – schweizweit auf preisgünstige und studentische Wohnbauten konzentrieren. Siegert belegt dies damit, dass man eben erst entschieden habe, ein Grundstück in Küsnacht weiterzuverkaufen: «Es hätte sich für Luxusobjekte geeignet, doch in diesem Segment wollen wir nicht tätig sein.»

«Wir wollen uns mit dem Projekt selber eine Referenz schaffen.»

Reimer Siegert, Swiss Property Development Group

Auf dem Grundstück Schilt in Meilen werden laut Siegert ausschliesslich Mietobjekte realisiert. Vorgesehen sind 32 Wohnungen mit 2½ bis 4½ Zimmern in einem viergeschossigen Mehrfamilienhaus sowie zehn Reiheneinfamilienhäuser. Stockwerkeigentum sichere einem Investor zwar höhere Erträge, räumt der CEO ein. Man wolle aber eine ­sozial durchmischte Kundschaft ansprechen – gerade auch Leute, die sich kein Wohneigentum leisten könnten.

Zusicherung von Credit Suisse

Dass die Mieten überrissen sein könnten – was in Meilen zu vernehmen ist –, dementiert Siegert. Als Beispiel nennt er die Reiheneinfamilienhäuser, die insbesondere für Familien gedacht sind. Diese hätten einen Grundriss von etwa 110 Quadratmetern und würden monatlich netto rund 3200 Franken Miete kosten. «Mit Luxus», findet Siegert, «hat das nichts zu tun.»

Auf die Zweifel an der Bonität der Swiss Property Sustainability Portfolio AG hat die Firma reagiert. Nach der Kirchgemeindeversammlung im Dezember habe man «Signale setzen» wollen, sagt Reimer Siegert. Diese bestehen aus vier Dokumenten, die bei der Kirchgemeinde aufliegen und öffentlich einsehbar sind. Erstens hat sich die Baurechtsnehmerin verpflichtet, den ersten Jahreszins – also 321 795 Franken – unmittelbar nach einem positiven Entscheid an der Urne zu überweisen. Fällig wäre der Betrag eigentlich erst, wenn eine rechtskräftige Baubewilligung existiert.

Zweitens liegt eine Garantie der Muttergesellschaft vor. «So haftet die gesamte Firmengruppe für die Verpflichtungen aus dem Baurechtsvertrag und nicht nur die Projektgesellschaft», erklärt Siegert. Drittens könne eine positive Bankauskunft der Bank Julius Bär eingesehen werden, und viertens habe die Credit Suisse eine Finanzierungsbestätigung für die Überbauung abgegeben. Im Baurechtsvertrag selber sei überdies eine Grundschuld zugunsten der Kirchgemeinde über 966 000 Franken eingetragen.

Die Estland-Connection

In einem Leserbrief im «Meilener Anzeiger» ist die Rede von Holzfertigelementen, die für die Schilt-Überbauung aus Estland importiert werden sollen, weil die Swiss Property Development Group AG dort eine entsprechende Produktion führe.

«Das ist schlicht nicht korrekt», sagt dazu Reimer Siegert. Es sei noch nicht einmal entschieden, ob überhaupt mit Holz gebaut würde. Sicher sei hingegen, dass man auf erneuerbare Energiequellen setze. Garant ­dafür soll der Architekt Dietrich Schwarz sein, der selber in Meilen lebt und unter anderem Vorstandsmitglied von Minergie Schweiz ist. Laut Siegert wird ein Schweizer Generalunternehmer beauftragt, das Projekt zu realisieren. Diesem will man die Auflage machen, so weit wie möglich Handwerker aus der Region zu berücksichtigen.

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