Küsnacht

Über 2000 Küsnachter feiern ihre Jass-Party

Die Seegemeinde hat die perfekte Kulisse für den TV-Quotenrenner «Donnschtig-Jass» gebildet. Die Sendung bot knapp zwei Stunden lang gute Unterhaltung.

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An der Tür zum Übertragungswagen befindet sich ein Lämpchen mit der Aufschrift «On Air». Im Innern des Wagens ist das eigentliche Nervenzentrum für die Sendung «Donnschtig-Jass» untergebracht. «Von hier aus geht das Signal zu einem geostationären Satelliten in 36 000 Kilometern Höhe und von dort zurück ins Studio Leutschenbach», erklärt Gilles Cantor, Projektleiter der Produktionsfirma TPC, vor Beginn der Sendung, wie die Bilder von den 36 Jasskarten und des Showteils den Weg in die gute TV-Stube finden.

Punkt 20.05 Uhr leuchtet das Lämpchen rot auf. «Bitte nicht stören», heisst es von nun an. Moderator Roman Kilchsperger rückt singend ins Bild. «Guete Oobig mitenand, Lüüt vo Stadt und Land, nämäts Chartespiil i d Hand», begrüsst er die Zuschauer auf dem Küsnachter Dorfplatz und die Fernsehzuschauer zu Hause. Kilchsperger wird von seinen Ehrengästen, Steffi Buchli, Sportmoderatorin beim Schweizer Fernsehen, und Mundartsänger Florian Ast, musikalisch unterstützt. «In Küsnacht lässt es sich durchaus leben», beendet Kilchsperger die Anmoderation.

An mehr als 200 Tischen haben die Fans mitten in Küsnacht Platz genommen. Je zehn Leute pro Tisch bilden kumuliert eine stattliche Kulisse von weit über 2000 Zuschauern. Rund um den Dorfplatz verfolgen weitere Schaulustige das muntere Geschehen im Stehen. Einen Ehrenplatz haben Jasskönigin Katharina Schirmer, Martin Schneider, Severin Hauser und René Klaus bekommen. Sie erreichten in der Vorwoche mit dem Sieg im Differenzler gegen Herausforderer Bonstetten, dass Küsnacht nun Gastgeber für das Duell zwischen Olten und Subingen ist.

Küsnacht im Porträt

Bräteln am grossen Grill ist für das Publikum nun während der Sendung nicht mehr erlaubt. Vor laufenden Kameras bedienen die Mitglieder der lokalen Vereine wie der Frauenverein Berg, der Männerturnverein oder der Veloclub die Gäste auch nur noch diskret mit Tranksamen. Nach der Sendung dauert das Volksfest mit Verköstigung aber noch bis Mitternacht.

«Wir beginnen nun mit einer kleinen Reise durch Küsnacht», leitet Stimmungsmacher Kilchs­perger die vorproduzierten Kurzbeiträge über den Gastgeber ein. Zu Ehren kommt das Katzenhotel Ermitage. Weiss man während der Ferien nicht, wohin mit der Katze, bietet es im Küsnachterberg die perfekte Unterkunft für die Tiere. Ebenfalls thematisiert werden die Seeretter, eine Schachschule für Kinder und die Firma, die elektrische Kleinautos produziert. Das regionale Handwerk repräsentiert Goldschmied Christoph Krähenmann, den Weinbau das Familienunternehmen Welti und Winzer Didi Michel.

Florian Ast rockt Küsnacht

Nach der Präsentation des Gastgebers ist Showtime angesagt. Florian Ast und Band betreten die Bühne und rocken den «Daneli vom Trueb», den Hit, mit dem der Mundartsänger vor 20 Jahren den Durchbruch geschafft hat. Er fühle sich eher wie ein Berner, sagt der Emmentaler im Gespräch mit der ZSZ. Über Küsnacht ist er voll des Lobes: «Ich komme immer wieder gern nach Küsnacht und an den schönen Zürichsee. Einfach nur um zu verweilen und zu entspannen.» Viel Applaus für seinen Auftritt heimst auch DJ Ötzi ein, der im Duett mit Nik P einen Disco-Schlager zum Besten gibt.

Wette gewonnen

Zu «Wetten, dass . . .?» wird der «Donnschtig-Jass» beim Auftritt von Steffi Buchli. Ihr kommt in einem ebenfalls vorproduzierten Beitrag die Aufgabe zu, einen Monstertruck – fünf Tonnen schwer und 800 PS stark – über Stock und Stein zu manövrieren. 80 Prozent der TV-Zuschauer voten für ein «Ja, sie schafft das». Sie meistert die Aufgabe in der Tat.

Zu den Gewinnern des Abends gehört auch Olten, das den Jass gegen Subingen zu seinen Gunsten entscheidet. Tosender Applaus beendet schliesslich die Jass-Show. Auch wenn das rote Lämpchen ausgelöscht, SRF nicht mehr «On Air» ist, hören die Zuschauer nicht auf zu applaudieren.

Dass die berühmteste Küsnachterin, Tina Turner, eine Teilnahme an der Sendung dankend abgelehnt hatte, konnte Moderator Roman Kilchsperger nicht auf sich sitzen lassen. Aber auch ein Ständchen mit Blumenstrauss vor der Villa des Superstars blieb erfolglos – zumindest fast. Zum Ende der Sendung kam doch noch eine Tina auf den Dorfplatz: die Frisur noch gewagter und das Röckchen noch kürzer als bei der echten. Markus Ernsts Fazit nach der Sendung war kurz und klar: «Fantastisch!» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 29.07.2016, 08:51 Uhr

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