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Turbulenzen um ein Geheimrezept

Eigentlich wollen die beiden Schwestern Rösli und Trudi nur etwas schöner sein. Doch dann gerät auf ihrem Bauernhof einiges aus den Fugen. Dies zeigt die Theatergruppe Oetwil mit ihrem neusten Stück. Am Freitag feiert es Premiere.

Die Schwestern Trudi und Rösli (Beatrice Burri und Evi Bachmann, 2. und 3. von links) sind auf der Suche nach einem Schönheitsrezept.
Die Schwestern Trudi und Rösli (Beatrice Burri und Evi Bachmann, 2. und 3. von links) sind auf der Suche nach einem Schönheitsrezept.
Michael Trost

Ein Wundermittel, das die Zeichen des Alterns zum Verschwinden bringt. Mehr noch: Das geradezu vor Schönheit erstrahlen lässt. Gar manche Frau wünscht sich dies herbei. Besonders aber die Schwestern vom Hochrütihof. Nicht mehr die Jüngsten sind die beiden Bäuerinnen – und eigentlich wäre es schon längst an der Zeit, zu heiraten. Doch krumme Beine und eine Zahnlücke bei der einen, ständig in den Kleidern hängender Stallgeruch und grobschlächtiges Auftreten bei der anderen erschweren die Suche nach der grossen Liebe: Ihr Familienname Wüest ist wahrlich kein Zufall.

Dann aber bietet sich ihnen die Chance, besagtes Wundermittel zu bekommen – als erste Anwenderinnen überhaupt. Dies ist die Ausgangslage des neusten Stücks der Theatergruppe Oetwil. «Gülle, Mischt und Schönheitswahn» ist ab Freitag in der Mehrzweckhalle Breiti zu sehen. Und damit, wie in den vordem gemächlichen Alltag der Schwestern (Evi Bachmann und Beatrice Burri) ungeahnte Aufregung Einzug hält. Kreuzen doch eine Filmcrew und der Wissenschaftler Hasenfratz (Ivo Bachmann), der das Wundermittel entwickelt hat, auf dem Hof auf. Letzterer fragt obendrein Nachbarin Marie (Isabel Hählen) nach dem Rezept von Röslis weitum bekannter Schokoladencrème und auch Viehhändler Moser (Hansueli Gerig) kommt vorbei, um das Vieh, das er Tage zuvor gekauft hat, abzuholen.

Voller Zweideutigkeiten

Man ahnt es: Diese Zusammenstellung von Personen mit den verschiedensten Absichten, so unverfänglich sie zunächst scheinen mag, ist voller Potenzial für Verwechslungen, Irrungen und Wirrungen und manch komische Situation. Und so kommt es denn auch tatsächlich. Dabei stellt sich heraus: Die beiden Schwestern sind bei aller Hässlichkeit eines nicht: auf den Mund gefallen. Schlagfertig kommentieren sie die Vorgänge auf ihrem Hof, wovon nur so viel verraten sei: Hasenfratz‘ Rezept für die Wunder-Schönheitscrème ist ein begehrtes Objekt. Aber auch die anderen Figuren sind kaum um eine ironische Antwort oder einen träfen Spruch verlegen. Wortspielereien und zu Missverständnissen führende Doppeldeutigkeiten ziehen sich als Stilmittel vom Anfang bis zum Schluss durch die zweiaktige Dialektkomödie.

Seit Juni ist die Theatergruppe mit Proben beschäftigt, ab Mitte Oktober intensiv. So auch am Sonntagnachmittag. Die schnellen Dialoge seien eine Herausforderung des Stücks, sagt Vizepräsidentin Beatrice Burri, die die Rolle der Trudi verkörpert. «Die vielen Ortswechsel auf der Bühne verlangen eine hohe Konzentration.» Doch sie und ihre Kollegen haben die Choreografie im Blut, wie sich an der Probe zeigt. Als seien sie in ihrem eigenen Wohnzimmer, bewegen sie sich durch die Kulissen, die das Geschehen Ende der 1950er- Jahre verorten.

Wenig geändert

Ein fünfköpfiges Team der Theatergruppe liest sich jeweils im Frühling durch eine Stückauswahl, die es sich vom Aargauer Theaterverlag Breuninger auf seine Wünsche zusammenstellen lässt. Bald schon hätten sie sich auf «Gülle, Mischt und Schönheitswahn» des zeitgenössischen Autors Lukas Bühler geeinigt. «Die Komödie hat uns durch ihren Witz überzeugt», sagt Regisseurin Birgit Hoogeveen, «denn die Gags machen alle für die Gesamthandlung einen Sinn.» Nur wenig hätten sie an der Originalversion geändert. Etwa einige Ausdrücke aus dem Aargauer Dialekt durch ihre Zürcher Entsprechungen ersetzt oder hie und da einen eigenen Witz eingefügt.

Seit zehn Jahren wirkt Hoogeveen, wie auch Burri, in der Theatergruppe mit, die 1969 als Sektion des Turnvereins und 1986 als eigenständiger Verein gegründet wurde. Seit Anbeginn habe der Fokus auf Lustspielen gelegen. «Diese Art Stücke schätzt unser Publikum», sagt die Regisseurin. In der Tat sprechen die Erlebnisse von Rösli und Trudi auf ihrer Suche nach Schönheit ein breites Interesse an. Dies lässt sich jedenfalls aus dem gut angelaufene Vorverkauf für die fünf Vorführungen folgern.

Premiere am Freitag, 3. November. Weitere Vorstellungen: 4.,5.10. und 11. November. Freitag und Samstag 20 Uhr, Sonntag 16 Uhr. Vorverkauf unter 076 720 21 69 oder www.theater-oetwil.ch.

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