Hombrechtikon

Turbulenzen auf der MS Sausewind

An ihrer Vorpremiere zeigte die Theatergruppe Niklausbühne «Schiff über Bord» aus der Feder von Dani von Wattenwyl. Seine Stücke sind Garant für geistreiche Sprüche und Heiterkeit.

Die Hombrechtiker Niklausbühne zeigt mit «Schiff über Bord» ein heiteres Theaterstück.

Die Hombrechtiker Niklausbühne zeigt mit «Schiff über Bord» ein heiteres Theaterstück. Bild: PD/Hauenstein

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Der Radio- und Fernsehmoderator, Schauspieler und Schriftsteller Dani von Wattenwyl ist in Basel eine Institution, und nicht nur, weil er das Gesicht von Tele Basel ist. Der 47-Jährige hat bereits acht Komödien geschrieben, die durchzogen sind von einem feinen Basler Witz, wie Regisseur Klaus Trottmann sagt, Boulevard à la Bâloise eben.

Das ist auch in der Dialektkomödie «Schiff über Bord» der Fall, die von Wattenwyl erst letztes Jahr zur Aufführung gebracht und darin vor heimischem Publikum auch gleich die Hauptrolle des Kapitäns Anton Anker übernommen hat. Die Theatergruppe Niklausbühne hat es am Montag an ihrer Vorpremiere vor vollen Rängen erstmals präsentiert, viel Zwischenapplaus geerntet und somit die Feuerprobe bestanden.

Auf der Hombrechtiker Bühne, die ein Schiffsdeck ist, wird Anton Anker von Christian Wäfler gemimt. Er ist der Kapitän auf dem Flussfahrtschiff «Sausewind», das am Ufer des Rheins vertäut liegt und schon bessere Zeiten gesehen hat. Nicht nur ist sein Zustand schon wegen der Ratten in der Küche bedenklich, wie Schiffsinspektor Viktor Kummerli (Walter Nater) aufdeckt. Viel schlimmer ist die schwindende Passagierzahl. Einzig Stammgast Marlene Brando (Rösly Fritschi) hält dem Unternehmen die Treue.

Reduzierte Crew

Übersichtlich ist auch die wegen den Kosten reduzierte Crew: Da sind die Mechanikerin Michailowna Mechanski und die Köchin Michelle la Casserolle, beide von Esther Karlen verkörpert. Karlen, die erst seit 2014 in der Niklausbühne mitspielt und im März zur Vereinspräsidentin gewählt wurde, ist die ideale Besetzung dieser Figuren, zumal sie das Schauspielern liebt wie nichts anderes. Den Wechsel von der burschikosen Mechanikerin zur charmanten Köchin meistert sie mit Leichtigkeit. Ihre Mimik und Gestik sind pures Vergnügen.

Patrick Bischofberger ist die Rolle des tollpatschigen 1. Offiziers Harry Schöner geradezu auf den Leib geschrieben. Er verliebt sich in die Unterhaltungschefin Eva Vogel (Daniela Rüegg), traut sich aber nicht, auf sie zuzugehen, obwohl diese von ihm schwärmt. Brenzlig wird es, als der Texanische Kreuzfahrtchef Billy Bob John James (Thomas Fritschi), der mit seiner Royal Jelly Bubble Cruise «Sausewind» gekauft hat, für eine Besichtigung angemeldet hat. Kleiner Hinweis: der Autor spielt mit ellenlangen Namen, deren Aussprache schon einem Witz gleicht. Vor allem aber ist das Stück gespickt mit geistreichen Sprüchen, die für Heiterkeit sorgen.

Name gleicht Witz

Der Crew bleibt also nichts anderes übrig, als sich auch als Passagiere vorzugeben, um dem neuen Besitzer viele Gäste vorzugaukeln. Geht es anfangs noch gemütlich zu und her auf der Bühne, steigert sich das chaotische Geschehen mit jedem Akt bis ins Absurde. Sogar der Schiffsinspektor Kummerli, eigentlich eine Nebenrolle, liefert einige der amüsantesten Szenen und wird beklatscht. Kann das alles auf Länge gut gehen? Denn so blöd ist dieser James nun auch nicht, weil er bald mal ausruft: «Dieses Schiff ist eine Katastrophe.» Sein Problem hingegen ist, dass er mit der jungen Lorena Frizzante (Tina Fehr) auftaucht und diese umgarnt, obwohl der Schwerenöter eigentlich verheiratet ist.

Was zunächst danach aussieht, dass Schiff und Crew in einer unüberwindbaren Krise stecken, erhält im letzten Akt eine völlig unerwartete Wende. Und dies nicht nur wegen dem überraschenden Erscheinen von Jessica James (Judith Casu), die ihren Gatten auf frischer Tat ertappt. Es ist schliesslich der sonst so cholerische Kapitän, der sich über jeden und alles aufregt, der den anderen mit coolem Kopf zeigt, wo es lang geht. Wie er das zustande bringt, ist derart fantastisch, man muss es einfach gesehen haben.

Premiere: Freitag, 15. November, 20 Uhr, kath. Kirchgemeindesaal, Bahnhöfliplatz 2, Hombrechtikon. Weitere Spieldaten: 16. bis 24. November. Vorverkauf unter www.niklausbuehne.ch.

Erstellt: 13.11.2019, 11:56 Uhr

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