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Trotz Therapie bleibt ein früheres Mitglied der Stäfa City Crew im Gefängnis

Ein junger Algerier hat eine lange kriminelle Karriere hinter sich. Früher war er Mitglied der Stäfa City Crew. Aber auch als Erwachsener soll er eine Jugendliche brutal attackiert haben. Er bestreitet das und behauptet, sich völlig geändert zu haben.

Das Obergericht in Zürich hat entschieden: Das ehemalige Mitglied der Stäfa City Crew bleibt im Gefängnis. Es war bereits der fünfte Gang vors Gericht für den 26-Jährigen.
Das Obergericht in Zürich hat entschieden: Das ehemalige Mitglied der Stäfa City Crew bleibt im Gefängnis. Es war bereits der fünfte Gang vors Gericht für den 26-Jährigen.
Keystone

Ein grosser Rhetoriker wird nicht mehr aus ihm. Auf die Fragen der drei Oberrichter druckst der 26-Jährige herum, sagt, er habe sich geändert. Wieso er als 26-Jähriger bereits zum fünften Mal vor Gericht steht, fragt der Vorsitzende den Algerier. Das könne er selber nicht richtig erklären, er sei eben in die falschen Kreise gelangt, hatte es schwer, als er als 9-Jähriger in die Schweiz gekommen war.

Doch nun soll sich alles ändern, er wisse nun, welche Konsequenzen sein Tun hat. Seit drei Jahren sitzt er jetzt im Gefängnis, dort geht er in die Therapie. Alles werde anders, wenn er rauskommt, beteuert er. „Sie sagen das, aber Sie wissen nicht wie Sie zu einem deliktfreien Leben kommen sollen?“ hakt einer der Richter leicht gereizt nach. Doch, in der Therapie spreche er über seine Vergangenheit, er sehe nun ein, was er falsch getan hat. „Ich bin bereit, Verantwortung zu übernehmen“, sagt der Beschuldigte entschlossen.

Zwei Einbrüche ins «Moritzli»

Einen Teil der Vorwürfe im neuen Verfahren hat der Stäfner zugegeben, kleinere Einbrüche etwa. Hingegen streitet er einen Angriff auf eine Jugendliche und zwei Einbrüche in das Schulhaus „Moritzberg“ und den Kindergarten „Moritzli“ in Ürikon weiterhin ab. In Meilen wurde er zu einer Gesamtstrafe von vier Jahren verurteilt. Detailliert versucht sein Verteidiger aufzuzeigen, dass nicht sein Mandant für den brutalen Übergriff verantwortlich war. Dabei soll er auf eine Jugendliche losgegangen sein, die Streit mit einem Kollegen hatte.

Das mutmassliche Opfer und dessen Schwester beschrieben, dass der Beschuldigte sie geschlagen, ihren Kopf gegen die Lehne einer Bank geschlagen und sie gewürgt hatte, bis das Mädchen das Bewusstsein verloren hatte. Gefährdung des Lebens sei das, befanden die Richter in Meilen. Beim Übergriff waren diverse Jugendliche anwesend, wobei sich wohl alle irgendwie kannten. Die einzige neutrale Zeugin war eine ältere Dame, die erst nach dem angeblichen Übergriff dazugestossen war. Sie will Rötungen am Hals und an den Armen des Mädchens gesehen haben.

Der Verteidiger beschreibt, dass die Schwestern einige Zeugen beeinflussten und selber die Geschichten abstimmten. Selbst die Mutter habe bei der Einvernahme Einfluss auf die Schwestern genommen. Für die Tat könne einer der anderen Jugendlichen verantwortlich gewesen sein, schliesslich hatte dieser kurz vorher mit dem späteren Opfer einen Streit, der auch in Tätlichkeiten endete, so der Verteidiger. Der Beschuldigte meinte, die Anzeichen für ein Würgen, etwa eine Stauungsblutung habe sie sich wohl zugezogen, weil sie die ganze Zeit geschrien habe. Er habe ihr bloss eine Ohrfeige verpasst und sie festgehalten. Die beiden Einbrüche seien nicht bewiesen, meinte der Verteidiger. Zwar wurde eine DNA-Spur gefunden, doch könne diese auch vom Zwillingsbruder stammen.

Fast noch zu mild

Dass ihm alles leid tut, wie er am Schluss sagt, hilft dem Beschuldigten nicht weiter. An der Beweiswürdigung des Bezirksgerichts gebe es nichts zu beanstanden. Die Oberrichter belassen die Strafe bei vier Jahren. „Das halten wir noch für eher mild“, betont der Vorsitzende. Was auf den Algerier nach der Strafe wartet, ist offen. Er wird wohl ausgeschafft, obwohl er hier einen Sohn hat. Denn eigentlich dürfte der Mann mit der bewegten Vergangenheit seit 2012 nicht mehr in der Schweiz sein.

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