Zürichsee

Trotz Hitzesommer kein Rekordjahr in den Badis

Viele Hitzetage haben den Badis in den letzten Wochen volle Schwimmbecken und leer gekaufte Glace­truhen beschert. Doch selbst wenn der Sommer 2015 noch alles gibt: Jenem von 2003 wird er kaum das Wasser reichen können.

Dieses Jahr waren die Badis auch an Wochentagen gut besucht: Das Meilemer Stransbad Dorfmeilen vergangenen Donnerstag.

Dieses Jahr waren die Badis auch an Wochentagen gut besucht: Das Meilemer Stransbad Dorfmeilen vergangenen Donnerstag. Bild: Frank Speidel

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An der Seestrasse gab es in den letzten Wochen viele Tage, an denen Autofahrer auf dem Trottoir parkierten und saftige Bussen riskierten. Wenn das Quecksilber die 30- und manchmal sogar die 35-Grad-Marke knackte, war das Bedürfnis nach einer Abkühlung im 28 Grad «kalten» Zürichsee gross. Legal parken und weite Wege durch die Hitze zu marschieren, um an den Badeplatz zu gelangen, war vielen Autofahrern zuwider. Regelmässig büsste die Polizei Falschparker, die die Badeanlagen bevölkerten.

Schwitzen statt frieren

Eine Umfrage zeigt, dass der Sommer 2015 sicher besser sein wird als 2014. Viele Regentage hielten vor einem Jahr Badefreudige vom See fern – ganz zur Freude der ­Enten, die tagelang das Floss für sich hatten und im Nieselregen ausharrten.

Diesen Sommer können die Enten die Flösse kaum geniessen: Alleine im Strandbad Männedorf wurden seit Saisonbeginn rund 34 000 Eintritte gezählt. An 2003 wird der Sommer 2015 trotzdem nicht herankommen: Damals wurden im Strandbad 63 800 Eintritte gezählt. Dieses Jahr seien nach zwei nassen, kühlen Sommern für die Ferien wahrscheinlich viele verreist – dies die These des Bademeisters.

Zahlen können täuschen

In Meilen klingelten die Kassen in den Badis diesen Sommer zwar häufiger als vor einem Jahr. Doch so geschmiert wie 2003, als es über Monate heiss war, lief das Geschäft diesen Sommer nicht. Rund 70 000 Franken wurden in der ­Badi Dorfmeilen seit Saisonbeginn eingenommen, sagt der stell­vertretende Gemeindeschreiber Marc Bamert. Der Rekord von gut 90 000 Franken im Jahr 2003 wird dieses Jahr kaum geknackt.

So auch in der Badi Feldmeilen: Rund 25 000 Franken wurden bis jetzt eingenommen. Rund 19 000 waren es 2014, 33 000 im Rekordjahr 2003. Immerhin: Die 30 000er-Marke könnte in Feldmeilen erreicht werden – sofern es in den kommenden Wochen warm bleibt.

Doch darüber, wie viele Leute sich tatsächlich in den Badis befanden, gibt die Zahl der Eintritte nur bedingt Aufschluss. Denn in einigen Gemeinden wurden auch Saisonkarten-Eintritte wie Einzeleintritte gezählt.

Wie viele baden «schwarz»?

In vielen Badis lösen die Be­sucher selber den Eintritt – sporadisch kon­trol­liert der Bademeister, ob bezahlt worden ist. «Schwarzbadende», die sich in den Badis tummeln, tauchen logischerweise in keiner Bilanz auf. Tatsächlich dürften wohl etwas mehr Menschen sich in den Badis befunden haben, als Eintritte ­gezählt wurden.

Anders als in Meilen werden in Küsnacht die Eintritte gezählt. Dort ist man zufrieden: «Dieser Sommer ist besser als der letzte», kann der Leiter der Küsnachter Liegenschaftenabteilung, An­dreas Tanner, schon heute sagen. Während es 2014 während der ganzen Saison im Strandbad und im Kusenbad 47 500 Eintritte waren, sind es in diesem Sommer bereits etwa 55 000. Doch mit 2003 ist dieser Sommer nicht vergleichbar: 95 796 Eintritte waren es damals.

Dass sich die Zahl der Bade­gäste nur schwer genau erfassen lässt, sagt auch der stellvertretende Gemeindeschreiber aus Stäfa, Dieter Suter. Im Stäfner Strandbad Lattenberg lösen die Badegäste ihr Eintrittsticket selber. Wie viele Personen sich in der ­Badi befinden, kann nicht gesagt werden.

Oetwiler Badi gut besucht

Ein Sonderfall ist das Schwimm­bad Eichbüel in Oetwil: Für diesen Sommer wurden die Öffnungszeiten wegen unerwarteter personeller Probleme gekürzt. Die Gäste kamen trotzdem: «Die Badisaison ist noch nicht vorbei, und wir hatten schon 14 000 Badegäste bei uns», freut sich Bademeister Markus Deuber und fügt an: «Letztes Jahr waren es total 10 000.»

Erstellt: 18.08.2015, 08:30 Uhr

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