Kantonsratswahlen

SVP zieht mit fünf Bisherigen in den Wahlkampf

Die SVP des Bezirks Meilen schickt mit dem Herrliberger Landwirt Domenik Ledergerber kurz vor den Wahlen einen Neuling in den Kantonsrat. Dies sowie eine zugezogene SVP-Politikerin machen die Wahlen 2019 unberechenbar für die Partei.

Welche SVP-Vertreter ziehen 2019 für den Bezirk Meilen in den Kantonsrat ein? Die Wahl im März könnte für die Volkspartei unberechenbar werden.

Welche SVP-Vertreter ziehen 2019 für den Bezirk Meilen in den Kantonsrat ein? Die Wahl im März könnte für die Volkspartei unberechenbar werden. Bild: Keystone

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Die SVP hat als erste Partei im Bezirk Meilen ihre Kandidaten­liste für die Kantonsratswahlen vom 24. März 2019 verabschiedet – und schon jetzt zeichnet sich ab, dass wohl nicht alle ihrer bisherigen Kantonsräte wieder gewählt werden. Das liegt an einer für die Partei vertrackten Ausgangslage: Nach den Wahlen 2015 stellte die SVP vier der 13 Kantonsräte aus dem Bezirk Meilen. Im Lauf der Legislatur zogen zwei weitere aus der Stadt Zürich in den Meilemer Wahlkreis – potenziell könnten sich somit nächstes Jahr sechs Bisherige zur Wiederwahl stellen.

Der am Dienstag veröffentlichten Wahlliste ist nun zu entnehmen, dass die SVP des Bezirks Meilen zwar nicht mit ganz so vielen Bisherigen in den Wahlkampf zieht, aber immerhin mit fünf. Und es wird deutlich, dass selbst sie nicht damit rechnet, dass alle wiedergewählt werden.

«Die SVP hat sich zum Ziel gesetzt­, ihren Wähleranteil und die vier Sitze zu halten», heisst es in einer Mitteilung der Partei. «Das ist ein realistisches Ziel», sagt Christian Hurter, Präsident der SVP-Bezirkspartei, auf An­frage. Vor vier Jahren hätte die Partei beinahe einen fünften Sitz erobert. Doch 2019 würde es schwieriger, in die Reichweite eines zusätzlichen Sitzes zu kommen, sagt Hurter – nicht zuletzt deshalb, weil dem Bezirk Meilen aufgrund der Bevölkerungsverteilung im Kanton neu nur noch 12 statt 13 Sitze zustehen.

Amacker kandidiert nicht

Das verschärft den Wahlkampf am rechten Seeufer. «In der Tat schafft wohl einer der bisherigen Kantonsräte die Wiederwahl nicht», sagt Hurter. «Das ist schade­, weil es sich um gute und eta­blierte Leute handelt.» Umso mehr müsse sich die Partei im Wahlkampf anstrengen.

Hurter zählt selber zu den Bisherigen, die wiederkandidieren. Aus­ser dem Ueti­ker stellen sich Hans-Peter Amrein (Küsnacht) und Tumasch Mischol (Hombrechtikon) sowie Nina Fehr Düsel (Küsnacht) erneut zur Ver­fügung. Letztere ist im Lauf der Legislatur aus der Stadt Zürich hinzugezogen und somit neu im Wahlkreis Meilen. Dasselbe gilt für Bruno Amacker, der ebenfalls seit kurzem in Küsnacht und nicht mehr in Zürich lebt. Anders als Fehr Düsel will er aber nicht mehr kandidieren, wie er auf Anfrage sagt. «Nach 20 Jahren Par­lamentserfahrung in Stadt und Kan­ton Zürich ist es Zeit für mich aufzuhören.» Er wolle das Feld Jüngeren überlassen.

Gibts nur ein kurzes Gastspiel?

Ein solcher Nachwuchspolitiker ist der Herrliberger Domenik Ledergerber. Er beerbt kurz vor Legislaturende eine erfahrene Politikerin, die den Rat vorzeitig verlässt: Die Uetikerin Theres Weber-Gachnang, die 2015/16 als Höhepunkt ihrer politischen Karriere den Kantonsrat präsidierte, hat diese Woche den Rücktritt eingereicht.

Damit ebnet sie dem 30-jährigen Ledergerber den Weg, der bei den Kantonsratswahlen 2015 mehrere Plätze auf der Liste der SVP des Bezirks Meilen gut machte und nun nachrutscht. Der Landwirt kann dadurch Politluft im Kantonsparlament schnuppern – und im nächsten März nebst den erfahrenen Politikern Amrein, Mischol, Hurter und Fehr Düsel als fünfter bisheriger SVP-Kantonsrat aus dem Bezirk Meilen antreten. Allerdings läuft er Gefahr, nur ein kurzes Gastspiel im Kantonsrat zu geben. Als Neuling wird er sich dort in der kurzen Zeit kaum profilieren können. Schaffen es tatsächlich nur vier SVP-Politiker aus dem Bezirk Meilen in den Kantonsrat, muss er darauf hoffen, dass die Wähler ihm einer etablierten Kraft gegenüber den Vorzug geben. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 04.09.2018, 20:43 Uhr

Auch Roberto Martullo tritt nochmals an

Die SVP will stärkste Partei im Bezirk Meilen bleiben. Sie strebt zwar keinen zusätzlichen Sitz an, möchte aber ihren Wähleranteil – 2015 betrug er 31,2 Prozent – ausbauen. Zudem werden 2019 gleich fünf bisherige SVP-Kantonsräte vom rechten Seeufer versuchen, ihren Sitz zu ver­teidigen (siehe Haupt­ar­ti­kel). Angeführt wird die Liste­ von Hans-Peter Amrein, Ge­schäfts­­führer aus Küsnacht, gefolgt von Tumasch Mischol, diplomierter Gemeindeschreiber aus Hombrechtikon, und Christian Hurter, selbstständig tätiger Bauingenieur aus Ueti­kon. Auf Platz vier tritt Landwirt Domenik Ledergerber (Herrliberg) an, der bald im Kantonsrat vereidigt wird. Fünfte auf der Liste ist Unternehmerin und Juristin Nina Fehr Düsel (Küsnacht).

Hinter den Bisherigen folgt auf dem sechsten Listenplatz Roberto Martullo, Unternehmer aus Meilen. Er kandidierte schon 2015, scheiterte aber trotz aufwändiger Wahlkampagne. Weitere Kandidaten sind Martin Hirs, Zolli­ker Gemeinderat und Immobilientreuhänder, Anna­ Nadjenovic, Zahnärztin aus Erlenbach, Bruno Meyer, Mitglied der Stäfner Rechnungsprüfungskommission und Chief Risk Officer einer Bank, André Hartmann, Zumiker Gemein­derat und Verkaufsleiter, Raphael Bürgi, Unternehmensberater und Revisor aus Ueti­kon, sowie Thomas Lüthi, Männedörfler Gemeinderat und Turnlehrer.

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