Wetter

Sturm schüttelt Zürichsee-Schiffe durch

Ein Wintersturm ist am Donnerstag mit Böen von 80 bis 90 km/h über die Region gefegt. Die ZSG-Kapitäne passten ihre Fahrweise den ruppigen Bedingungen an. Grössere Schäden gab es nicht.

Wie auf hoher See: Wegen des Sturms mussten die Kapitäne der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft am Morgen gegen den Wind aufkreuzen, also die Route verändern.
Video: Martin Steinegger

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Ein Schneesturm hat am frühen Donnerstagmorgen die Region überquert. Das Sturmtief namens «Zubin » brachte dabei im Flachland Sturmböen von 80 bis 90 km/h, in höheren Lagen (zum Beispiel dem 1132 Meter hohen Hörnli) wurden Orkanböen bis 140 km/h gemessen. Zudem gab es kräftigen Schneefall, in den tiefsten Lagen auch Schneeregen oder Regen.

Für ein besonderes Erlebnis – oder je nach dem einen flauen Magen – sorgte der Wintersturm auf den Schiffen der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG). Wind und Wellen liessen vor allem die Querschiffe deutlich stärker auf dem Wasser «tanzen» als üblich.

ZSG-Schiffe kreuzten gegen den Wind auf

Die Kapitäne wendeten deshalb ein spezielles Manöver an: So steuerte zum Beispiel die MS Zimmerberg (08:16 Uhr-Fahrt) nicht wie üblich auf direktem Weg von Männedorf nach Wädenswil. Vielmehr fuhr der Kapitän zunächst Richtung Zürich und wendete nach etwa zwei Drittel der Strecke abrupt. Mit dem Wind im Rücken steuerte er dann den Wädenswiler Schiffssteg an.

Wie ZSG-Mediensprecherin Wiebke Sander auf Anfrage sagt, wird dieses Manöver als «gegen den Wind aufkreuzen» bezeichnet. «Das wird gemacht, um das Rollen des Schiffes in den Wellen abzumindern», erklärt sie. Im Wesentlichen versuche der Kapitän dabei zu verhindern, dass das Schiff parallel in den Wellen fahre. Das «Rollen», also das Schwanken des Schiffes, könne so reduziert werden.

Problematisch sei die Situation am Morgen jedoch zu keinem Zeitpunkt gewesen, betont Wiebke Sander. Dafür seien die Windspitzen zu tief gewesen. Das Aufkreuzen gegen den Wind wird gemäss Sander nicht aus Sicherheitsgründen gemacht – sondern um die Mägen der Passagiere zu schonen.

Umgestürzte Bäume blockieren Strassen

Grössere Schäden hat der Sturm «Zubin» zumindest im Flachland nicht angerichtet. Wie Stefan Oberlin, Mediensprecher der Kantonspolizei Zürich sagt, fielen dem Wind vor allem in erhöhten Lagen auf dem ganzen Kantonsgebiet einige Bäume zum Opfer. «Wir hatten rund zwei Dutzend Meldungen deswegen», sagt Oberlin.

Teilweise kam es wegen der umgestürzten Bäume zu blockierten Strassen und Verkehrsbehinderungen, so zum Beispiel am frühen Morgen im Horgenberg auf der Bergstrasse. In Thalwil wurde das Absperrgitter des Weihnachtsmarktes weggewindet. Vom rechten Zürichseeufer und aus dem Linthgebiet liegen der Polizei keine Schadensmeldungen vor. (zsz.ch)

Erstellt: 14.12.2017, 12:24 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Newsletter

Das Beste der Woche.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!

Kommentare

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben