Wetter

Sturm bleibt zahmer als «Burglind»

Mit Böen um 90 km/h ist ein Wintersturm am Dienstag über die Region gezogen. Damit war der Sturm deutlich schwächer als «Burglind». Bis Donnerstag bleibt es stürmisch.

Unter erschwerten Bedingungen wurden die Aufräumarbeiten in den Wäldern der Region am Dienstag fortgesetzt.
Video: Paul Steffen

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Derzeit befindet sich der Alpenraum in einer ruppigen westlichen Höhenströmung. Darin eingebettet ist am Dienstag ein erstes Sturmfeld übers Land gezogen. Dieses brachte im Flachland der Nordostschweiz verbreitet Windböen von 80 bis knapp über 90 km/h. Die Böen seien damit wie erwartet schwächer ausgefallen als beim Sturm Burglind am 3. Januar, sagt Daniel Gerstgrasser, Meteorologe von Meteoschweiz, auf Anfrage.

Gemäss einer meteorologischen Faustregel sind im Flachland dann verbreitet Schäden an Infrastruktur und Vegetation zu erwarten, wenn verbreitet Sturmböen über 90 km/h auftreten. Dieser Wert sei heute nicht erreicht worden, sagt Gerstgrasser. Grössere Schäden sind entsprechend nicht zu erwarten.

Stabile Schichtung verhindert Schäden im Flachland

Ein Grund für die eher verhaltenen Windspitzen im Flachland ist die Tatsache, dass die Luftmasse über unseren Köpfen am Dienstag eher stabil geschichtet ist. «Die Schweiz befindet sich im Warmsektor des Sturmtiefs», erklärt Gerstgrasser. Das bedeutet: Die kräftigen Winde in der Höhe können nicht bis in die tiefen Lagen heruntergemischt werden.

Anders sieht es hingegen in höheren und exponierten Lagen aus. Dort sind die Windspitzen deutlich «giftiger»: Auf dem Zürichberg wurden beispielsweise 110 km/h, auf der Lägeren 103 km/h und auf dem Hörnli sogar knapp 140 km/h gemessen.

Von Waldspaziergängen wird deshalb vor allem in höher gelegenen Gebieten weiterhin dringend abgeraten. In den durch «Burglind» teils stark verwüsteten Wäldern sind die Aufräumarbeiten nach wie vor im Gange (siehe Video). Die neuerliche Sturmlage erschwert diese Arbeiten.

Auch am Mittwoch bleibt es stürmisch. Es könnte sogar noch einen Zacken windiger werden als am Dienstag. Der Grund: Höhenkaltluft stösst bis zum Alpenrand vor und sorgt für eine Labilisierung der Luftmasse. Vor allem in durchziehenden Schauerzellen sei es deshalb durchaus möglich, dass am Mittwoch im Flachland nochmals Böen um 90 km/h erreicht werden, betont Gerstgrasser.

Schneefallgrenze sinkt, vorsichtige Entwarnung für Donnerstag

Mit der kalten Höhenluft sinkt auch die Schneefallgrenze. Im Verlauf des Mittwochs könne es durchaus Flocken bis an den Zürichsee geben, sagt der Meteorologe. Liegen bleiben dürfte die weisse Pracht aber kaum. In Lagen oberhalb von rund 600 bis 700 Meter kommt hingegen bis Mittwochabend eine zünftige Portion Neuschnee zusammen, speziell im Stau der Voralpen.

Vorsichtig Entwarnung gibt Meteorologe Gerstgrasser bezüglich Sturm für den Donnerstag. Anfangs dieser Woche hatte es in den Wettermodellen noch so ausgesehen, als ob an diesem Tag der stärkste Sturm dieser dreitägigen Sturmphase übers Land fegen würde. Gemäss aktuellem Stand wird der Donnerstag aber zumindest im Flachland der Alpennordseite glimpflich ablaufen.

Grund dafür ist die Tatsache, dass ein an diesem Tag über Mitteleuropa ziehendes Randtief nicht so heftig ausfallen wird, wie ursprünglich angenommen. «Wir erwarten am Donnerstag ähnliche Windspitzen wie am heutigen Dienstag», betont Daniel Gerstgrasser. (zsz.ch)

Erstellt: 16.01.2018, 14:51 Uhr

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