Regionale Industrie

Studie lobt Industrie am Zürichsee

Der Wirtschaftsraum Zürich nimmt bei den Zukunftstechnologien international eine Spitzenposition ein. Das hat eine von der Greater Zurich Area in Auftrag gegebene Analyse ergeben. Für die Industrie am Zürichsee bedeutet das eine besondere Bestätigung.

Exemplarisch für die Spitzenposition der Zürichsee-Industrie bei den Zukunftstechnologien: Der weltweit führende Sensoren-Hersteller, die Firma Sensirion aus Stäfa.

Exemplarisch für die Spitzenposition der Zürichsee-Industrie bei den Zukunftstechnologien: Der weltweit führende Sensoren-Hersteller, die Firma Sensirion aus Stäfa. Bild: Archiv ZSZ

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Die Standortvermarkterin Greater Zurich Area (GZA) AG hat zusammen mit den Konjunkturforschern von BAK Economics die globale Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsraums Zürich untersucht.

Demnach gehört die Greater Zurich Area bei der Anwendung von Zukunftstechnologien wie Life Sciences, Prozessautomatisierung, Robotik, Sensorik, Künstliche Intelligenz oder ‘Internet of Things’, zu den drei Topregionen in der Welt, in Europa steht sie sogar an der Spitze. Dies im Vergleich mit zehn anderen führenden Metropolitanregionen weltweit.

Klarer Wachstumstreiber

BAK Economics sieht Life Sciences als eine der Technologien, für die alle Wachstumstrends sprechen. Gerade am Zürichsee — als wichtige Region innerhalb der Greater Zurich Area — ist diese Industrie stark verankert. Namhafte Vertreter sind Tecan (Männedorf), Sonova (Stäfa), HSE AG (Hombrechtikon), Weidmann Medical Technology (Rapperswil), Bioptron (Wollerau) und ZHAW Wädenswil. Zu den Schlüsseltechnologien im Wirtschaftsraum Zürich zählt das Basler Institut auch die Energie und die Sensorik. Der Sensorik-Cluster rund um Zürich strahle weit über seine Grenzen hinaus, sagen die Verfasser der Analyse. In diesem Bereich ist auch die Firma Sensirion tätig. Der Weltmarktführer aus Stäfa stellt Sensoren her, die in der Automobilindustrie oder der Medizinaltechnik Anwendung finden.

Das überaus positive Fazit der Studie kann der Präsident des Unternehmerforums Zürichsee (UFZ), Dominic Lüthi, durchaus nachvollziehen. Er verweist darauf, dass das Forum jährlich einen branchenunabhängigen UFZ-Award als Verdienst für aussergewöhnliche Menschen und deren wirtschaftlichen Leistungen verleihe. Dieser Preis wurde auch schon an ein Life Sciences-Unternehmen — Qiagen in Hombrechtikon — vergeben. Lüthi kann sich vorstellen, zu diesem Thema einen Anlass im 2018 zu veranstalten «und in diesem Rahmen auf die Ergebnisse der Studie aufmerksam zu machen».

Trotz oder gerade wegen der laufenden Umstrukturierung der Wirtschaft hofft Lüthi aber, dass bestehende Traditionsbetriebe auch in Zukunft neben der industriellen Massenanfertigung ihre Daseinsberechtigung behalten werden. Gerade der Zürichsee mit seinen 18 Berufsfischern in elf Betrieben, die wiederum Köche in Restaurants und Haushalten der Region beliefern, lässt Lüthi an die vielen Menschen in Handwerksbetrieben denken.

Informatik immer wichtiger

Auch Hans Noser überraschen die positiven Schlüsse der BAK-Analyse für den Life Sciences-Standort am Zürichsee nicht. Der langjährige Leiter der Geschäftsstelle von Toolpoint in Hombrechtikon, dem Netzwerk für Labortechnik, sieht noch weitere Erfolgsfaktoren, «welche die gesamte Region ausserordentlich attraktiv machen». Zum einen sei das die Nähe zu Fachhochschulen, Uni, ETH und den vielen spezialisierten Firmen, zum andern die ausgezeichnete Bildungslandschaft Schweiz, welche die richtigen Berufsleute hervorbringe. Die grössten Herausforderungen für den lokalen Wirtschaftsstandort liegen für Noser im Bereich Informatik, die als Querschnitts-Technologie immer wichtiger werde: «Wir benötigen noch mehr gut ausgebildete Informatik-Ingenieure, welche nicht nur bei Google, sondern auch bei Mettler Toledo, Tecan, Bioengineering, HSE oder weiteren Firmen aus dem Toolpoint-Netzwerk arbeiten möchten».

Die Geschäftsführerin der GZA AG, Sonja Wollkopf Walt, sieht sich in ihrer Strategie bestätigt, in Zukunft noch gezielter ausländische Firmen aus den technologielastigen Branchen anzusprechen und nach Zürich zu locken, wie sie im Gespräch mit der ZSZ verrät. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 19.10.2017, 15:34 Uhr

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