Stäfa

Der Bahnhof Stäfa soll endlich barrierefrei werden

Sieben Jahre nach dem Nein sollen die Stäfner erneut über einen neuen Bushof abstimmen. Künftig würden Rampen die Verbindung von Bushaltestelle zum Bahnperron verbessern.

Der Güterschuppen muss weg, damit es mehr Platz für die Busse hat – dies sieht das Projekt für den neuen Stäfner Bushof vor.

Der Güterschuppen muss weg, damit es mehr Platz für die Busse hat – dies sieht das Projekt für den neuen Stäfner Bushof vor. Bild: Manuela Matt

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Ein gewisser Unmut war in den vergangenen Jahren im Dorf zu spüren. 2012 hatte die Stäfner Stimmbevölkerung einen Planungskredit von knapp 1,2 Millionen Franken für einen Bushof abgelehnt – in der Hoffnung, dass ein besseres Projekt ausgearbeitet würde. In der Wahrnehmung vieler sind danach die Arbeiten für eine neue Vorlage zu wenig schnell voran gegangen.

Insbesondere auf den stufenlosen Zugang von der Bushaltestelle vor dem Bahnhof zum Mittelperron warten viele Bahnkunden sehnsüchtig.

Das Projekt hat sich aus unterschiedlichen Gründen verzögert. Zwar bewilligte die Gemeindeversammlung bereits 2013 wieder einen Kredit für Vorstudien. Später sistierte der Gemeinderat das Projekt aber wegen der zwischenzeitlich angespannten Finanzlage. Als es 2018 wieder aufgenommen wurde, zogen schliesslich Verhandlungen mit den SBB die Planung in die Länge, wie aus gut unterrichteten Quellen zu erfahren ist.

Neustart nach sieben Jahren

Mehr als sieben Jahre nach dem Nein zum damaligen Projekt – es war der Mehrheit mit voraussichtlichen Kosten von 15 bis 20 Millionen Franken zu teuer – kommt nun die langersehnte Neuauflage. Wie der Gemeinderat in einer Medienmitteilung schreibt, wird die Gemeindeversammlung vom 2. Dezember über einen Planungskredit von 640'000 Franken abstimmen. Wie der Bushof und der Zugang zum Perron im Detail aussehen werden, muss noch erarbeitet werden. In den Grundzügen steht das Projekt jedoch – ein Überblick über die wichtigsten Eckpunkte.

Bushof: Der Bushof soll dort entstehen, wo sich heute der Güterschuppen befindet. Dieser würde abgerissen werden. Er steht zwar unter Schutz, die SBB böte aber Hand dazu bieten, wenn ein überzeugendes Projekt vorliegt. Die zuständige Gemeinderätin Claudia Hollenstein (GLP) ist diesbezüglich optimistisch. «Wir führen mit den SBB schon lange gute Gespräche», sagt die Stäfner Tiefbauvorsteherin. Geplant sind sechs behindertengerechte Bushaltestellen mit einer Kantenhöhe von 22 Zentimetern. Die Busse fahren von dort direkt in die Bahnhofstrasse. Heute müssen sie aufwändig um einen stattlichen Baum westlich des Bahnhofsgebäudes kurven, um in die Strasse zu gelangen. Beim Bushof soll zudem ein WC entstehen sowie allenfalls ein Pausenraum für die Busfahrer der Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland (VZO).

Rampen: Vom Bushof führt eine Rampe hinter dem Avec-Shop hinunter in die bereits bestehende Mittelunterführung. Das Gleis 1 wird teilweise abgebrochen, um Platz dafür zu schaffen. In der Unterführung wird die Treppe Richtung Zürich in eine sanft ansteigende Rampe zum Perron umgebaut.

Lifte: Weiter ist je ein Lift beim Perron und beim Bahnhofsgebäude eine Option. Da letzteres denkmalgeschützt ist, sind weitere Abklärungen notwendig.

Parkplätze: Die Zahl der Parkplätze rund um den Bahnhof soll ungefähr gleich bleiben. Vorgesehen sind 112 bis 119. Davon wären 92 bis 99 öffentlich und würden teils von den SBB, teils von der Gemeinde bewirtschaftet. Die Parkplätze liegen künftig ganz im Westen, also nach dem Bahnhofsgebäude in Richtung Zürich, sowie ganz im Osten, also nach dem Bushof in Richtung Rapperswil.

Entsorgungsstelle: Die bestehende Recyclingstation der Gemeinde bleibt an ihrem heutigen Standort, wird aber in eine Unterflursammelstelle umgewandelt.

Kosten: Der Gemeinderat rechnet mit Gesamtkosten von 7 bis 10 Millionen Franken: 2 bis 3 Millionen für den Bushof, 3 bis 4 Millionen für die Rampen und 2 bis 3 Millionen für die Lifte. Das Projekt wäre somit nur halb so teuer wie jenes vor sieben Jahren. Möglich sei dies, sagt Gemeinderätin Claudia Hollenstein, weil anders als 2012 keine Verbreiterung der bestehenden Mittelunterführung vorgesehen ist. «Deren Breite reicht auch dann noch aus, wenn dereinst der Viertelstundentakt eingeführt wird und mehr Passagiere beim Bahnhof Stäfa umsteigen». Der Gemeinderat geht davon aus, dass sich die SBB aufgrund der geltenden Rechtslage nicht an den Kosten beteiligen müssen und Stäfa das Projekt mehrheitlich allein finanziert. Darin sieht die Behörde aber kein Problem: Das Zeitfenster für eine solche Investition sei derzeit günstig, schreibt der Gemeinderat in der bereits online publizierten Weisung zur Gemeindeversammlung. Die Finanzlage der Gemeinde sei deutlich entspannt.

Zeitplan: Sagt die Gemeindeversammlung Ja zum Planungskredit, wird ein detaillierteres Projekt ausgearbeitet. Ende 2021 soll dann die Bevölkerung an der Urne über den Baukredit abstimmen. Die Bewilligungsverfahren nehmen zwei weitere Jahre in Anspruch. Baubeginn wäre 2024, fertig wären Bushof, Rampen und allenfalls Lifte voraussichtlich 2026.

Informationsveranstaltung zum Bushof: Mittwoch, 20. November, 19 Uhr, Sonnenwiessaal, Bahnhofstrasse 36. Stäfa.

Erstellt: 05.11.2019, 18:03 Uhr

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