Küsnacht

Stolze Absolventen für die Berufswelt

16 Diplomanden der Institution Barbara Keller haben ihre Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen. Alle von ihnen haben bereits eine Arbeitsstelle gefunden.

Viele Diplome und ein Baby: Bei sommerlichen Temperaturen feierten 17 junge Menschen in der Institution Barbara Keller den Abschluss.

Viele Diplome und ein Baby: Bei sommerlichen Temperaturen feierten 17 junge Menschen in der Institution Barbara Keller den Abschluss. Bild: Sabine Rock

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Der 19-jährige Sahan Erol war neben den 15 Diplomandinnen der einzige Mann, der am Donnerstag sein Diplom entgegennehmen durfte. Der ehemalige Wochenaufenthalter der Institution Barbara Keller hat seine zweijährige Lehre zum Praktiker Seniorenbetreuung im Männedörfler Alters- und Pflegeheim Allmendhof absolviert. Und hat dort eine Anstellung erhalten: «Ich freue mich riesig, zu meinem Team zurückzukehren und dort weiterarbeiten zu dürfen», verriet er im Anschluss an die Diplomübergabe im Garten der Institution an der Küsnachter Zürichstrasse. Seine Betreuerin im Allmendhof, die mit seinen Eltern bei ihm stand, lobte ihren Schützling in allen Tönen: «Er war in allen Bereichen sehr gut und stets hoch motiviert mit einer Einstellung, wie sie junge Menschen selten haben.» Erols Freundin, die gleichaltrigeMoysha Weiss, hat ebenfalls als Praktikerin Seniorenbetreuung abgeschlossen. Gelernt hat sie in der Küsnachter Tägerhalde, doch ab September wird sie im Bistro Sunnetal des Alterszentrums Fällanden tätig sein. Beide schätzen den Kontakt mit älteren Menschen. «Von ihnen können wir sehr viel lernen», meinteMoysha Weiss und Sahan Erol nickte zur Bestätigung.

Freude und Wehmut

In der Institution Barbara Keller (bis 2012 Barbara-Keller-Heim) können junge Frauen und Männer mit einer geistigen Behinderung oder einer leichten psychischen Beeinträchtigung und mit einer damit einhergehenden Lernschwäche eine Berufsausbildung absolvieren. Die ehemaligen Lernenden gehen zu lassen, erfüllt Michael Horvath, Leiter der Berufsbildung, mit Freude und Wehmut zugleich. Er wünschte allen auf ihrem weiteren Lebensweg, den sie von nun an selber in die Hand nehmen müssten, viel Glück. Zu Beginn der Diplomfeier trat die dreiköpfige Band Flamingo Loves aus Zürich auf, gefolgt von Olivia Roth am Klavier. Roth ist eine der Absolventinnen. Vor zwei Jahren konnte sie noch gar nicht Klavier spielen, jetzt trug sie aber konzentriert die Eigenkomposition «Holiday» vor und erntete dafür grossen Applaus.

Kein Diplom, aber ein Baby

Bevor Horvath die Diplomierten mit ihren Familien und Freunden an diesem hochsommerlichen Nachmittag zum Apéro entliess, rief er mit Celine Schafknecht «unsere 17. Diplomandin» zu sich. Sie hatte als Einzige noch kein Diplom von ihm erhalten. Mit gutem Grund: Die junge Frau trug ihr Baby auf dem Arm und befindet sich derzeit noch in der Mutterschaftspause. Michael Horvath zeigte sich beeindruckt, dass sie bis kurz vor der Geburt zwar alles mitgemacht habe, für die Abschlussprüfungen habe es aber nicht gereicht. Zum Trost überreichte er ihr eine Rose, den Rest müsse sie noch nachholen, bevor er ihr das verdiente Diplom überreichen werde.

Unter den Gästen begrüsste Horvath ganz am Schluss die erst seit diesem Jahr amtende Vereinspräsidentin und Zürcher Kantonsrätin Monika Wicki (SP). Auch dankte Horvath seinem «Chef», wie er den unter den Gästen weilenden Geschäftsleiter Beat Stark nannte, für die ausgezeichnete Zusammenarbeit. Man habe dieses Jahr das Ziel, für alle Lernenden eine Anschlusslösung und somit eine Arbeitsstelle zu finden, erreicht. Eine Anstellung nicht im ersten Arbeitsmarkt, dafür im geschützten Rahmen hat die bald 19 Jahre alte Alisha Meier inZürich in Aussicht. Sie wird als Praktikerin Hauswirtschaft arbeiten und freut sich riesig. Denn die gebürtige Inderin, die in Küsnacht aufgewachsen ist und Mundart spricht, hat ein ganz persönliches Ziel: «Ich möchte einst Fachfrau Hauswirtschaft werden.»

Erstellt: 22.07.2017, 11:10 Uhr

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