Justiz

Vorsicht beim Feuerwerkkauf

Feuerwerk, das in Deutschland leicht erhältlich ist, kann in der Schweiz illegal sein. Das musste eine Küsnachterin kurz vor dem letzten Silvester erfahren.

Für Feuerwerk, welches in Deutschland im Supermarkt erhältlich ist, braucht es in der Schweiz teilweise eine Bewilligung – darum musste eine Kundin nun eine Busse bezahlen.

Für Feuerwerk, welches in Deutschland im Supermarkt erhältlich ist, braucht es in der Schweiz teilweise eine Bewilligung – darum musste eine Kundin nun eine Busse bezahlen. Bild: Symbolbild/Keystone

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Zwei Superböller, drei Riesen-Chinaböller, drei Chinaböller, ein Knallkörper und eine Packung Mini-Knaller: Das klingt mal nach einem richtig schönen privaten Silvesterfeuerwerk, schön laut, wenn auch keine farbenfrohen Raketen, sondern nur «bodenknallendes Feuerwerk». Dachte sich zumindest eine 35-Jährige, als sie die Ware Ende 2017 in Deutschland kaufte und nach Küsnacht brachte. Allerdings hat sie dadurch gegen die Sprengstoffverordnung verstossen. Denn um dieses Arsenal der Kategorie P2 zu kaufen, braucht es einen Erwerbsschein.

Feuerwerk im Supermarkt

Konkret heisst P2: «Pyrotechnische Gegenstände, die nur für die Handhabung oder Verwendung durch Personen mit Fachkenntnissen bestimmt sind». Um den Schein zu bekommen, müssen 20 verschiedene Angaben gemacht werden, darunter zur eigenen Person und einer Vertretung, Details zum «Sprengmittel» wie der Nettoexplosivmasse und zur geplanten Verwendung. Seit dem Jahr 2010 gelten diese strengeren Bestimmungen in der Schweiz.

In Deutschland ist man da etwas lockerer drauf. So konnte die Küsnachterin das Feuerwerk ganz simpel in einem Supermarkt zwischen Alltagsgegenständen kaufen. Da muss der Käufer zuerst mal drauf kommen, dass er in der Schweiz eine Bewilligung fürs Abbrennen braucht. Der 35-Jährigen nützt diese Erkenntnis wenig. Sie muss eine Busse von 500 Franken bezahlen, wie aus einem rechtskräftigen Strafbefehl hervorgeht. Die Staatsanwaltschaft hält fest, dass die Käuferin die Verantwortung selber trägt. Sie hätte sich informieren müssen, ob die Böller bewilligungspflichtig sind.

Polenböller aus China

Eine interessante Tatsache am Rande: Während Chinaböller in Deutschland problemlos abgefackelt werden dürfen, braucht es für Polenböller, Tschechenböller oder Franzosenkracher eine Bewilligung. Erwachsene dürfen diese Knallkörper wiederum in Ländern wie Polen oder Tschechien legal kaufen und auch ohne Erwerbsschein benutzen. Entsprechend gehen die Deutschen gerne ins grenznahe Ausland, um solche Kracher zu erwerben. Hergestellt werden Polenböller übrigens hauptsächlich in China. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 30.12.2018, 17:28 Uhr

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