Stäfa

Reformierte zeigten sich in Feierlaune

Die reformierte Kirche Stäfa hat ihren 500. Geburtstag mit einem Gemeindefest zelebriert. Nebst Gottesdienst, Ansprachen und Attraktionen gab es allerlei zu essen.

Der Präsident der Kirchgemeinde während seiner Ansprache.

Der Präsident der Kirchgemeinde während seiner Ansprache. Bild: Manuela Matt

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Wenn die reformierte Kirchgemeinde Stäfa mit ihren 5200 Mitgliedern ihr 500-jährige Bestehen feiern, geht das nicht ohne ein entsprechendes Essensangebot. So hat Fredi Heiniger mit seinem Catering fünf Essensstände mit Leckereien in grossen Mengen bereit gestell. Damit verpflegte er die zahlreichen Besucher, die sich am Bettag zum Gemeindefest auf Kirchbühl eingefunden haben und am Festgottesdienst sämtliche Sitzreihen der Kirche mitsamt der Empore zu füllen vermochten.

18 Kilogramm Felchenfilets vom Zürichsee hat der Stäfner Koch für seine Chnusperli vom Berufsfischer Fritz Hulliger bezogen. Mit 14 Kilogramm Pouletstücken und 15 Kilogramm Gemüse hat er ein Thai Curry zubereitet und 110 Hamburger grilliert, dazu 20 Kilogramm Teigwaren für Pasta vorgesehen.

Doch bevor die Gäste sich zur Mittagszeit für das eine oder andere Gericht entscheiden mussten, hatten sie der Botschaft von Michael Stollwerk gelauscht. Der Pfarrer hat darin den Glauben als Kuscheldecke bezeichnet, die Geborgenheit schenkt, und gleichzeitig als Wecker dient, der die Menschen wachrüttle. Indem er auf die noch anhaltende Vision von Zwingli Bezug nahm, schloss er die Predigt mit dem Satz: «Die Kirche muss nicht mit der Zeit gehen, sondern der Zeit voraus sein.»

Die reformierte Kirche Stäfa feierte ihr 500-jähriges Bestehen. Bild: Manuela Matt

Den folgenden Apéro unter freiem Himmel offerierte die Gemeinde. Es sei seit 2015 eine Tradition, wie Gemeindepräsident Christian Haltner (FDP) in seiner Ansprache begründete, bei allen Jubiläen den Apéro zu spendieren, «weil wir überzeugt sind, dass es ein Geschenk ist, von dem alle etwas haben». Was ihm prompt Gelächter einbrachte. Sowohl Haltner wie auch der Präsident der reformierten Kirchenpflege, Arnold Egli, nahmen in ihren Reden Bezug zu den Errungenschaften der Reformation und zollten deren Vertretern Respekt. Immerhin habe Zwingli fünf Jahre vor Luther die Bibel in die eidgenössische Kanzleisprache übersetzt, wonach die Zürcher Bibel als die älteste protestantische Übersetzung überhaupt gilt.

Bedauerlicher Mitgliederschwund

Während das Gemeindeoberhaupt die Religion als eine Ressource darstellt, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärke und daher aus staatlicher Sicht von grossem Interesse sei, bedauerte Egli, dass die Reformierten jedes Jahr 50 Mitglieder verlieren würden. Im Gegenzug zu dieser Entwicklung erinnerte der Kirchenpflegepräsident gerne daran, dass die Reformierten zur Schaffung einer modernen Eidgenossenschaft beigetragen hatten. Auch der Wechsel von den Namens- zu den Geburtstagsfeiern, den Einzug des Christbaums zu Weihnachten in Schweizer Stuben und den Güggel auf jedem Turm einer reformierten Kirche sei der Reformation zu verdanken.

Arnold Egli konnte es sich schliesslich nicht verklemmen, zu erwähnen, dass ein aktueller Bischof die Reformation einst als eine Zeiterscheinung abgetan habe. «Eine ziemlich lange Zeiterscheinung», meinte der Redner abschliessend und erntete Applaus.

Ein langer Zopf als Geschenk

Als Dritter Redner stand mit Daniel Fasser der Kirchgemeindeschreiber der Stäfner Katholiken am Rednerpult im Festzelt. Stolz und glücklich mache ihn die starke Zusammenarbeit der beiden Kirchen sowohl innerhalb des Seelsorgerteams als auch in der Verwaltung. «Uns verbinden viele gemeinsame Projekte», meinte Fasser. Als verbindendes Element schlug er einen Bogen zum Kloster Einsiedeln, dessen Abt früher die Stäfner Pfarrer immerhin bestätigen mussten. Als Geschenk überreichte er Pfarrer Stollwerk einen über einen Meter langen Zopf und versicherte, «dass wir euch bis Ende Jahr einen solchen zum Kirchenkafi schenken werden».

Am Nachmittag gab es Kurzkonzerte von diversen Chören, Tanzvorführungen und zuletzt noch eine Podiumsdiskussion zum Thema «Den Herzschlag der Reformation spüren» mit Vertretern beider Landeskirchen.

Erstellt: 15.09.2019, 17:34 Uhr

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