Küsnacht

Es geht vorwärts mit der Küsnachter Biogasanlage

Der Bau der Biogasanlage in der Küsnachter Allmend rückt näher. Die Gemeinde hat den Betreibern einen Bauchrechtsvertrag vorgelegt.

Auf diesem Areal soll die Biogasanlage entstehen.

Auf diesem Areal soll die Biogasanlage entstehen. Bild: Archiv Manuela Matt

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Bei der geplanten Biogasanlage in der Küsnachter Allmend mahlten die Mühlen der Behörden für einmal schnell: Gut ein Jahr nach Einreichen des Baugesuchs erhielt der Maschinenring Zürich die Baubewilligung im April 2017. «Das war um einiges schneller als erwartet», sagt der stellvertretende Geschäftsführer Roman Stauffacher.

Was andere Gesuchsteller sonst während der Bewilligungsphase erledigen, hat Maschinenring stattdessen in den letzten zwei Jahren getan. Nun liegt der Baurechtsvertrag mit der Gemeinde im Entwurf vor, es müssen nur noch einige Details geklärt werden. Es ist auch höchste Zeit, denn die Baubewilligung läuft im Mai 2020 aus. Bis dann muss der Maschinenring mit dem Umbau der bestehenden Kompostieranlage beginnen.

Der Maschinenring Zürich ist ein bäuerliches und kleingewerbliches Netzwerk. Es ist als Verein organisiert, in dessen Besitz mehrere Tochterfirmen sind. «Die grösste Knacknuss war die Beschaffung von zusätzlichem Grüngut», erklärt Stauffacher. Bis anhin verarbeitet man 4500 Tonnen Grüngut pro Jahr. Mit der neuen Anlage sind 6500 Tonnen möglich.

Die zusätzliche Biomasse will Maschinenring bei Gemeinden und anderen Zuliefern beschaffen. In Frage kämen etwa die Gemeinden Küsnacht, Erlenbach und Zollikon. «Wir haben in den letzten Jahren versucht, Goodwill zu schaffen.» Konkrete Abmachungen bestünden aber noch nicht. Erst wenn die Anlage bestehe, könne man sich offiziell um die Aufträge bewerben.

Fernwärme für Quartier

Durch Vergärung der Biomasse will der Maschinenring pro Jahr 1,5 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Die Werke am Zürichsee hätten bereits eine Abnahmegarantie für den Ökostrom abgegeben. Bei der Produktion des Stroms fällt auch Wärme an. Für diese Fernwärme wünscht sich das Unternehmen das Quartier als Abnehmer. Man habe den Anwohnern ein konkretes Angebot gemacht. Noch vor Ende Jahr können sie laut Stauffacher an zwei Informationsveranstaltungen darüber abstimmen, ob sie das Angebot annehmen möchten.

In der Baubewilligung ist festgehalten, dass lediglich in einem Umkreis von zehn Kilometer Grüngut abgeholt werden dürfe. Dadurch entstehe kein Verkehr von ausserhalb von Küsnacht und seinen Nachbargemeinden, erklärt die Küsnachter Gemeindeschreiberin Catrina Erb Pola. Anwohner hatten deswegen Bedenken angemeldet.

Stauffacher jedoch weist darauf hin, dass es sich bei der Begrenzung um zehn Kilometer Luftlinie handelt, weshalb theoretisch sogar das linke Seeufer in Frage käme. Allerdings würden durch weite Transportwege die ökologischen Vorteile des Biogases zunichte gemacht, daher möchte man darauf verzichten.

Weitere Sicherheitsauflagen

Die Anfahrt zur Anlage ist nicht ideal, da die Hesligenstrasse, die einzige Zufahrtstrasse, durch das Quartier führt. Der Maschinenring rechnet damit, dass nur wenige zusätzliche Fahrten durch Wohngebiete gemacht werden müssen. Stauffacher spricht von einem zusätzlichen Lastwagen pro Tag. «Bei 7000 Fahrten pro Jahr, die bereits durchgeführt werden, ist das unbedeutend.» Auch wenn man natürlich jeden Lastwagen höre, wie er zugibt.

Aufgrund der Verkehrssicherheit wurde in der Baubewilligung eine weitere Auflage gemacht. Kreuzen sich zwei Lastwagen im oberen Bereich der Hesligenstasse muss einer neben die Strasse ausweichen. Gemäss der Gemeinde Küsnacht muss von den Abteilungen Tiefbau und Sicherheit ein Konzept zur Verbesserung der Kreuzungsmöglichkeiten erarbeitet werden. Vor Inbetriebnahme der Biogasanlage seien die daraus resultierenden Massnahmen umzusetzen.

Der Umbau der Anlage wird etwa sechseinhalb Millionen Franken kosten, schätzt Stauffacher. «Das ist für uns ein grosser Lupf.» Der Baurechtsvertrag laufe 29 Jahre, das sei von der Gemeinde so gewollt. «Das reicht, um die Anlage abzuschreiben.» Wie viel der Maschinenring der Gemeinde für das Gelände zahlt, möchte Stauffacher noch nicht sagen. Die Zahlungen würden sich aber im Rahmen des heutigen Mietzinses bewegen.

Erstellt: 15.09.2019, 16:34 Uhr

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