Meilen

Es gehen wieder viel mehr Jugendliche schiessen

Jungschützenkurse können nun früher besucht werden. Das ist aber nicht der einzige Grund, dass im Bezirk Meilen die Teilnehmerzahlen stark steigen.

Konzentrierte Blicke der Jungschützen durchs Visier und auf die Trefferanzeige.

Konzentrierte Blicke der Jungschützen durchs Visier und auf die Trefferanzeige. Bild: Michael Trost

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Kräftigen Zuwachs verzeichnet der Schiessverein Zumikon in seinem Jungschützenkurs. Aktuell bildet der Verein 24 Jugendliche im Schiessen auf die 300-m-Distanz aus. Letztes Jahr brachte er nur knapp die Mindestzahl von fünf Teilnehmern zusammen, die nötig ist, damit der Bund den Kurs bewilligt und die Teilnehmer mit dem Sturmgewehr ausrüstet.«Wir wussten lange nicht, ob ein Kurs zustande kommt, und motivierten schliesslich mit einem Telefonanruf auch noch die fünfte Teilnehmerin», berichtet Rudolf Rüegg, einer der heute fünf Ausbildner der Zumiker Jungschützen.

Sportliche Ziele

Um den Nachwuchs im Schiesssport zu fördern, senkte der Bund auf Anfang dieses Jahres die Altersgrenze von 17 auf 15 Jahre. Die markante Zunahme in Zumikon muss aber auch andere Gründe haben. Denn nur wenige der 24 Jungschützen sind wegen der geänderten Alterslimite dazugekommen. Rüegg stellt allgemein ein vermehrtes Interesse am Schiesssport fest. Die Zumiker hatten «den Stand von Anfang bis zum Schluss gestossen voll», als sie letztes Jahr erstmals ein Training für das Zürcher Knabenschiessen anboten, berichtet der Instruktor.

Im Jungschützenkurs, so stellt er fest, seien die Jungen allgemein motivierter als der Durchschnitt vor Jahren. Ähnliches ­erlebt Christian Schenker, Jungschützenleiter in der Schützengesellschaft Erlenbach. Er hat selber vor zwölf Jahren als Zwölfjähriger mit Schiessen begonnen und erlebt den heutigen Nachwuchs als konzentrierter und zielstrebiger im Vergleich zu seinen eigenen Anfangszeiten. «Die Jungen wollen sportlich etwas ­erreichen», sagt er. «Früher ging man eher einfach ein wenig schiessen.» Die Erlenbacher geniessen für ihre Übungen Gastrecht in Meilen, nachdem ihr Schützenhaus Anfang März gebrannt hat (die ZSZ berichtete).

Der Schützenverein Meilen selber führt keinen Jungschützenkurs mehr. Das Echo auf die Aufrufe sei zu gering gewesen, sagt der ehemalige Jungschützenleiter Albert Grieser – Onkel von Maria Grieser, der Schützenkönigin des Zürcher Knabenschiessens 2015, die ebenfalls in Meilen wohnt, aber keinen Schiesskurs besucht hat.

Mehr Leihwaffen

In Stäfa betreut Jungschützenleiter Werner Saxer 19 Jugendliche. In Hombrechtikon besuchen derzeit zwölf Jugendliche den Jungschützenkurs, doppelt so viele, wie es bis 2014 üblich war. Angeleitet werden sie von Doris Putscher, die auch beruflich als Lehrerin tätig ist. Man müsse die ­Jugendlichen so nehmen, wie sie sind, sagt die Jungschützenleiterin, und erinnert sie auch einmal per Whatsapp ans bevorstehende Training.

Dass schon 12-Jährige mit dem Sturmgewehr schiessen, wie damals Christian Schenker von der SG Erlenbach, ist nicht ungewöhnlich. Für die ganz Jungen bekommt der Verein aber keine Leihwaffe vom Bund, sondern er lässt sie mit den Gewehren anderer Schützen schiessen. Das hat den Nachteil, dass die Visiereinstellung immer wieder angepasst werden muss. Darum sind die Schiessleiter froh, dass die Altersgrenze wenigstens auf 15 Jahre herabgesetzt wurde.

Zürcher stiessen vor

Für die Senkung nachdrücklich eingesetzt hat sich der Zürcher Schiesssportverband (ZHSV). Er wollte die Grenze bei 10 Jahren festlegen. An Schiesskursen im Rahmen von Jugend+Sport (auf kürzere Distanzen und mit anderen Waffen) ist die Altersgrenze noch tiefer. Die 15-Jahr-Grenze, die jetzt für die Jungschützenkurse mit dem Sturmgewehr besteht, ist das Kompromissergebnis aus intensiven Verhandlungen. Die neue Regelung hat dazu beigetragen, dass Matthias Geiger, Jugendverantwortlicher im ZHSV, feststellen kann: «Wir ­haben kantonsweit 20 Prozent mehr Teilnehmer an den Jungschützenkursen als letztes Jahr.» Vorangegangen war eine kontinuierliche Abnahme über Jahrzehnte.

Erstellt: 16.05.2016, 23:32 Uhr

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