Meilen

Der Urknall erfolgte auf die Minute genau

Am 45. Meilemer Fasnachtsumzug haben 19 närrische Gruppen teilgenommen, darunter viele auswärtige. Aber auch die Meilemer trugen zum Spektakel bei.

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Am Sonntag, pünktlich wie vorgesehen um 14.14 Uhr, ertönte eingangs der Meilemer Dorfstrasse ein ohrenbetäubender Urknall, gefolgt von Konfettiregen. Die Lunte zum Startschuss des Meilemer Traditionsanlasses legten die Kanoniere Fredy Denzler, Mück Steiger und Roli Portmann, Mitglieder der Fasnachtsgesellschaft Söihundscheibe, die den Umzug organisierte. «Ich bin zum 40. Mal dabei», sagte Denzler. Als er seinerzeit beim Fahrlehrer war, habe dieser ihn gefragt, ob er an der Fasnacht mitmachen wolle. «Er schenkte mir dann drei Fahrstunden.»

Nach dem Urknall kam der Uetiker Guggenmusik Konfusiker die Ehre zu, mit dem Klang der schrägen Töne zu beginnen, gefolgt von den Chridebüchsler aus Rapperswil-Jona. Der Tross der Wagen, die meisten von Traktoren gezogen, setzte sich in Bewegung. Zwei Runden mitten durch das Dorfzentrum legte die Kolonne zurück.

Viele Fasnächtler standen Spalier. Die Söihundscheibe trugen knallgelb-schwarze Kostüme und verteilten ihre Fasnachtszeitung mit viel Lokalkolorit und witzigen Illustrationen. «Politisch korrekt ist Frau Amherd, inkorrekt Frau am Herd», heisst an einer Stelle in Bezug auf die neue Bundesrätin.

Witze über Begegnungszone

Am Umzug nahmen die Söihundscheibe nur mit einem Leiterwagen teil. Als Sujet diente das Kennwort «Begegnungszone». Sie machten damit auf das geplante Verkehrsregime aufmerksam, über die Meilen am 19.Mai abstimmt. Lokalpolitisches trug ebenfalls die Clique Chilli’s aus Obermeilen bei. Sie liess dabei kein gutes Haar am kommunalen Leiter der Tiefbauabteilung. Mit einem Spruch am Wagen wird er ins Pfefferland gewünscht. «Er macht alles im Alleingang, aber nicht das, was die Meilemer möchten», sagte ein Cliquenmitglied. Der Wagen trug im übrigen den Namen «Initiativenwahn».

Aufs Korn genommen, illustriert von Zeichnungen des Meilemer Glasmalers Rolf Attinger, wurde die Vielzahl der Initiativen, die schweizweit zur Abstimmung gelangen. Als schlechtes Beispiel verspottete die Clique die Hornkuhinitiative. Ironisch wurden «mehr Geld für Initiativen» und andere Vorschläge, darunter ein nicht ganz jugendfreier Antrag, propagiert.

Eine richtige Partymeile

Ein eindeutiges Motto des Umzuges war ansonsten nicht auszumachen, aber es wimmelte von Fellmasken, Hexen, Clowns und Piraten. Akustisch bildete der Tross ein Sammelsurium von Musikstilen, die aus auf maximales Volumen eingestellten Lautsprecheranlagen tönten. Eine Stäfner Clique fuhr einen «Hippie-Bus», begleitet von allerlei Blumenkindern. Gespielt wurde aber Techno. «Wichtig sind die Bässe», sagte der DJ. «Die gab es früher aber nicht.»

Angesagt waren ebenso Party-Schlager, die aus einem Ustermer Wagen erklangen. Das passende Bier dazu hiess «Hopfensmoothie». Der Wagen war mit «Mary Poppins Rückkehr», nach dem letztjährigen Erfolgsfilm, gekennzeichnet. Eine Oetwiler Clique machte Werbung für Volkstümliches an ihrer Stubete vom nächsten Samstag. Aus dem Wagen der furchteinflössenden Fasnachtler, die schaurige Masken und Fellkostüme trugen, dröhnte indessen Heavy-Metal.

Das Spektakel der losgelassenen Narren verfolgte Melanie Moor, OK-Präsidentin der Söihundscheibe, sichtlich vergnügt. Sie hielt fest: «Es ist erfreulich, dass einmal mehr so viele Wagen und Gruppen teilnahmen.» Das Ziel der Fasnacht sei erreicht worden, einen imposanten und farbenfrohen Umzug durchzuführen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 17.03.2019, 19:06 Uhr

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