Küsnacht

«Wir wollen keine Pflästerlipolitik betreiben»

Mit dem teilweisen Neubau der Kunsteisbahn Küsnacht will der Gemeinderat den Erhalt der Anlage für die nächsten 60 Jahre sichern.

Das 60-Jährige Betriebsgebäude der Küsnachter Kunsteisbahn soll einem Neubau weichen.

Das 60-Jährige Betriebsgebäude der Küsnachter Kunsteisbahn soll einem Neubau weichen. Bild: Michael Trost

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Die Küsnachter Kunsteisbahn (KEK) ist in die Jahre gekommen. Kein Wunder, hat der Haupttrakt in dem sich Kasse, Garderoben und Restaurant befinden doch bereits 60 Jahre auf dem Buckel. Aber auch der Rest der Anlage hat eine Auffrischung dringend nötig. Die beliebte Freizeitanlage und Heimat des Nationalliga B-Eishockeyteams GCK Lions soll deshalb für rund 13 Millionen Franken erneuert werden.

Das entsprechende Baugesuch liegt derzeit in der Bauverwaltung Küsnacht auf. Gemäss diesem soll das 60-jährige Betriebsgebäude abgerissen und durch einen Neubau ersetz werden. Wie Gemeinderat und Liegenschaftsvorsteher Ueli Schlumpf (SVP) erklärt, werde das neue Gebäude gleich hoch wie der bisherige Bau, dafür aber rund zwei Meter breiter. Auch in Zukunft sollen darin die Kasse, Garderoben sowie ein Restaurant untergebracht werden. Die Raumaufteilung werde im Vergleich zu heute jedoch etwas variieren, hält Schlumpf fest.

Ein Anbau für die GCK Lions

Die Weichen für die Sanierung und den Ausbau der Kunsteisbahn im Ortsteil Itschnach hat die Gemeinde Küsnacht bereits vor rund sechs Jahren gestellt. Damals war auch von einer Eisfläche im Sommer die Rede. 2017 wurde dann erstmals ein Vorprojekt - ohne Sommereis - präsentiert.

In den Sanierungsplänen inbegriffen war dafür die Erstellung eines Kopfbaus seeseitig der Eishockeyhalle. Die sogenannte GCK-Homebase ist auch im aktuellen Bauvorhaben zu finden. Der gut 2,6 Millionen teure Anbau wird vom Verein selber finanziert. Darin untergebracht werden sollen neben Garderoben und Duschen auch ein Sanitätszimmer, eine Sauna, ein Massageraum, ein Wäscheraum sowie ein Raum für den Materialwart.

Hier soll der Anbau für die GCK Lions entstehen. Foto: Michael Trost

Zugunsten des Anbaus müssen einige wenige Parkplätze unterhalb der Sportanlage weichen. Es gäbe aber Überlegungen, mit einer Anpassung des Parkplatzregimes, den Verlust etwas aufzufangen, wie Ueli Schlumpf erklärt.

Hallendach wird verstärkt

Dringender Erneuerungsbedarf gibt es zudem in Sachen Eisfeldtechnik. Das dürfte indes die Anwohner der Sportanlage freuen, wie Ueli Schlumpf sagt. «Wenn wir im Herbst jeweils mit der Eisproduktion beginnen und die Kühltürme in Betrieb nehmen, gibt es oftmals Meldungen wegen der Lärmemissionen.» Das neue System werde deutlich leiser, verspricht der Liegenschaftsvorsteher.

Zur Instandsetzung der jetztigen Anlage gehören zudem auch die aufwendigen Anpassungen an feuer- und baupolizeiliche Auflagen. Ausserdem muss die Anlage barrierefrei werden, wie Schlumpf festhält. Auch für die Eishalle gibt es diverse Auflagen: Konkret müssen alle Sitzplätze durch neuer Modelle ersetzt werden. Bergseitig der Halle entsteht zudem neu ein kleiner Sektor mit Stehplätzen sowie einige Rollstuhlplätze.

Im Zuge der Sanierungsarbeiten werde zudem das Hallendach verstärkt, sagt Schlumpf. «In den letzten Wintern mussten wir wegen der unterdimensionierten Tragkraft des Daches immer wieder Schnee abtragen.» Verstärkt wird das Dach aber nicht nur wegen der grossen Schneemengen. Geplant ist nämlich, dass auf dem Dach eine Photovoltaikanlage installiert wird. Auch hierfür ist eine erhöhte Tragkraft notwendig.

Verkürzte Eislaufsaison

Nach der 20-tägigen Auflagefrist werden die Stimmbürger im kommenden Februar die Gelegenheit erhalten, an der Urne über das Bauprojekt zu befinden. Bei einem positiven Ergebnis ist der Baustart für Februar 2021 vorgesehen. Die Arbeiten dürften über eineinhalb Jahre andauern. Währenddessen soll der Betrieb auf der KEK weiterlaufen, wie Schlumpf sagt. «Wir haben uns mit sämtlichen von den Arbeiten betroffene Vereine zusammengesetzt, um einen möglichst reibungslosen Betrieb zu garantieren.»

Gewisse Einschränkungen werde man jedoch in Kauf nehmen müssen. So dürfte die Eislaufsaison während der Bauzeit wohl etwas später beginnen und auch früher wieder zu Ende gehen.

Der Liegenschaftsvorsteher zeigt sich überzeugt vom Projekt. Das Ziel sei es, die KEK weitere 60 Jahre betreiben zu können. «Aus diesem Grund wollen wir keine Pflästerlipolitik betreiben.» Eine Sanierung des Betriebsgebäudes beispielsweise wäre bei all den Dingen, die es zu tun gebe fast genau so teuer geworden wie der Neubau, hält Schlumpf fest. Das Vorhaben sei deshalb keinesfalls übertrieben. «Die Gemeinde hat sich auf das Wesentliche konzentriert.»

Erstellt: 04.08.2019, 15:10 Uhr

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