Stäfa

Kampf um Lohngleichheit im Brennpunkt

Die politische Linke des Bezirks hat im Stäfner Restaurant Rössli den Tag der Arbeit gefeiert. SP-Nationalrat Thomas Hardegger sowie Elena Marti, Gemeinderätin derGrünen in Zürich, teilten dabei ihre Gedanken zum andauernden Kampf um Lohngleichheit.

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Die Stimmung im Saal des Restaurants Rössli in Stäfa war am Nachmittag am 1. Mai locker und friedvoll. Bei Kaffee und Kuchen tauschten sich die rund 60 anwesenden Gäste bereits rege untereinander aus, ehe sie von Raphael Mörgeli, Bezirkspräsident der SP Meilen, zur diesjährigen Feier begrüsst wurden.Dieser schilderte seine persönlichen Erfahrung, dass das Problem der Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen vor allem in den Köpfen der ersteren noch immer wenig vorhanden sei. «Die Frauen haben es schon lange begriffen. Wir Männer müssen umdenken», appellierte er, um danach Elena Marti auf die Bühne zu bitten.

Umdenken auf allenEbenen gefordert

Die Gemeinderätin der Grünen aus Zürich stieg sogleich ins Kernthema ein: Noch immer würden Frauen rund 20 Prozent weniger verdienen als Männer. Die Problematik: Oft sei diese Lohnungleichheit durch fehlende Arbeitserfahrung begründet. Aufgrund des Nachwuchses würden Frauen benachteiligt oder gar aus dem Berufsleben ausscheiden. «Was es braucht, sind mehr Teilzeitstellen sowie mehr Kinderbetreuungsplätze», sagte die Rednerin der Grünen.

Nur so sei es möglich, alte Gesellschaftsstrukturen zu durchbrechen. Dabei gehe es nicht einmal um Mann und Frau sondern darum, dass die eine Hälfte der Gesellschaft gegenüber der anderen klar im Nachteil sei. «Der Kampf um Lohngleichheit ist kein einsamer Kampf der Frauen, sondern ein Kampf aller.»

Da die politische Rechte jeglichen Fortschritt in der wirtschaftlichen Gleichstellung der Frau verhindere, gebe es nur drei Optionen für die Weiterführung des Kampfes: Erstens die Kommunikation auf gesellschaftlicher Ebene, zweitens selber als Geschäftsinhaber proaktiv zu agieren sowie drittens: «Mit voller Überzeugung Links-Grün zu wählen.»

Ein Umdenken, so Marti, müsse denn auch bei den verschiedenen Berufssektoren stattfinden. Es sei eine gesellschaftliche Wertung, wenn im Finanzsektor tätige Menschen höher gewertet würden – als beispielsweise solche im Bau, in der Pflege oder im Detailhandel. Zum Schluss führte die Jungpolitikerin an, auch die Möglichkeiten zur Weiterbildung müssten neu durchdacht werden. Bildungsgerechtigkeit sei deshalb genauso wichtig.

Für eine soldarischeGemeinschaft

Thomas Hardegger begann seine Schlussrede mit der Aussage, dass das Feiern des Tags der Arbeit und somit des Zusammenhalts auch heute von grosser Bedeutung sei. Die Wahlerfolge im Frühling hätten der SVP empfindliche Niederlagen zugefügt, dennoch habe der jahrzehntelange Einfluss der SVP vor allem viele Landsgemeinden nachhaltiger verändert, als es der Linken lieb sei. «Unser Einsatz für solidarische Gemeinschaft wird deshalb noch länger dauern» erklärte Hardegger.

Die heutige «Politik der leeren Kassen» habe eine «schlimme Auswirkung» auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Angst, nicht am gemeinsam erarbeiteten Wohlstand partizipieren zu können, lasse sich leicht als Panikmache verbreiten. Diese Entsolidarisierungswelle, so Hardegger, sei mit ein Grund, weshalb der Kampf um Lohngleichheit verzögert, torpediert, gar verhindert werde. Hardegger ist sich mit Marti einig: Von der Lohnungleichheit sind alle betroffen. Er forderte deshalb die Anwesenden auf: «Wir müssen uns mobilisieren.» Und fügte hoffnungsvoll an: «Gemeinsam schaffen wir das!»

(Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 01.05.2018, 19:38 Uhr

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