Stäfa

Stäfnerin malt Zürich eine Liebeserklärung

Die Künstlerin Karin ­Pinato hat bereits einen Stäfner und einen Rapperswiler Adventskalender kreiert. Jetzt bringt sie einen Kalender auf den Markt, der ihre Liebe zu Zürich zeigt.

Die Stadt Zürich ziert den diesjährigen Kalender.

Die Stadt Zürich ziert den diesjährigen Kalender. Bild: zvg

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Die Adventskalender der Stäfner Künstlerin Karin Pinato läuten nicht nur die besinnliche Zeit des Jahres ein, sie sind zeitgleich eine Liebeserklärung an jene Stadt, die den Kalender ziert. Nach Stäfa (2005) und Rapperswil (2009) bildet sie auf dem diesjährigen Adventskalender Zürich ab. Auf 109 mal 136 Zentimeter lässt die Künstlerin ihrer Kreativität freien Lauf. Die Perspektive habe sie nach ihrem Gusto angepasst, sagt Pinato. Zu viele bekannte Plätze und Orte wollte sie ab­bilden, als dass ein normaler Blickwinkel gereicht hätte. Zur Inspiration habe sie, erzählt die Künstlerin, eigentlich mit einem Helikopter über ­Zürich fliegen wollen. Doch der befreundete Pilot war verhindert. So musste sie mit Filmen, welche die Stadt aus der Vogelperspektive zeigen, vorlieb nehmen.

Entstanden ist ein Bild, das an Detailliebe nicht zu übertreffen ist. Vom Zürichsee blickt man in Richtung Limmat. Vorne auf dem Adventskalender vergnügen sich Menschen auf dem gefrorenen See. Die «Seegfrörni» ist ein wiederkehrendes Element auf all ihren drei Kalendern. Sie habe es zwar erlebt, als der Zürichsee das letzte Mal gefroren war. «Allerdings war ich da noch ein kleines Kind», sagt die 57-Jährige.

Künstlerin statt Eisprinzessin

Dennoch ist sie fasziniert vom ­gefrorenen Wasser und von den Möglichkeiten, das es eröffnet. So wollte sie als Kind so gerne eine Eiskunstläuferin sein und über das Eis schweben. Aus dem Traum ist nichts geworden. Karin Pinato ist Künstlerin.

Die Arbeit für den diesjährigen Adventskalender hat sie vor zwei Jahren aufgenommen. Erst skizzierte sie ihr ganzes Gemälde mit Bleistift. Immer wieder blickte sie während des Arbeitsprozesses auf ihr Bild und fragte sich, ob sie «ihr Zürich» schon erkennen würde. Dann folgte der Himmel. «Der Himmel kommt zuerst, das ist bei jedem Bild so», sagt die Stäfnerin. Anschliessend kriegte jedes Häuschen, jede Kirche, ­jeder Platz seine Farbe verpasst. Im Hochsommer musste sie aller­dings eine Pause einlegen. Denn: «Wer kann dann schon Schnee zeichnen?»

Die Künstlerin Karin Pinato aus Stäfa hat schon zum dritten Mal einen Adventskalender angefertigt. Bild: Patrick Gutenberg

Der Adventskalender von Pinato gleicht einem Wimmelbild. Wo immer man hinschaut, entdeckt man ein neues Detail. Einige der Menschen auf dem Bild sind Miniaturabbildungen jener Menschen, die ihr am Herzen liegen. So kauft ihre Kindergartenfreundin gerade Marroni. Ihr Sohn geht mit einem Rucksack, aus dem seine Katze guckt, über den gefrorenen See. Ihr Lebenspartner und sie selbst gehen nur wenige Schritte vor ihm her. Auf ihrem Adventskalender wird sie zur Eiskunstläuferin.

Karin Pinatos Stimme ist voller Liebe, wenn sie von den Details auf ihrem Adventskalender spricht. Sie wird leiser, wenn sie von der «Befana» spricht, die auf jedem Adventskalender auftaucht. Die «Befana» sei eine gute Hexe, die jedes Jahr am 6. Januar in Italien von Haus zu Haus fliegt und arme Kinder mit Geschenken beglückt. «Ein hübscher ­Gedanke.»

Malen, was schön ist

Sie selbst beglücke ebenfalls gerne andere Menschen mit ihrer Kunst. Sie male gerne für andere. «Ich könnte aber nie etwas malen, das ich selber nicht schön finde», sagt Karin Pinato. Malen und Zeichnen kann sie überall. In ihrem Haus an der Allenbergstrasse in Stäfa, das sie von ihrem Grossvater übernommen hat, lässt sie ihre Kreativität walten. Er war es auch, von dem sie die Liebe zur Kunst geerbt hat. «Bei ihm habe ich malen gelernt», sagt Pinato.

Im alten Kinderzimmer ihres Sohnes stehen Pinsel in allen Farben und Formen neben ebenso vielen Lesebrillen. Im Wohn­zimmer hängen ihre Bilder. Stolz nimmt sie ein Buch, das sie für ihren Sohn ­geschrieben und ­illustriert hat, aus dem ­Regal. Er habe nie lesen wollen. Ihn zum Helden in einem Buch zu machen, schien ihr die richtige Idee zu sein, ihn zum Lesen zu bewegen. «Heute ist er ein richtiger Bücherwurm.»

Der Sohn als Kritiker

Ihr Sohn ist auch ein grosser Kritiker ihrer Gemälde und Bilder. «Er hat ein Gspüri für Kunst», sagt Karin Pinato stolz. Ob ihm auch die Idee für den nächsten Kalender gefällt, will sie nicht verraten. Das ausgewählte Sujet bleibe noch geheim.

Der Zürcher Adventskalender ist auf 500 Stück limitiert. Zu kaufen ist er im Atelier Ton-Art in Hombrechtikon, bei Fairmondo in Stäfa und im Restaurant Bürgli in Zürich-Wollishofen.

Erstellt: 14.11.2016, 15:46 Uhr

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