Stäfa

Stäfner werden ihren Klärschlamm selbst behandeln

Die Stäfner waren sich an der Gemeindeversammlung über den Neubau der Schlammentsorgungsanlage einig.

Die Gemeinde Stäfa wird ihren Klärschlamm künftig selber aufbereiten – die Abwasserreinigungsanlage Sonnenwies wird dafür aufgerüstet. (Symbolbild)

Die Gemeinde Stäfa wird ihren Klärschlamm künftig selber aufbereiten – die Abwasserreinigungsanlage Sonnenwies wird dafür aufgerüstet. (Symbolbild) Bild: Keystone

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Das Projekt Bushof in Stäfa war mit Spannung erwartet worden. Der Planungskredit über 640'000 Franken wurde von den 430 Stimmberechtigten ohne grosse Gegenrede durchgewunken. Nun ist die Basis für den Baukredit gelegt. Wenn die Bevölkerung diesen an der Urne absegnet, könnten 2024 am Stäfner Bahnhof die Bagger auffahren. Auch Budget und Steuerfuss wurden nach anfänglichen Diskussionen mit vereinzelten Gegenstimmen angenommen.

Thema an der Gemeindeversammlung war auch die Schlammentsorgung. Bislang ist die Gemeinde Mitglied im Zweckverband Schlammbehandlung Pfannenstil (ZSA). Anlässlich dessen Erneuerung hat der Gemeinderat geprüft, ob der Schlamm nicht schon wie bei der Kläranlage in Ürikon in der eigenen Anlage behandelt werden kann, anstatt in Männedorf aufbereitet und erst dann nach Zürich transportiert zu werden.

Der Gemeinderat stellte der Gemeindeversammlung folglich den Antrag, per 31. Dezember 2022 aus dem Verband auszutreten und einen Kredit von fast 2,6 Millionen Franken für den Neubau der Schlammentsorgung in der Abwasserreinigungsanlage Stäfa zu bewilligen. Die Bauzeit würde ungefähr drei Jahre betragen.

Grösster Schlammproduzent

Bevor Tiefbauvorsteherin Claudia Hollenstein (GLP) Stellung zum Antrag nahm, entschuldigte sie sich bei der Bevölkerung für einen Fehler im Beleuchtenden Bericht. Darin stand wegen einer falschen Excel-Formel, dass die Gemeinde im Falle einer selbstständigen Aufbereitung des Schlamms jährlich im Vergleich zu heute 228'000 Franken einsparen würde. Korrekt berechnet, würde sie aber nur 154'000 Franken einsparen.

Trotz kleinerer Minderkosten sei das Projekt aber sinnvoll. Von den sechs Gemeinden Oetwil, Männedorf, Hombrechtikon, Egg und Mönchaltorf, die im ZSA Mitglied sind, sei Stäfa der grösste Schlammproduzent. «Natürlich wegen der Grösse unserer Gemeinde», fügte Hollenstein an.

Deshalb mache es Sinn, die Abwasserreinigungsanlage Sonnenwies aufzurüsten und umzunutzen, wie es auch schon in der Kläranlage in Ürikon der Fall ist. «Dank bereits bestehender Kapazität der Biofilter gäbe es auch keine Belastung von Duft in der Luft», versicherte sie. Zudem könnte mit den nicht mehr notwendigen Fahrten in die Anlage in Männedorf, wo der Schlamm für die Verbrennung in Zürich aufbereitet wird, CO2 eingespart werden. «Es wäre ein Beitrag zur Umwelt», sagte die Gemeinderätin.

Nur wenige Gegenstimmen

Rechnungsprüfungskommissions-Präsident Michael Meyer (FDP) betonte den Vorteil von zwei gleichen Systemen, die dasselbe Know-how verlangen. «Das Projekt ist von den Finanzen her absolut zu verantworten», sagte er abschliessend. «Sie dürfen ihm sorgenfrei zustimmen.» Der Antrag wurde denn auch mit vereinzelten Gegenstimmen angenommen.

Fünf weitere Traktanden standen zur Diskussion. Der jährliche Kredit für den Verein Kindertagesstätte Müüsliburg von 300'000 Franken wurde mit vereinzelten Gegenstimmen für die Jahre 2020 bis 2024 bewilligt. Dem Beitrag der Gemeinde von 750'000 Franken an die Sanierung des Musikschulhauses sowie der Erneuerung der Laufzeit des jährlichen Beitrags von 120'000 Franken an die Sport- und Mehrzweckhalle Frohberg stimmten die Stäfnerinnen und Stäfner ebenfalls zu. Auch die Teilrevision der Elektrizitätsverordnung und der Abfallverordnung nahmen sie einstimmig an.

Erstellt: 03.12.2019, 16:10 Uhr

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